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Brandenburg Ammen aus dem Spreewald
Brandenburg Ammen aus dem Spreewald
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20:31 20.03.2013
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COTTBUS/BURG

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Unter dem Titel „Nach Berlin! Spreewälder Ammen und Kindermädchen in der Großstadt“ sind nun bis März 2014 Fotos, Zeichnungen und andere Zeitdokumente zu sehen. „Es war sehr schwierig, Nachfahren der Spreewälder Ammen zu finden und schriftliches Material zu sammeln“, sagt die Museumskuratorin Martina Noack.

Sorbische/wendische Frauen aus der Lagunenlandschaft stillten mit ihrer Milch auch Babys der Bourgeoisie in Potsdam, Dresden, Cottbus und anderen Orten. „Um das Jahr 1900 soll es allein in Berlin etwa 1000 Ammen gegeben haben“, weiß Noack. Wie viele von ihnen aus dem Spreewald kamen, konnte sie nicht herausfinden. „Die Spreewaldammen fielen wegen ihrer schönen Trachten mit den markanten Hauben überall im Stadtbild auf.“ Der Berliner „Milljöh“-Maler Heinrich Zille hinterließ Zeichnungen mit drallen Trachtenfrauen.

„Dienstmädchen vom Lande galten damals als gesund, fleißig, treu, ehrlich, genügsam und vor allem gehorsam und deshalb als eine Art Exportschlager. Sie waren bei den bürgerlichen Herrschaften beliebt“, erzählt Noack. „Als ich bei meiner Recherche mit Spreewälder Frauen über dieses Thema sprach, konnten sie sich aber kaum noch an Erzählungen ihrer Großmütter und Uromas erinnern.“ Deshalb las sie Literatur, um mehr über diese Zeit herauszufinden.

Besonders viele junge Frauen aus Burg, Werben, Tauer, Drachhausen und Sielow bei Cottbus zog es in die großen Städte. Ihre Motive waren vielschichtig, wie Noack sagt: „Einige Mütter überließen ihre kleinen Kinder zeitweise Angehörigen und verdingten sich aus wirtschaftlicher Not als Ammen oder Kindermädchen.“ Nach dem Ende ihrer Dienstzeit blieben viele Ammen in Berlin und anderen Städten und heirateten.

Öffnungszeiten der Burger Heimatstube bis 28. März: Mittwoch

bis Sonntag 12 bis 16 Uhr. Von Ostern bis Oktober: Mittwoch bis Sonntag

13 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet

1,50 Euro. (dpa)

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