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Brandenburg Königer war Teil des Systems
Brandenburg Königer war Teil des Systems
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01:17 02.12.2018
Steffen Königer verlässt die AfD. Quelle: Christoph Söder/DPA
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Potsdam

Der AfD-Abgeordnete Steffen Königer verlässt seine Partei, weil sie sich immer weiter nach rechts bewegt hat. Zumindest begründet er so seinen Schritt. Der Austritt kommt überraschend.

Erstaunlich daran ist nicht, dass Königer seine Partei im Streit um die künftige Ausrichtung verlässt. Erstaunlich ist, dass es in der AfD gar keinen echten Richtungsstreit gibt, dass die Parteibasis eine verbale Grenzüberschreitung nach der anderen duldet und diese noch, wie Königer treffend anmerkt, stehend bejubelt.

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Keine anderen Meinungen in der Partei

Es stimmt: Nachdenkliche Stimmen, gemäßigte Positionen scheinen in der Partei derzeit keine Chance zu haben. Warum auch – es läuft doch gut für die AfD, die Wähler scheinen alles zu verzeihen. Was Steffen Königer beschreibt, stimmt zum großen Teil. Das Problem ist nur: Er war Teil dieses Systems.

Er hat daran mitgearbeitet, dass die Grenze des Sagbaren immer weiter nach rechts verschoben wurde. Dass die Provokation zum Prinzip erhoben wurde und nicht die Argumentation. Auch die Alternative Mitte konnte daran nichts ändern.

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Viel war auch von dieser gemäßigten Plattform nicht zu hören. Deswegen ist der Austritt Königers auch keine Schwächung des liberalen Flügels. Die Wahrheit ist: Es gibt diesen Flügel gar nicht mehr.

Von Torsten Gellner