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Brandenburg Aldöberner See ein „Versuchslabor“?
Brandenburg Aldöberner See ein „Versuchslabor“?
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20:40 23.08.2015
Seen gibt es in der Lausitz durch den Bergbau einige.
Seen gibt es in der Lausitz durch den Bergbau einige. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Die Grünen im Potsdamer Landtag fürchten, dass der Altdöberner See zum „Versuchslabor“ des Bergbausanierers LMBV wird. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft prüft daher die Möglichkeit, jährlich rund 200 000 Kubikmeter Rostschlamm auf den Grund des 70 Meter tiefen Sees einzuspülen.

Dieser stamme aus Fließgewässern und Grubenwasser-Reinigungsanlagen, die aus alten Braunkohle-Tagebauen ausgespült werden. Eine Entscheidung soll am Jahresende fallen, heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine parlamentarische Anfrage. Die Untersuchungen seien noch nicht abgeschlossen.

Der umweltpolitische Sprecher der grünen Landtagsfraktion, Benjamin Raschke, beklagt jedoch, dass in dem Verfahren weder Alternativen zum Altdöberner See geprüft noch mögliche Auswirkungen auf die Gewässerökologie untersucht würden. Niemand wisse, welche toxischen Reaktionen verklappte Eisenhydroxidschlämme in Tagebauseen hervorrufen. Auch seien anderweitige Verwendungsmöglichkeiten noch nicht geprüft worden, ergänzte die bergbaupolitische Sprecherin, Heide Schinowsky.

Eine Bürgerinitiative aus Oberspreewald-Lausitz will die Einspülung von Ockerschlamm in den See verhindern. Sie hatte dem Petitionsausschuss des Landtags im Mai eine Liste mit 5000 Unterschriften übergeben.

Von MAZonline und dpa

23.08.2015
23.08.2015