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Brandenburg BER-Experte: Sachverstand fehlt
Brandenburg BER-Experte: Sachverstand fehlt
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17:41 18.10.2013
Quelle: dpa
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Berlin

Im Aufsichtsrat des künftigen Hauptstadtflughafens fehlen aus Sicht des früheren Mitglieds Engelbert Lütke Daldrup Baufachleute. Die meisten Aufsichtsräte hätten noch nie ein größeres Bauvorhaben begleitet und machten dies anschließend auch nie wieder, kritisierte der Ex-Baustaatssekretär des Bundes am Freitag im Flughafen-Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Der Stadtplaner saß von 2006 bis 2009 in dem Kontrollgremium des Flughafens. Nicht immer seien die relevanten Fragen diskutiert worden, sagte er.

Der Bund habe schon 2008 darauf gedrungen, die Flughafenspitze um einen Finanzgeschäftsführer zu erweitern, sagte Lütke Daldrup. Das Management habe damals vorübergehend den Überblick über die Gesamtkosten verloren. Die Mehrheitseigner Berlin und Brandenburg hätten aber Umstrukturierungen in den Abteilungen bevorzugt.

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Der Berliner Flughafen BER in Schönefeld aus der Luft. Seit 2006 wir der neue Hauptstadtflughafen gebaut. Mitte Juni 2012 sollte dort der Flugbetrieb aufgenommen werden, doch technische und organisatorische Probleme verzögerten die Eröffnung auf (bisher) unbestimmte Zeit hinaus.

Von einst gut 2 Milliarden Euro sind die BER-Kosten inzwischen auf 4,5 Milliarden angewachsen. Am Donnerstag wurde bekannt, dass das Projekt am Ende die 5-Milliarden-Grenze übersteigen wird. Um die Termine und Kosten in den Griff zu bekommen, tritt am kommenden Mittwoch der Aufsichtsrat zusammen – unter dem Eindruck des Streits zwischen Flughafenchef Hartmut Mehdorn und Technik-Geschäftsführer Horst Amann. Wie berichtet, soll Amann angesichts seiner möglichen Abberufung um eine andere Aufgabe gebeten haben. Baustaatssekretär Rainer Bomba (CDU) sagte am Freitag, er erwarte dennoch keine großen Personalentscheidungen. Bomba kündigte jedoch an, dass der Flughafen in nächster Zeit die Verträge einiger hundert externer Planer auslaufen lasse. Ihre Dienste würden nicht mehr benötigt. Eine Befragung Bombas im Untersuchungsausschuss wurde verschoben.

Bereits am Donnerstagabend hatten sich auf Einladung des Bürgervereins Brandenburg-Berlin e.V. (BVBB) Vertreter von 25 Bürgerinitiativen gegen die Flughafenpläne in Blankenfelde (Teltow-Fläming) getroffen. Man habe sich geeinigt, die Protestarbeit auf die Information der Öffentlichkeit in Berlin und Brandenburg zu richten, erklärten die Teilnehmer am Freitag. Initiativen übergreifend wolle man Arbeitsgruppen bilden, um Vorschläge für das weitere Vorgehen zu erarbeiten.

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