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Brandenburg Corona-Effekt? Immer weniger Angriffe auf Flüchtlinge in Brandenburg
Brandenburg

Angriffe auf Flüchtlinge: So viele gab es 2020 in Brandenburg

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08:23 01.07.2020
Auch die Angriffe auf Flüchtlingsheime, hier eine Unterkunft in Dresden, haben Anfang 2020 abgenommen. Quelle: Sebastian Kahnert/dpa
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Potsdam

Die Zahl der Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte in Brandenburg ist im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber dem Vorjahreszeitraum weiter gesunken. Waren es 2019 im ersten Quartal noch 51 Straftaten, wurden in den ersten drei Monaten dieses Jahres 35 Angriffe auf Flüchtlinge und ihre Unterkünfte registriert.

Das geht aus einer Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der flüchtlingspolitischen Sprecherin der Linke-Fraktion im Landtag, Andrea Johlige, hervor. Im gesamten Jahr 2018 hatte es 268 Straftaten von Rechtsradikalen gegen Flüchtlinge gegeben.

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Deutlich war auch der Rückgang der Körperverletzungen: Von 11 Fällen im ersten Quartal 2019 sanken sie auf 6 Delikte in den ersten drei Monaten dieses Jahres.

Bei den rassistischen Straftaten wurde mit 21 Fällen im ersten Quartal dieses Jahres ein spürbarer Rückgang registriert. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 52 und im gesamten Jahr 2019 insgesamt 210 Delikte. Die Zahl der Körperverletzungen sank in diesem Bereich von 4 im ersten Quartal 2019 auf aktuell 3 Fälle.

„Insgesamt ist also zu sagen, dass die Straftaten gegen Geflüchtete und weitere rassistisch motivierte Straftaten rückläufig sind“, sagte Johlige. Dies gelte auch für die Köperverletzungsdelikte.

„Allerdings kann es sein, dass hier Sondereffekte vor allem durch den Lockdown im März eine Rolle spielen“, meinte die Landtagsabgeordnete. „Wir werden im Jahresverlauf sehen, ob es sich um einen positiven Trend handelt oder ob die Entwicklung auf diesen Effekt zurückzuführen ist.“

Von RND/dpa

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