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18:43 06.04.2018
Die Schleuse „Neue Mühle“ in der Dahme-Wasserstraße: Hausboote sind im Trend, vorn eines auch für Rollstuhlfahrer. Quelle: ZB
Wildau

Vor nicht allzu langer Zeit hatten es Verleiher von Hausbooten noch schwer. Durch Kanäle und Wasserstraßen zu tuckern, das galt bestenfalls als exotisch. Inzwischen ist das schwimmende Ferienhaus auf Brandenburgs Seenlandschaft schwer angesagt, was Dagmar Rockel-Kuhnle, die Inhaber eines Hausboot-Verleihs, freut. Sie bietet Boote verschiedener Größe und Ausstattung an. „Die Nachfrage steigt rasant“, sagt sie, als sie am Bootsanleger in Wildau (Dahme-Spreewald) eine ihrer Neuheiten präsentiert: das barrierefreie Hausboot. Der Steuerstand sei unterfahrbar, auch die Küchenspüle, „so dass ein Rollstuhlfahrer auch zum Küchendienst eingeteilt werden kann“, sagt Rockel-Kuhnle, die ihre Boote – inzwischen sind es 120 in Deutschland, Polen und Frankreich – gern „für alle“ anbieten will. Ein solches Boot hat sieben Schlafplätze und kostet 140 Euro am Tag.

Die Palette für einen Urlaub auf dem Wasser ist inzwischen groß, die sich Wirtschaftsminister Albrecht Gerber am Freitag in der wasserreichen Dahme-Seenland zum Start in die Wassersportsaison anschaute. Sie reicht vom Motorboot über das Kanu bis zum Floß. David Setzermann bietet in Zernsdorf (Dahme-Spreewald) sogenannte Bungalow-Boote aus Holz an. Vier bis sechs Personen haben darauf Platz, es gibt je nach Ausstattung ein oder zwei kleine Schlafzimmer. „Wir sind fast ausgebucht“, sagt Setzermann. Mit 15 PS schippert das Boot durch die Gewässer. Ein Führerschein ist nicht notwendig, allerdings wird ein sogenannter Charterschein verlangt. Mindestens drei Stunden muss ein Freizeit-Kapitän in spe das An- und Ablegen eines solchen Bootes unter Anleitung üben. „Wir wollen, dass sich alle sicher fühlen“, sagt Setzermann. In der Hauptsaison werde meist zwei Wochen und länger vermietet, in der Vor- und Nachsaison vor allem an Kurzurlauber, die drei oder vier Tagen bleiben.

Wassertourismus ist in Brandenburg inzwischen zu einem Wirtschaftsfaktor geworden, wie Minister Gerber betonte. 200 Millionen Euro betrage inzwischen der jährliche Umsatz in dieser Branche. Gemeinsam mit Mecklenburg-Vorpommern sei die Seen- und Gewässerlandschaft Europas größtes vernetztes Wassersportrevier auf Binnengewässern, hob Gerber hervor. Den Chef der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH, Dieter Hütte, freut besonders, dass etwa drei Viertel der Wassertouristen nicht aus Berlin oder Brandenburg, sondern aus anderen Bundesländern kommen. Vier große Wassersportregionen gibt es inzwischen in Brandenburg: die Region zwischen Oder-Havel von der Ruppiner Seenkette bis zu den Uckerseen; die Region zwischen Havel-Elbe rund um Potsdam; die Region Dahme-Spree und Oder vom Spreewald bis zu den Dahmeseen und die Region Lausitzer Seenland, zu der auch die Schwarze Elster gehört. Von den 1500 Kilometern Wasserstraßen seien 470 Kilometer führerscheinfrei befahrbar, hieß es.

Ein heikles Thema für die Wassertouristen war zuletzt die Beschränkung der Betriebszeiten an den Schleusen. Inzwischen sind die meisten wieder von 8 bis 21 Uhr offen, wie die „Neue Mühle“ in der Dahme-Wasserstraße in Königs Wusterhausen. Schleusenwärter ist dort Axel Firmont. Vom Trend, Schleusen automatisch per Video zu steuern, hält er gar nichts. „In Notfällen können wir schnell eingreifen“, sagt Firmont. Da komme gar nicht so selten vor, sagt er. „Das Fahren durch Schleusen lernt man ja nicht.“ Es komme vor, dass Leute von Bord fallen oder über Leinen stürzen, so der Schleusenwärter.

Auf zwei große Hemmnisse für den Wassertourismus stieß Wirtschaftsminister Gerber immer wieder. Den Firmen fehlen Fachkräfte und oft hält die Infrastruktur rund um die Seen mit dem Boom auf dem Wasser nicht mit. Darauf verwies Christian Wendisch, der mit Vater und Ehefrau die Bootswerft Wendisch in Heidesee betreibt. Es gebe noch immer zu wenig Restaurants an den Wasserstraßen zum Einkehren für die Wasserurlauber, sagt Wendisch. Aber fehlten ausreichend Plätze zur Müllentsorgung.

Sylvia Meißner, die direkt an der Dahme in Wildau das Gasthaus „Villa am See“ betreibt, sucht vergeblich nach Auszubildenden . „Wir wollen ausbilden“, sagt sie und wendet sich an Minister Gerber. „Wir brauchen Hilfe“, sagt sie. Ihre 15 Mitarbeiter, darunter sechs Köche, beschäftigt sie auch über den Winter. „Wir wollen unsere Mitarbeiter halten und ihnen eine langfristige Perspektive bieten.“

Von Igor Göldner

Harald Kretzschmar (86) zeichnet seit mehr als sechs Jahrzehnten Porträts. In der DDR leitete er die Sektion Karikatur im Verband Bildender Künstler der DDR. Das Wilhelm-Busch-Museum widmet dem in Kleinmachnow bei Potsdam lebenden Künstler ab 14. April eine Ausstellung. Was denkt Kretzschmar heute über die DDR?

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