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Brandenburg Technische Universität Cottbus-Senftenberg arbeitet an neuem Profil
Brandenburg Technische Universität Cottbus-Senftenberg arbeitet an neuem Profil
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11:47 31.05.2020
Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg. Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp
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Potsdam

Mit einer Neuausrichtung ihrer sechs Fakultäten will sich die Brandenburgische Technische Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg zukunftsfähig machen und wieder mehr Studenten gewinnen. Zum Ende dieses Jahres will die Hochschule, die nach den Plänen der Landesregierung Motor des Strukturwandels in der Lausitz werden soll, den Hochschulentwicklungsplan 2021 bis 2026 vorlegen. „Wir wollen die technischen Studiengänge auffrischen und damit unseren Standort attraktiver machen“, sagte die amtierende Präsidentin, Christiane Hipp, der Deutschen Presse-Agentur.

Zwar landete die Lausitzer Uni im Vergleichsportal Studycheck in diesem Jahr auf Rang sieben der zehn beliebtesten Universitäten Deutschlands. In den vergangenen Jahren musste die BTU jedoch einen starken Rückgang bei der Gesamtzahl der Studenten hinnehmen. Bundesweit beklagen nahezu alle anderen technischen Studiengängen sinkende Teilnehmerzahlen. An der BTU, die 2013 aus der Fusion der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus mit der Hochschule Lausitz entstand, sank die Zahl der Studenten innerhalb der vergangenen sieben Jahre von rund 10 000 auf etwa 7000. Im selben Zeitraum stieg allerdings der Anteil ausländischer Studenten von 1100 auf 2350.

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Die stärkere internationale Ausrichtung der zweitgrößten märkischen Universität ist auch ein wichtiges Anliegen Hipps bei der Hochschulplanung. „Dabei werden wir Fächer, bei denen wir einen sehr starken Zulauf aus dem Ausland haben, wie die Studiengänge über IT-Sicherheit und den Schutz des Welt-Kulturerbes, weiter schärfen.“

Stärkerer Fokus auf Gesundheitswesen

„Ganz stark profilieren“ will sich die BTU nach den Worten Hipps im Bereich Gesundheitswesen. „Die Akademisierung der Pflegeberufe haben wir uns als große Herausforderung vorgenommen.“ Vom Land habe die Hochschule die Aufgabe erhalten, die Hebammenwissenschaften mit den Gesundheitsberufen und deren Akademisierung zu koppeln. Um den Standort Senftenberg zu profilieren, möchte Hipp dort gern die bereits bestehenden neuen Studiengänge wie Materialchemie und Biotechnologie um eine Fachrichtung Pharmazie ergänzen.

„Wenn wir zusätzlich die Medizin nach Cottbus bekommen, haben wir an der BTU ein Gesamtkonzept mit Pharmazie, naturwissenschaftlichen Studiengängen, Biotechnologie und Chemie, was in dieser Form bislang einzigartig ist“, schwärmt Hipp, die an der Universität Karlsruhe Wirtschaftsingenieurwesen studierte und an der Universität Stuttgart promovierte.

Ein weiteres denkbares Zukunftsfeld sei die Medizininformatik, bei der die BTU gern das Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus einbeziehen möchte. „Die Digitalisierung schafft neue Möglichkeiten, die gesundheitliche Versorgung in den ländlichen Regionen zu verbessern.“ Mit einer optimalen Vernetzung könnten diese Gebiete besser an den Datenaustausch zwischen den dezentralen Zentren angebunden werden.

Forschung im Bereich Wasserstoff als Energieträger

Zu den Zukunftsentwürfen der BTU gehört auch ein neuartiger Energie-Studiengang, der Themen wie die Nutzung von Wasserstoff als Energieträger, Erneuerbare Energien, und Klimawandel beinhaltet.

Verstärken will die BTU auch die Ansiedlung der außeruniversitären Forschung. „Damit helfen wir auch neue Arbeitsplätze in der Region zu schaffen und unsere eigene Forschung zu stärken, besonders mit Blick auf die Herausforderungen der Energiewende und des Klimawandels“, sagt die amtierende Uni-Präsidentin, die von 2011 bis 2014 Dekanin der Fakultät für Maschinenbau, Elektrotechnik und Wirtschaftsingenieurwesen an der BTU war.

Mit dem neuen Hochschulentwicklungsplan will die Universität auch ihren 2013 eingeschlagenen Kurs fortsetzen, Doppelangebote und Überschneidungen bei Studienabgängen abzubauen, betont Hipp. „Wir stehen im regionalen und internationalen Wettbewerb; unser Ziel ist es, uns auf dem umkämpften Hochschulmarkt mit einem eigenen Profil neu zu positionieren.“

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Von dpa