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Brandenburg Auf der Suche nach dem richtigen BH
Brandenburg Auf der Suche nach dem richtigen BH
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10:05 10.02.2015
Jenny Trettin berät in ihrem Berliner Passform-Studio „Doppel D“ Kundinnen zur richtigen Unterwäsche. Quelle: Privat
Berlin

Jenny Trettin berät vor allem Damen mit großer Oberweite, welcher BH am besten passt. Beispielsweise im Auftrag von Krankenkassen, wie BKK und VBU sowie im Berliner Rückenzentrum am Markgrafenpark. „80 Prozent der Frauen hierzulande kennen ihre genaue Körbchengröße nicht“, gibt Jenny Trettin zu bedenken. Ihre Mission: Die Damenwelt von falsch sitzenden BHs erlösen. „Ich möchte das Thema endlich aus der Tuschelecke holen, weil viele Frauen im Land einen falschen BH tragen“, sagt die taffe Berlinerin.

Ein paar Kniffe hat die Hauptstädterin natürlich gleich parat: Frauen wählen oft zu weite Unterbrustbänder und zu kleine Körbchen, so dass der Busen nicht richtig sitzt. „80 Prozent des Halts der Brust kommen aber vom Unterbrustband.“ Vorn zwischen dem Busen sollte der Steg wiederum eng anliegen und nicht abstehen. Und: Bei der Größenwahl keine Angst vor großen Buchstaben, denn ein hoher Buchstabe bedeutet nicht immer einen großen Busen, wie die Expertin betont. Ganz im Gegenteil und für Frauen mit üppigen Formen wichtig: Mit der richtigen BH-Größe sieht der Busen oft kleiner aus.

Tragetipps zum BH

  • Die richtige Größe: Die BH-Größe bestimmt man anhand der Unterbrustweite. Das Maßband wird unterhalb der Brust angesetzt und einmal um den Oberkörper geführt. Um die Körbchengröße zu ermitteln, messen die Frauen dann den Umfang an der weitesten Stelle der Brust. In Tabellen im Internet oder im Handel lässt sich die Größe anhand der Maße ermitteln.
  • Nur gelegentlich pushen: Sogenannte Push-up-BHs heben ihrem englischen Namen entsprechend die Brust an - wie stark, ist abhängig von der Einlage. Man sollte solche BHs jedoch nicht jeden Tag tragen. Das könne das Bindegewebe belasten.
  • Nachts ausziehen: Frauen sollten BHs nachts ausziehen. Der Körper - und das Bindegewebe der Brust - erholt sich während des Schlafs. Außerdem kann es sein, dass der BH nachts verrutscht, einschneidet und sich Druckstellen bilden.

Neugeburt durch gut sitzenden BH
Jenny Trettin, selbst Körbchengröße 65 H, weiß, wovon sie spricht. „Als Jugendliche hatte ich oft Rückenschmerzen und wenig Selbstbewusstsein. Der Grund: „Hässliche und falsch sitzende hautfarbene Ungetüme als BHs im Kleiderschrank“, wie die studierte Betriebswirtschaftlerin sagt. Bis sie in einem Londoner Fitnessclub 2006 eine Schicksalsgenossin traf, deren perfekt sitzender BH sie erstaunte. „Ich fragte die Engländerin einfach, woher sie diesen Büstenhalter hat. Die schickte mich in eine Spezialboutique für große Körbchengrößen“, blickt Jenny Trettin zurück. „Das klingt vielleicht etwas pathetisch: Aber mit meinem ersten gut sitzenden BH fühlte ich mich wie neugeboren!“

Die Hohenschönhausenerin hatte sich bis dahin beruflich schon in verschiedenen Bereichen ausprobiert. Doch nun stand für sie fest, ihre Mission zum Hauptberuf zu machen. Vor zwei Jahren eröffnete die Geschäftsfrau in Berlin-Mitte ihre eigene Boutique („Doppel D“). Nach einem Fernsehbericht im Vorjahr standen die Frauen am nächsten Morgen Schlange. „Wir mussten sogar Wartemarken vergeben.“ Bald stellte sich heraus, dass es eine Beratung, wie die von Jenny Trettin und ihren acht Kolleginnen so bundesweit nicht gibt. Um die 6000 BHs verschiedener Schnittformen und Muster sind im Geschäft immer am Lager. 23 der Wäschestücke mit „tragender Rolle“ hat die Chefin übrigens im privaten Kleiderschrank, wie sie verrät.

Ballkind für Gabriela Sabatini
Dann plaudert Jenny Trettin über ihre unterschiedlichen Sportaktivitäten. Im Tennis wäre sie um ein Haar mal bei den Profis gelandet. „Ein Jahr lang hab' ich internationale Turniere gespielt. Doch Tennis ist ein sehr einsamer Sport – ich bin aber mehr Teamplayer“, schmunzelt die Powerfrau, Sternzeichen Zwilling. Doch bis heute blieb sie dem Tennisclub LTTC Rot Weis Berlin e.V. treu, spielt so oft sie Zeit findet, auf den herrlich gelegenen Plätzen an der Hundekehle. Als hier noch das legendäre ATP-Damen-Turnier stattfand, war Jenny auch mal fünf Jahre lang Ballkind, durfte Stars wie Monica Seles oder Gabriela Sabatini Handtücher und Bälle reichen. „Steffi Graf war leider nicht dabei, da sie ja meist auf dem Centercourt spielte und wir dort seltener eingesetzt waren.“

Vor den Olympischen Sommerspielen in Atlanta 1996 gehörte Jenny Trettin auch mal zum Turn-Olympia-Kader. Erst eine Verletzung und die strengen Auswahlkriterien führten zum Ausscheiden. Die Sportsfrau saust aber auch mit Skiern Alpengipfel hinab, spielt Golf, Badminton oder erwandert sich mit Freunden Mallorca. Woher die Power kommt, kann sie auch nicht so genau sagen. „Ich glaube, ich musste mich immer ein bisschen mehr beweisen, als andere.“ Jenny Trettin spielt auf ihre berühmte Mutter an. Sie ist die Tochter von Christine Stüber-Errath, mehrfache DDR-Meisterin, dreifache Europameisterin und Weltmeisterin im Eiskunstlauf. An die große Glocke haben das beide nie gehangen.

„Einen Fußabdruck hinterlassen“

Die Berlinerin lässt sich die Butter längst nicht mehr vom Brot nehmen. Mit ihren gerade mal 34 Lenzen kann sie schon eine kleine Karriere vorweisen – in Sport und Job gleichermaßen. Mit 22 ging sie in die Vereinigten Staaten, um Betriebswirtschaftslehre zu studieren. Danach arbeitete sie u.a. in Denver als Produktmanagerin für Stundenplaner und Kalender, in London managte sie Sponsorship-Analysen, in Berlin war sie Hauptansprechpartnerin großer Sponsoren in der O2-World. Ihre Mutter verblüffte sie mal mit dem Satz: „Mama, ich will Spezialisten werden!“ Beide erreichten ihr Ziel schon in relativ jungen Jahren. „Ich möchte auf diesem Globus einen Fußabdruck hinterlassen“, sagt Jenny Trettin selbstbewusst. Dazu hat sie sich – beruflich - schon ein paar Mal verändert, manchmal auch ein bisschen neu erfunden.

Schließlich erklärt Trettin, dass chronische Kopf- und Rückenschmerzen, Verspannungen im Schultergürtel sowie Schmerzen im Hals- und Nackenbereich häufig durch falsch sitzende BHs entstehen. Häufigstes Problem sei ein zu lockeres Unterbrustband, so die junge Unternehmerin. Die Funktionalität dieses entscheidenden BH-Teils gehöre regelmäßig auf den Prüfstand.

Spiegel des Zeitgeistes

  • Vor 100 Jahren meldete die New Yorkerin Mary Phelps Jacob ein Patent für den ersten modernen Büstenhalter an. Kleidungsstücke, die ohne viel Drumherum die weibliche Brust verdecken, gab es aber schon vorher. Selbst auf römischen Mosaiken sieht man Frauen in etwas, was man heute Bandeau-Bikini nennen würde. Auch Wikingerinnen trugen angeblich Büstenhalter. Als Mary Phelps Jacob 1891 bei New York geboren wurde, bastelten deutsche Erfinder zwar schon an „Bruststützen ohne Unterteil“. Auch erste Patente auf solche Kleidungsstücke gab es Ende des 19. Jahrhunderts in Europa und den USA. Doch viele Frauen trugen seit Jahrhunderten an einer Stelle das gleiche: Korsetts. Die sorgten für Halt und schlanke Taillen und schienen ihnen alternativlos.
  • Der BH verrät viel über Rollenbilder, Schönheitsideale, Tabus und sittliche Vorstellungen. Die emanzipierte Frau der 1920er wollte flach und knabenhaft aussehen. Nach dem Krieg waren runde und üppige Formen angesagt. In den Siebzigern verbrannten Feministinnen den BH als Symbol männlicher Unterdrückung. Zwanzig Jahre später wurde der Wonderbra zum Verkaufshit und versprach Volumen auch für kleine Oberweiten.
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