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Brandenburg Anklage wegen dreifachen Mordes gegen 24-Jährigen
Brandenburg Anklage wegen dreifachen Mordes gegen 24-Jährigen
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17:47 21.08.2017
Einer der Tatorte am 28. Februar 2017: die Bundesstraße 168 zwischen Oegeln und Beeskow. Hier wurden zwei Polizisten überfahren und getötet. Die Staatsanwaltschaft hat gegen einen 24-Jährigen, der vorher seine Großmutter ermordet haben soll, Anklage wegen dreifachen Mordes erhoben. Quelle: dpa
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Frankfurt (Oder)

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) hat gegen einen 24-Jährigen, der seine Großmutter ermordet und auf der Flucht zwei Polizisten getötet haben soll, Anklage wegen dreifachen Mordes erhoben. Der psychiatrische Gutachter habe festgestellt, dass der junge Mann zum Zeitpunkt der Taten im Februar nicht an einer schizophrenen Erkrankung gelitten habe. Er soll vermindert schuldfähig gewesen sein, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit. Damit drohe dem Angeklagten im Falle einer Verurteilung lebenslange Haft. Die Staatsanwaltschaft will aufgrund der Gefährlichkeit des Mannes zudem Sicherungsverwahrung beantragen.

Das Landgericht Frankfurt (Oder) bestätigte den Eingang der Anklage. Dort muss nun über die Annahme der Anklage und gegebenenfalls über die Frage entschieden werden, wann ein Prozess angesetzt werden kann.

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Polizisten hatten versucht, den Flüchtigen per Nagelbrett zu stoppen

Der damals 24-Jährige soll Ende Februar in Müllrose (Oder-Spree) seine Großmutter in ihrem Wohnhaus getötet und im Anschluss auf der Flucht am Ortsrand von Oegeln zwei Beamte totgefahren haben. Sie wollten den Mann mit einem Nagelbrett stoppen.

MAZonline berichtete über die Gewalttaten bei Müllrose wie folgt:

>> Jan G.Im Wahn: Was vor dem Dreifachmord geschah (23.3.17)

>> Gewalttat von Müllrose im Faktencheck:
Eine Kette von Fehleinschätzungen (2.3.17)

>> Getötet im Dienst:
Wenn Polizisten im Einsatz ums Leben kommen (28.2.17)

>> Großmutter und Polizisten getötet:
So verlief die Todesfahrt in Müllrose (28.2.17)

>> die Ursprungsmeldung: Mann (24) tötet Großmutter und zwei Polizisten unter Drogen (28.2.17)

Den Ermittlern gestand der 24-Jährige, er habe seine 79 Jahre alte Oma im Streit um Geld mit Messerstichen in den Hals getötet. Danach floh er mit ihrem Auto und überfuhr die 49 und 52 Jahre alten Polizisten an einer Kontrollstelle. Als Motiv gab er laut Ermittlern an, er habe Angst gehabt, erschossen zu werden. Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte die Tat damals als „den schwersten derartigen Vorfall in der Geschichte der Polizei unseres Landes seit 1990“ bezeichnet und Trauerbeflaggung angeordnet.

Taten möglicherweise unter Einfluss von Drogen und Psychopharmaka

Der Beschuldigte wurde nach seiner Festnahme in die geschlossene Psychiatrie in Brandenburg/Havel eingewiesen. Er soll bei den Taten unter dem Einfluss von Drogen und Psychopharmaka gestanden haben.

Der Mann hatte bereits Ende 2016 unter anderem wegen Raubes und Diebstahls vor Gericht gestanden. Das Landgericht Frankfurt (Oder) erklärte ihn damals aufgrund einer „undifferenzierten Schizophrenie“ für schuldunfähig. Weil ein Gutachter ihm Behandlungsfähigkeit attestierte, kam er damals nicht in eine geschlossene Psychiatrie, sondern wurde unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt.

Von dpa

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