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Brandenburg BUND kritisiert Pläne für erleichterten Wolfsabschuss
Brandenburg BUND kritisiert Pläne für erleichterten Wolfsabschuss
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15:41 21.05.2019
Der Wolf ist in der EU streng geschützt. Die Brandenburgische Wolfsverordnung lässt Ausnahmen zum Vertreiben oder zur Tötung zu. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Potsdam

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Brandenburg lehnt Pläne des Bundes für einen erleichterten Abschuss nach Wolfsrissen ab. „Die Änderungsvorschläge gehen zu weit und sind mit dem Schutzstatus des Wolfes nicht vereinbar“, sagte Sprecher Axel Kruschat. Eine solche Regelung sei nicht zielführend. Sie schade nur dem Naturschutz und helfe auch den Weidetierhaltern nicht.

Kruschat nannte als Beispiel einen durch mehrere Bundesländer ziehenden Wolf, der Schaden anrichte, aber nicht erwischt werde. Stattdessen werde wahllos auf ein Rudel geschossen. Damit könnte die Population beeinträchtigt werden, kritisierte er.

Dagegen hatte das Brandenburger Umweltministerium die Pläne des Bundes als „einen Schritt in die richtige Richtung“ begrüßt. Alles, was zum besseren Umgang mit dem Wolf beitrage, sei willkommen, hieß es am Montag. Derzeit wird nach Angaben des Ministeriums allerdings noch geprüft, ob der Vorschlag alle Probleme löse.

Prävention ohne Schaden ist nicht erlaubt

Wie MAZ berichtete, hatte das Bundesumweltministerium einen Referentenentwurf über den erleichterten Wolfsabschuss an Fachverbände geschickt, die Stellung dazu nehmen können. Der Abschuss einzelner Wölfe eines Rudels soll demnach auch dann erlaubt werden können, wenn unklar ist, welcher Wolf genau zugebissen hat. Allerdings müssen Wölfe vor Ort dafür schon Nutztiere gerissen haben. Prävention ohne Schaden ist also nicht erlaubt.

Wenn Wölfe Schafe oder andere Nutztiere reißen, soll es künftig einfacher werden, ihr Rudel durch Abschuss zu verkleinern. Quelle: Christoph Schmidt/dpa

Der Wolf ist in der EU streng geschützt. Die Brandenburgische Wolfsverordnung lässt Ausnahmen zum Vertreiben oder zur Tötung zu, etwa bei Gefahren für die menschliche Gesundheit, bei Rissen von Weidetieren und beim Auffinden schwer verletzter Wölfe.

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Von MAZonline/dpa

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