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Brandenburg Trotz Notreparatur: A-10-Brücke bei Rüdersdorf droht die Vollsperrung
Brandenburg Trotz Notreparatur: A-10-Brücke bei Rüdersdorf droht die Vollsperrung
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14:14 30.10.2019
Die Mühlenfließbrücke wurde nach dem Brand notdürftig geflickt. Quelle: Gellner
Rüdersdorf

Auf dem Berliner Ring fordert ein weiteres Nadelöhr die Geduld der Autofahrer heraus. Die Behebung des Brandschadens an der Mühlenfließbrücke in Rüdersdorf (Märkisch-Oderland) wird nach Einschätzung der Autobahnmeisterei mehrere Monate in Anspruch nehmen und weiterhin für ein striktes Tempolimit von 20 km/h sorgen. Das ist allerdings das günstigste Szenario, das der Leiter der Autobahnmeisterei Erkner, Andreas Müller, am Mittwoch bei einem Vor-Ort-Termin für die Autofahrer parat hatte. Denn wenn es hart auf hart kommt, muss die A10 zwischen Erkner und Rüdersdorf für fast ein halbes Jahr vollgesperrt werden.

Damit drohen auch im Osten Staus und Beeinträchtigungen, nachdem schon auf dem nördlichen Berliner Ring und dem südwestlichen Ring zwischen den Autobahndreiecken Michendorf und Potsdam Großbaustellen die Nerven der Verkehrsteilnehmer strapazieren. Anders jedoch als bei diesen langjährigen Ausbauprojekten entscheidet sich das Ausmaß der Baustelle bei Rüdersdorf an der Vernunft der Autofahrer. Kommendes Wochenende muss die A10 im Bereich des Dreiecks Pankow wegen eines Brückenabbruchs erneut vollgesperrt werden – zum letzten Mal in diesem Jahr, wie die Havellandautobahn GmbH verspricht.

Raser provozieren Vollsperrung

„Leider sind einige Verkehrsteilnehmer zu unvernünftig und halten sich nicht an das Tempolimit. Dadurch nehmen die Schäden an der Behelfsüberfahrt zu“, erklärt Autobahnchef Andreas Müller auf der Rüdersdorfer Baustelle. „Wir haben jetzt schon erhebliche Schäden.“ Wenn es so weitergehe, sei die Vollsperrung als Ultima ratio nur noch eine Frage von Wochen.

Rückblick: Bei Sanierungsarbeiten an der Brücke war am 17. Oktober ein Feuer ausgebrochen. Dabei wurden tragende Brückenteile so stark beschädigt, sodass die A10 bis zum darauffolgenden Wochenende voll gesperrt werden musste. Autobahnchef Müller hatte drei Optionen: Erstens: Die Brücke und damit die Autobahn sofort vollsperren und die Schäden am Brückenlager innerhalb von vier bis fünf Monaten reparieren. Zweitens: Die Brücke notdürftig reparieren und damit das Risiko langfristiger und womöglich irreparabler Schäden provozieren. Den Zuschlag erhielt aber Variante drei: Mit einer Übergangskonstruktion den Verkehr vorerst zumindest im Schneckentempo über die Brücke zu schleusen.

Durch eine Spezialfirma aus München wurden also Stahlplatten montiert und so ein Behelfsübergang geschaffen, über den auch schwere Lasten rollen können – immerhin mit einer Achslast von bis zu 12 Tonnen. Dadurch konnte der Verkehr nach nur einem Wochenende Sperrung unter dem strikten Tempolimit von 20 km/h wieder freigegeben werden.

Mit Tempo 112 durch die Baustelle

Doch knapp zwei Wochen nach der Einrichtung dieser Stahlrampe zeigt sich: An das Tempolimit von 20 km/h halten sich vor allem nachts einige Verkehrsteilnehmer nicht. Die Polizei ist zwar mit einem Blitzer vor Ort, doch auch das schreckt die Raser nicht ab, wie Andreas Müller berichtet. „Der Spitzenreiter wurde mit 112 km/h geblitzt. Der schnellste Lkw war mit 75 Sachen unterwegs. Das ist unverantwortlich“, sagt Müller. Denn die Behelfslösung kann unter solchen Rasern nicht mehr lange standhalten. Die Dübel, mit denen die Stahlplatten befestigt sind, lockern sich, die Bohrungen leiern aus. Die Vollsperrung wäre die nötige Folge, so Müller.

Mit diesen Dübeln ist die Behelfsrampe befestigt, doch sie können den Rasern nicht mehr lange standhalten. Quelle: Gellner

Bürgermeisterin Sabine Löser fürchtet einen Verkehrskollaps rund um die östliche Tangente. „Wir haben bei der kurzfristigen Vollsperrung nach dem Brand gesehen, zu welchem Chaos das führen kann“, sagt sie. Schon jetzt fahren viele Autofahrer vor der Brücke ab und umfahren die Engstelle durch die Rüdersdorfer Ortsteile. „Das kann man den Menschen nicht mehr zumuten“, sagt sie.

Einzigartige Konstruktion

Die Behelfsüberfahrt ist nach Angaben der Autobahnmeisterei auf ihre Art deutschlandweit einmalig. Die Platten mit einem Eigengewicht von je drei Tonnen wurden so befestigt, dass sie die Ausdehnungen der Brücke ausgleichen können. Und wenn der Appell der Autobahnmeisterei, das Tempolimit einzuhalten, nun nicht weiter ungehört verhallt, könnte es mit der „kleinen Lösung“ klappen.

Andreas Müller leitet die Autobahnmeisterei. Quelle: Gellner

Derzeit wird der Verkehr für beide Richtungen über die östliche Richtungsfahrbahn geleitet, während die gesperrte westliche Fahrbahn noch zu Ende saniert wird. Diese Arbeiten könnten bis Mitte Dezember abgeschlossen sein. „Dann können wir den gesamten Verkehr über die andere Fahrbahn abwickeln und drüben in Ruhe arbeiten“, erklärt Müller.

Die Behebung des Brandschadens an der Brücke würde, wenn alles klappt, vier bis fünf Monate dauern. Dann wäre die Autobahn wieder komplett frei. „Wenn wir das nicht schaffen, dann bleibt nur noch die Vollsperrung“, sagt der Autobahnchef.

Von Torsten Gellner

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