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Brandenburg Alle Lehrer bekommen eigene E-Mail-Adressen
Brandenburg Alle Lehrer bekommen eigene E-Mail-Adressen
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10:50 27.02.2018
„Wildwuchs bekämpfen“: Brandenburger Lehrer sollen bald einheitliche E-Mail-Adressen benutzen. Quelle: dpa
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Potsdam

Treten Lehrer in Brandenburg mit ihren Schülern oder deren Eltern in Kontakt, sind sie bislang zum großen Teil auf private E-Mail-Accounts angewiesen. Das soll sich nun ändern: Alle rund 20 000 Lehrer im Land sollen eigene dienstliche E-Mail-Adressen erhalten. Das zumindest plant Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), der für dieses Projekt 700 000 Euro zur Verfügung stehen. Diese Mittel sind im Nachtragshaushalt für dieses Jahr eingestellt, der im März verabschiedet werden soll. Sie laufen offiziell unter dem Titel: „Digitalisierung der Schulverwaltung“.

Bevorzugt wird eine landeseigene Lösung: Der zentrale IT-Dienstleister Brandenburgs (ZIT-BB) soll das Projekt umsetzen. Ministerin Ernst verspricht sich damit mehr Sicherheit und besseren Datenschutz. Eine offenbar preiswertere Lösung mit einem privaten Anbieter wie dem US-Konzern Microsoft wurde verworfen. „Die konnten nicht einmal garantieren, dass der Server in Europa steht“, sagte Bildungssprecher Ralph Kotsch.

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Details, wie das Projekt konkret umgesetzt werden soll, sind allerdings noch nicht geklärt. Die Bildungsministerin soll bis Ende September dem Haushalts- und Finanzausschuss des Landtags einen Bericht vorlegen. Darin soll auch Auskunft gegeben werden, wie eine Dienstanweisung für Lehrer über die neuen Kommunikationsregeln aussehen kann. Bis dahin muss auch geklärt sein, auf welchen Geräten und zu welchen Zeiten an den Schulen Mails versendet werden können.

Die oppositionelle CDU begrüßte zunächst, dass die Landesregierung Lehrern nun eine einheitliche E-Mail-Adresse zur Verfügung stellt. Dies komme allerdings reichlich spät, kritisierte der finanzpolitischer Sprecher Steeven Bretz. Erst im Jahr 2018 mache sich diese Landesregierung Gedanken, wie ihr größter öffentlicher Personalkörper, die Lehrerschaft, mit sicheren E-Mails Kontakt zu Schülern und Eltern haben kann. „Dies zeigt einmal mehr, wie sehr die rot-rote Landesregierung bei der Digitalisierung der Zeit hinterherläuft“, so Bretz.

Die bislang private Nutzung von E-Mails für dienstliche Angelegenheiten an Schulen ist umstritten. Das Bildungsministerium will mit einer sicheren, einheitlichen Lösung erreichen, dass der „digitale Wildwuchs“ bei der Nutzung von E-Mail-Adressen aufhört, wie es hieß. Momentan gibt es etliche „Insellösungen“: So haben einzelne Landkreise eigene E-Mail-Accounts, die an Schulen verwandt werden. Sie sind allerdings anfällig für Missbrauch. Die künftige Lösung soll das verhindern.

Von Igor Göldner

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