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Brandenburg Wolfgang Huber kritisiert SPD-Abkehr von Hartz IV
Brandenburg Wolfgang Huber kritisiert SPD-Abkehr von Hartz IV
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17:08 12.02.2019
Der frühere Bischof von Berlin und Brandenburg, Wolfgang Huber.
Der frühere Bischof von Berlin und Brandenburg, Wolfgang Huber. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Potsdam

Altbischof Wolfgang Huber (76) hält die Distanzierung der SPD von der Agenda 2010 für falsch. „Es grenzt an ein Wunder, wie gut wir aus der Finanz- und Wirtschaftskrise von 2008 gekommen sind. Dazu hat die Agenda 2010 beigetragen. Ich kann nicht begreifen, dass die SPD sich von dieser Reform lossagt, ja sich dieses Verdienstes schämt“, sagte Huber im Gespräch mit der Märkischen Allgemeinen Zeitung.

Zugleich wandte er sich gegen die Idee eines bedingungslosen Grundeinkommens. „Mich ärgert, dass inzwischen auch Chefs großer Unternehmen sich für ein bedingungsloses Grundeinkommen aussprechen. Sie entziehen sich damit der Verantwortung für künftige Arbeitsplätze, statt dazu einen relevanten Beitrag zu leisten. Das finde ich grundverkehrt.“

Huber beklagt Verengung gesellschaftlicher Diskussionen

Huber beklagte in gesellschaftlichen Debatten einen „ausgeprägten Hang zur Political Correctness“. „Das führt zu einer Verengung gesellschaftlicher Diskussionen“, sagte der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland. Auf der anderen Seite gebe es ein Verlangen nach Übertreibungen und Populismus. „Das verführt Menschen zu der Vorstellung, dass der Mut zur Wahrheit sich in vereinfachenden und groben Ausdrucksweisen zeigt“, sagte Huber.

Im Umgang mit der AfD warnte der frühere Bischof vor einer Ausgrenzung der Wähler. Zwar seien bestimmte Haltungen der Partei mit dem gesellschaftlichen Grundkonsens nicht vereinbar, so Huber. Aber: „Es ist nicht unsere Aufgabe, deren Anhänger auszugrenzen, sondern das Gespräch mit ihnen zu suchen. Wir sollten uns um sie bemühen und uns nicht zu stark auf die AfD als solche fokussieren“, sagte er.

Von MAZOnline

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