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Brandenburg Aus Habgier die Freundin ermordet
Brandenburg Aus Habgier die Freundin ermordet
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21:03 17.11.2014
Das Opfer Christin R.
Das Opfer Christin R. Quelle: dpa
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Berlin

Mehr als zwei Jahre nach dem Mord an einer 21-jährigen Pferdewirtin aus Berlin steht aus Sicht der Staatsanwaltschaft die Schuld der fünf Angeklagten fest. Gegen vier der Verdächtigen verlangte der Ankläger am Montag die Verhängung lebenslanger Freiheitsstrafen.

Mordkomplott aus Habgier

Der 26 Jahre alte Ex-Freund der Pferdewirtin sowie dessen 57 Jahre alte Mutter hätten aus Habgier das Mordkomplott geschmiedet. Für beide sowie einen 24-Jährigen als angeheuerten Killer sei zudem eine besondere Schwere der Schuld festzustellen. Mit dem Urteil des Berliner Landgerichts wird für Anfang Dezember gerechnet.

„Die Pferdewirtin ist das unschuldige Opfer, das für die finanziellen Interessen der Angeklagten sterben musste”, sagte Staatsanwalt Dieter Horstmann nach 20-monatiger Verhandlung. Mutter und Sohn, die einen Reiterhof in Friesack (Havelland) betrieben, hätten den Mordplan geschmiedet, um an knapp 2,5 Millionen Euro aus acht Lebensversicherungen der Pferdewirtin zu kommen. Für die Policen mit dem 26-Jährigen als Begünstigten habe dessen Mutter gesorgt.

Mittäterin und Auftragsmörder

Als Stütze der Anklage gilt eine 29-jährige Mittäterin. Nur sie hatte vor Gericht ein Geständnis abgelegt. In ihrem Fall plädierte Horstmann auf eine Strafe von 15 Jahren Haft wegen Mordes sowie Mordversuchs. „Diese Angeklagte war in den 26-Jährigen verliebt. Sie ist auf ihn, der sie gezielt manipuliert hat, hereingefallen.”

Nach zwei gescheiterten Anschlägen wurde die Pferdewirtin in der Nacht zum 21. Juni 2012 auf einem Parkplatz in Lübars, einem Ortsteils von Berlin-Reinickendorf, hinterrücks erdrosselt. Die 29-jährige Angeklagte hatte gestanden, aus Liebe zu dem 26-jährigen Springreiter erst einen Giftanschlag auf die Pferdewirtin verübt und danach einen Killer gesucht zu haben. „Beim dritten Mal darf es keinen Fehlschlag geben”, habe der Springreiter angeordnet. Der Killer sei über den mitangeklagten Bruder der 29-Jährigen angeheuert worden.

Freund bestreitet die Vorwürfe

Der 26 Jahre alte Springreiter hatte die Darstellung der Kronzeugin vehement bestritten. Er habe sich in der Tatnacht mit der Pferdewirtin getroffen, um sie zu fragen, ob sie mit ihm nach Nordrhein-Westfalen ziehen würde, sagte er. Als sie abgelehnt habe, sei er enttäuscht zurück zu seinem gepachteten Pferdehof nach Friesack gefahren. Als er abfuhr, habe die 21-jährige Pferdewirtin noch gelebt.

Der Staatsanwalt hielt in seinem Plädoyer gegen: Der 26-Jährige habe „die Tat geplant, koordiniert, das Opfer in den Hinterhalt gelockt”, der Killer habe 500 Euro erhalten. Der Prozess wird am 24. November mit den Plädoyers der Nebenklage sowie den Schlussvorträgen der Verteidiger der 29-Jährigen fortgesetzt.

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