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Brandenburg Wirtschaft schlägt Alarm: Ausbau der Erneuerbaren Energien stockt
Brandenburg Wirtschaft schlägt Alarm: Ausbau der Erneuerbaren Energien stockt
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18:14 28.08.2019
Windenergiepark „Odervorland“ in der Gemeinde Jacobsdorf (Oder-Spree): Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) will bei einem Treffen am 5. September über die Krise der Windkraft an Land beraten. Quelle: Patrick Pleul/dpa
Potsdam/Berlin

Die Windenergie – sie soll der entscheidende Faktor der Energiewende sein, eine Art Schlüsselbranche. Doch seit Anfang des Jahres ist der Ausbau der Windkraft praktisch zum Erliegen gekommen. Bis Juni sind nur 35 neue Windräder bundesweit dazu gekommen – so wenig wie seit 20 Jahren nicht.

Die Wirtschaft schlägt nun Alarm und warnt: Ein solches „Schneckentempo“ gefährde die Ausbauziele bei der Energiewende. Wenige Tage vor dem geplanten Wind-Gipfel bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) am 5. September (CDU) warnt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) auch vor Belastungen für die Wirtschaft. Es müsse dringend gegengesteuert werden, sagte am Mittwoch der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Achim Dercks in Berlin.

DIHK: Eile ist durch Ausstieg aus Kernenergie und Kohle geboten

Aber wie? Es sei ein zehnmal höherer Zubau von Windanlagen nötig als im ersten Halbjahr, sagt Dercks. Es sei Eile geboten. Schließlich solle bis 2022 aus der Kernenergie und bis spätestens 2038 aus der Kohle ausgestiegen werden. Dann müsse der Strom aus anderen Quellen kommen.

Hinzu kommt, dass für ältere Anlagen ab 2021 die üppige Erneuerbare-Energien-Förderung entfällt. In Brandenburg betrifft das laut Wirtschaftsministerium in den kommenden fünf Jahren 1300 Windkraftanlagen, die die garantierte Einspeisevergütung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verlieren.

Start-up ersetzt alte durch neue Windräder

Ein junges Start-up, Re-Wind aus Berlin, hat sich auf den Kauf alter Windräder spezialisiert, die in ein paar Jahren aus der Ökostrom-Förderung herausfallen und die sie durch neue ersetzt. „Repowering“ nennt sich die Arbeit von Re-Wind in der Fachsprache.

Im brandenburgischen Waldow (Dahme-Spreewald) erwarb die Firma 11 Windräder von einem Windpark und baut diese nun um. Die neue Generation der Windräder ist größer, die Stromproduktion ist fast fünfmal so hoch wie die alte. Die Firma

Lars Meyer, Geschäftsführer des Start-up ReWind Quelle: IG

hat bereits 18 weitere Anlagen in Deutschland erworben.

Geschäftsführer Lars Meyer sagt: „Unser Geschäftsmodell setzt auf ein Repowering der Anlagen am bestehenden Standort, das heißt ein Ersetzen durch moderne Windkrafträder der jüngsten Generation.“ Wo sich Repowering nicht anbietet, würden die erworbenen Anlagen langfristig fortgeführt. Ziel sei es, den Windstandorten eine langfristige Zukunft zu garantieren“, betonte der 47-Jährige in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

Größtes Hindernis sind zu lange Genehmigungen

Zehn Mitarbeiter hat die Firma, die Meyer ein Investment-Unternehmen nennt. Die gehört zur spanischen Q-Energy-Gruppe. Diese Investmentgesellschaft für erneuerbare Energien mit Sitzen in Madrid und Berlin setzt offenbar viele Hoffnungen in die Windenergie und hofft, damit Geld zu verdienen.

Brandenburg ist für Re-Wind-Chef eine Zielregion. „Für uns ist das eine Chance, in den Markt mit einer neuen Idee einzusteigen und die Energiewende mit zu unterstützen“, sagt er.

Die größten Hindernisse beim Ausbau der Windkraft sieht Meyer in den Genehmigungsverfahren in den Landkreisen. „Die dauern zum Teil zu lange oder sind zu kompliziert.“ Die Verfahren würden sich unter Umständen über Jahre hinziehen. Am Ende würden in manchen Fällen Anlagen genehmigt, die schon veraltet seien und es müsse neu geplant werden.

Von den jüngsten Beschlüssen aus Brandenburg, wie die Einführung eines Windkraft-Euro für betroffene Kommunen, hält er wenig. „Brandenburg fällt durch drastische landespolitische Maßnahmen wie das Moratorium oder den Windkraft-Euro beim Ausbau der Windkraft bundesweit weiter zurück.“ Dadurch werde der Ausbau der Windenergie erschwert.

 

 

 

Von Igor Göldner

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