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Brandenburg Frühe Filmemacherinnen im Fokus
Brandenburg Frühe Filmemacherinnen im Fokus
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17:39 19.06.2019
Filmwelt und Experimente in den 1920er Jahren. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa
Berlin

Plötzlich wird das Kino eine große Sache: In den 1920ern führt man den Liebling zum Stummfilm aus und in deutschen Städten entstehen Kinopaläste. Nicht nur Männer machen Filme, auch Frauen mischen hinter der Kamera mit. Das zeigt die Ausstellung „Kino der Moderne – Film in der Weimarer Republik“, die ab diesem Donnerstag in der Deutschen Kinemathek in Berlin zu sehen ist.

Große Aufbruchsstimmung

Nach Einschätzung von Kuratorin Kristina Jaspers sind Arbeiten von Filmemacherinnen öfter in Vergessenheit geraten. Nach dem Ersten Weltkrieg habe es eine große Aufbruchstimmung gegeben. Es seien viele Filme gedreht und Drehbücher benötigt worden. Frauen hätten geschrieben, Kostüme entworfen oder selbst Filme produziert.

Reinigers animierte Scherenschnitte

Zu den bekannteren Namen gehört Lotte Reiniger, die mit Scherenschnitten einen Animationsfilm machte. Das Drehbuch für Fritz Langs Zukunftsfilm „Metropolis“ sei von seiner Frau gekommen, der Autorin Thea von Harbou, sagte Jaspers. Bekannt ist auch Leni Riefenstahl, die später Lieblingsregisseurin der Nationalsozialisten wurde und Propagandafilme drehte.

Anders als am ersten Ausstellungsort Bonn soll auch ein Blick auf Filmemacherinnen geworfen werden, die damals noch eine Seltenheit waren. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Die Ausstellung schaut auf die Filmwelt in der Weimarer Republik (1918–1933). Wer ging ins Kino? Was schauten sich die Leute an? Zu sehen sind Plakatentwürfe für den Horrorfilm „Nosferatu“, ein Leopardenmantel von Filmstar Marlene Dietrich oder alte Passbilder, auf denen Leute posierten wie heute in Berliner Fotoautomaten.

Frauen hinter der Kamera

Die Schau war in anderer Form bereits in Bonn zu sehen. In Berlin gibt es nun einen Extrateil zu Frauen hinter der Kamera. Mit „Weimar weiblich“ werden mehrere Biografien vorgestellt, die man noch nicht unbedingt kennt.

Dazu zählen Filmproduzentin Liddy Hegewald und Drehbuchautorin Luise Heilborn-Körbitz. Sie habe unter anderem Thomas Manns „Buddenbrooks“ in ein Drehbuch übersetzt. „Das muss man sich vorstellen: Ein 1000-seitiger Roman auf 90 Minuten Stummfilm runtergebrochen, mit wenigen Zwischentiteln“, sagte Jaspers von der Kinemathek.

Ein Badeanzug und eine Strandhose von Marlene Dietrich aus dem Jahr 1928 und 1930 sind in der Ausstellung zu bewundern. Quelle: Wolfgang Kumm/dpa

Später seien manche Filmemacherinnen in Vergessenheit geraten. Nach 1933 hätten manche ihre Karrieren nicht fortsetzen können und Dokumente seien verloren gegangen. „Man geht auch davon aus, dass mehr dieser Filme verschollen sind“, sagte Jaspers. Dass Frauen hinter der Kamera so viel ausprobieren konnten, sei dann erst Jahrzehnte später wieder möglich gewesen.

Die Ausstellung ist noch zum 13. Oktober zu sehen. Geöffnet: Mittwoch bis Montag: 10 bis 18 Uhr, Donnerstag: 10 bis 20 Uhr. Das Tagesticket kosten 8, ermäßigt 5 Euro, Schüler 2 Euro.

Von Julia Kilian

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