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Brandenburg Arbeitslosigkeit in Brandenburg auf Rekordtief
Brandenburg Arbeitslosigkeit in Brandenburg auf Rekordtief
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14:27 30.10.2019
Ein Mitarbeiter bedient in der Produktionshalle einer Firma eine Metallpresse. (Symbolfoto) Quelle: Monika Skolimowska/zb/dpa
Potsdam

Die Zahl der Arbeitslosen ist in Brandenburg auf den tiefsten Stand seit der Wiedervereinigung gesunken. 72.381 Menschen waren im Oktober in dem Bundesland ohne Job, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch mitteilte. Das waren 407 Arbeitslose weniger als im September und 4813 weniger als im Oktober des Vorjahres. „Auch die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie in keinem Monat zuvor“, sagte der Vorsitzende der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg, Bernd Becking.

Sie lag mit 5,4 Prozent um 0,1 Prozentpunkte unter dem Niveau des Vormonats und um 0,4 Prozentpunkte unter dem des Vorjahres. Üblicherweise entspannt sich der Arbeitsmarkt im Herbst, bevor die Zahl der Arbeitslosen im Winter wieder steigt.

Niveau des Vorjahres

Vor allem junge Menschen profitierten im Oktober davon. Bei den 15- bis 25-Jährigen in Brandenburg ging die Zahl der Arbeitslosen um 5,6 Prozent auf 5421 im Vergleich zum September zurück. Das ist nahezu das Niveau des Vorjahres. Damals waren 26 Jugendliche und junge Erwachsene weniger arbeitslos gemeldet.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten ist im August auf 859.700 Menschen gestiegen. Das waren 0,8 Prozent mehr als im August des Vorjahres. Brandenburg liegt damit leicht unter dem bundesweiten Durchschnitt.

Die Stimmung in der Brandenburger Wirtschaft hatte sich zuletzt eingetrübt. Nach den Herbstumfragen der Industrie- und Handelskammern (IHK) blicken immer mehr Unternehmen zurückhaltend in die Zukunft und erwarten eine stagnierende oder schlechtere Auftragslage. Auf dem Arbeitsmarkt macht sich dies, anders als in Berlin, in Brandenburg noch nicht bemerkbar.

In Berlin nämlich ging erstmals seit Jahren die Arbeitslosigkeit im Herbst nicht zurück. 152 000 Frauen und Männer waren arbeitslos gemeldet – so viel wie im Vormonat. Verglichen mit einem Jahr zuvor waren es sogar rund 3000 mehr. Und während die Arbeitslosenquote im übrigen Osten Deutschlands weiter sank, verharrte sie in der Hauptstadt bei 7,8 Prozent. Damit lag sie einen Prozentpunkt höher als im Oktober 2018.

Mietendeckel verunsichert Baubranche

„Das Klima auf dem Arbeitsmarkt in der Hauptstadt kühlt sich ab“, konstatierte Christian Amsinck, Hauptgeschäftsführer der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB). „Gerade Unternehmen aus Bau und Handwerk berichten angesichts der anhaltenden Diskussionen über den Mietendeckel von stornierten Aufträgen oder sind verunsichert“, sagte er. Dieses Szenario sorgt nach Einschätzung der IHK auch in der Brandenburger Baubranche für Verunsicherung, da viele Unternehmen in Berlin tätig sind.

Auch in Brandenburg sei die Personalnachfrage der Unternehmen zurückgegangen, sagte Amsinck. „Angesichts der seit längerer Zeit bestehenden Fachkräfte-Engpässe in vielen Branchen fällt dies aber nicht so sehr ins Gewicht“, erklärte er. Die neue Koalition sollte sich von den guten Arbeitsmarktzahlen nicht blenden lassen, warnte er. „Der Mangel an qualifizierten Fachkräften, Experten und Akademikern wird in Brandenburg immer deutlicher. Hier müssen Wirtschaft und Politik schnell gemeinsam handeln“, so Amsinck.

Karawanskij: Alleinerziehenden eine Chance geben

Brandenburgs scheidende Arbeitsministerin Susanna Karawanskij (Linke) spielte den Ball an die Wirtschaft zurück: Eine Antwort auf den steigenden Fachkräftebedarf könne darin liegen, dass man Langzeitarbeitslosen, Alleinerziehenden, Menschen mit Behinderungen und Geflüchteten eine Chance gebe, meinte sie.

„Entscheidend für die Fachkräftesicherung ist auch, dass die vielen Frauen, die unfreiwillig in Teilzeit arbeiten müssen, die Möglichkeit erhalten, ihre Arbeitszeit passend zu ihrer Lebenssituation zu erhöhen“, sagte sie.

Von RND/dpa

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