Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Bitte nicht nach Cottbus! Personalrat sauer über Umzugspläne
Brandenburg Bitte nicht nach Cottbus! Personalrat sauer über Umzugspläne
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
01:15 20.04.2019
Finanzminister Christian Görke auf dem Gelände des Behördenstandortes in der Lipezker Straße in Cottbus Quelle: Patrick Pleul/dpa
Anzeige
Potsdam

Die Beschäftigten des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kultur sind sauer auf die Landesregierung –und wehren sich gegen die für 2023 geplante Verlegung der MWFK nach Cottbus. Der Personalrat schreibt in einem Offenen Brief an Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Finanzminister Christian Görke (Linke), man sei am Dienstag zwei Stunden vor der Kabinettssitzung erstmals über die Umzugspläne in Kenntnis gesetzt worden. Eine vertrauensvolle Zusammenarbeit sehe anders aus, kritisiert der Personalrat.

Weiter heißt es wörtlich: „Nicht nur ist uns völlig unverständlich, dass mit uns als betroffenen Beschäftigten und der Amtschefin (gemeint ist Ministerin Martina Münch) nicht gesprochen wurde. Die Entscheidung ist auch inhaltlich, wirtschaftlich sowie im Hinblick auf zu erzielende Synergieeffekte für die Lausitz nicht nachzuvollziehen. Zu glauben, man könne mit diesem Umzug der Forderung des Bundes nach 5.000 (neuen) Arbeitsplätzen in der Lausitz nachkommen, ist absurd.“

Anzeige

Der Personalrat bezweifelt weiter, ob die Kosten für einen Umzug wirtschaftlich und für die Beschäftigten, die dann stundenlang pendeln müssten, zumutbar ist. Die von Görke geäußerte Standort-Garantie für alle, die aus „persönlichen Gründen“ nicht nach Cottbus umziehen könnten, sei nebulös. Sauer ist der Personalrat auch auf die Gewerkschaft Verdi. Diese hatte die Umzugspläne begrüßt, angeblich ohne vorherige Absprache mit der Mitarbeitervertretung.

Auch von Halem meckert

Kritisch äußerte sich auch die Vorsitzende des Wissenschaftsausschusses im Brandenburger Landtag, Marie Luise von Halem, „Ich glaube nicht, dass es der Arbeitsfähigkeit zuträglich ist, das Ministerium an das andere Ende des Landes zu verlegen“, sagte die Grünen-Politikerin. „Das halte ich für wenig praktikabel.“

Das rot-rote Kabinett hatte am Dienstag beschlossen, das komplette Ministerium mit rund 150 Mitarbeitern in vier Jahren von Potsdam nach Cottbus zu verlegen. Mit dem Umzug sollen dort auch 100 neue Arbeitsplätze entstehen. Das sagte Finanzminister Görke am Mittwoch nach Begehung der beiden möglichen Standorte in der Stadt.

Von MAZonline