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Brandenburg 1300 neue Unternehmen entstehen in Westbrandenburg
Brandenburg 1300 neue Unternehmen entstehen in Westbrandenburg
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11:17 04.01.2019
Die Nachfrage nach Arbeitskräften ist nach Erkenntnissen der Bundesagentur für Arbeit zum Jahresende konstant hoch geblieben. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
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Potsdam

Brandenburgs Wirtschaft ist weiterhin in guter Verfassung. Die Zahl der Arbeitslosen in Brandenburg hat sich im Dezember leicht erhöht. Das ist im Winter üblich; der Anstieg fiel diesmal aber gering aus. Gemeldet waren 78 965 Erwerbslose, 1696 mehr als im November, aber 8323 weniger als im Vorjahresmonat Dezember 2017, wie die Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit am Freitag mitteilte.

Die Arbeitslosenquote lag bei 5,9 Prozent, 0,1 Prozentpunkte über dem Wert von November und 0,7 Punkte unter dem von Dezember 2017. Es gab im Dezember in Brandenburg 22 877 offene Stellen, 1018 mehr als ein Jahr zuvor.

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Der Geschäftsführer der regionalen Arbeitsagentur, Bernd Becking, sprach von einem guten Jahresabschluss. Die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt in der Region sei stabil. „Die Arbeitslosenzahlen und die sogenannte Unterbeschäftigung, die auch die Menschen in Qualifizierungen erfasst, liegen weit unter den Vorjahreswerten. Die Beschäftigung steigt weiter an“, bilanzierte Becking.

Büttner fordert höheren Mindestlohn

„Die erfolgreiche Entwicklung am Arbeitsmarkt haben wir auch dem gesetzlichen Mindestlohn zu verdanken, für den Brandenburg immer gekämpft hat“, sagte Brandenburgs Arbeitsstaatssekretär Andreas Büttner. „Besonders die Menschen in Ostdeutschland haben davon profitiert.“

Zum Jahresanfang ist der Mindestlohn auf 9,19 Euro pro Stunde gestiegen, in einem Jahr wird er erneut erhöht auf dann 9,35 Euro. „Das reicht aber in Zeiten deutlich steigender Mieten und immer höherer Lebenshaltungskosten noch lange nicht aus“, sagte Büttner. „Der Mindestlohn muss weiter deutlich steigen und endlich armutsfest gestaltet werden.“

Zahl der Unternehmen wächst um fünf Prozent

Die gute wirtschaftliche Lage Brandenburgs spiegelt sich auch in der Bilanz der Industrie- und Handelskammer Potsdam, deren Bezirk ganz Westbrandenburg umfasst, wider. Die Zahl der im Handelsregister eingetragenen Mitgliedsunternehmen der Wirtschaftsvertretung stieg im vergangenen Jahr um 1300. Das entspricht einem Plus von fünf Prozent.

Es lohne sich, hier zu gründen und zu investieren, sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Mario Tobias. „Gerade im Superwahljahr 2019 werden wir die Politik weiter drängen, alles dafür zu tun, dass unsere Region auch weiterhin an der Spitze liegt“, betonte er. „Dafür braucht es dringender denn je wirtschaftsfreundliche Infrastrukturen - vom ÖPNV über schnelles Breitband bis hin zu Straßen, Schienen und Wasserwegen.“

Dienstleistungsbranche ist führend

Die IHK Potsdam hat das zweitgrößte Kammergebiet Deutschlands. Insgesamt vertritt sie damit 77.738 Unternehmen in Potsdam, Brandenburg/Havel sowie in den Landkreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin, Oberhavel, Havelland, Potsdam-Mittelmark und Teltow-Fläming.

Ein Blick auf die Statistik der eingetragenen Unternehmen zeigt: Es sind vor allem Dienstleistungsbetriebe, die Brandenburgs Wirtschaft stützen. Mehr als jedes zweite Unternehmen (53,9 Prozent) gehört in diesen Bereich. Mit einem Anteil von 17,7 Prozent folgt der Einzelhandel, die Industrie liegt auf Platz drei (7,9 Prozent).

Von Torsten Gellner

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