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Brandenburg Diese Busse fahren trotz des 24-Stunden-Streiks
Brandenburg Diese Busse fahren trotz des 24-Stunden-Streiks
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10:40 01.04.2019
U-Bahnen und Busse stehen am Montag still –aber nicht auf allen Linien. Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka
Berlin

Es ist der bislang härteste Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG): Heute werden keine U-Bahnen und Straßenbahnen in der Hauptstadt fahren, auch die meisten Busse bleiben stehen. Gestreikt werden soll den ganzen Tag. Der einzige Trost für Pendler aus Brandenburg: S-Bahn und Regionalzüge werden wie gewohnt fahren. Doch die könnten richtig voll werden.

Bei der BVG fahren nur die Fähren und Busse auf 30 Linien, wo Subunternehmer vor allem am Stadtrand unterwegs sind. Die S-Bahn will 80 zusätzliche Fahrten auf der S5 anbieten. Fahrgäste müssten aber mit vollen Zügen rechnen, hieß es. Zum Flughafen Tegel setzen die Betreiber von 5.00 Uhr an unregelmäßig sechs Pendelbusse vom S-Bahnhof Jungfernheide ein.

Linien von Subunternehmen fahren

Laut BVG fahren folgende von Subunternehmern betriebene Buslinien: 106, 161, 162, 163, 168, 175, 179, 218, 234, 263, 275, 284, 320, 322, 334, 341, 349, 363, 365, 371, 373, 380, 399. Folgende Linien fahren mit leichten Einschränkungen: 112, 140, 184, 283, 370 und 893. Die Linie 390 ist nur in den frühen Morgenstunden regulär im Einsatz.

Die BVG-Beschäftigten kämpfen um mehr Geld und bessere Arbeitszeiten. Die Tarifverhandlungen waren auch in der jüngsten Runde am Donnerstag ohne Ergebnis geblieben. Die BVG kritisierte, Verdi trage den Konflikt auf dem Rücken der Fahrgäste aus. Das Unternehmen veröffentlichte Zahlen, wonach die Arbeitgeberseite ein Plus von 90 Millionen Euro jährlich angeboten habe. „Rechnerisch bedeutet das für die BVGer, dass sie im Schnitt monatlich rund 450 Euro brutto mehr Gehalt hätten“, heißt es.

Verdi-Verhandler verteidigt Streik

Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arnd wies das am Sonntag zurück: „Leider haben die Arbeitgeber bislang nicht versucht, den Streik mit einem verbesserten Angebot abzuwenden, was durchaus möglich gewesen wäre“, sagte er. „Uns ist klar, dass der Streik vielen BVG-Kunden Unannehmlichkeiten bereiten wird. Wir bitten daher um Verständnis. Aber wir streiken in einer schwierigen Lage für einen fairen Tarifvertrag und ohne Druck werden sich die Arbeitgeber nicht bewegen.“

„Ungenauigkeiten und Gerüchte“

Arndt kritisierte, dass zum Verhandlungsstand „viele Ungenauigkeiten und Gerüchte“ kursierten. So sei die Behauptung, dass bei jedem Beschäftigten 450 Euro im Monat mehr ankomme, falsch.

„Die Arbeitgeberseite hatte das Volumen von rund 90 Millionen Euro einfach gezwölftelt und durch die Anzahl der Beschäftigten geteilt“, so Arndt. Darin enthalten seien aber Sozialversicherungsbeiträge, weshalb das Geld gar nicht voll bei den Beschäftigten ankomme.

Das vorliegende Angebot sehe für einzelne Berufsgruppen deutliche Steigerungen vor, ein großer Teil der Beschäftigten würde jedoch weitaus weniger stark profitieren, so Arndt. Er warf der BVG, mit ihren Angaben „Augenwischerei“ zu betreiben.

14.500 Beschäftigte

Verdi und der Beamtenbund fordern für die rund 14.500 Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und ihrer Tochter Berlin Transport spürbare Verbesserungen. Jedoch stand zuletzt die ursprüngliche Kernforderung nicht mehr im Mittelpunkt, die Arbeitszeit eines Großteils der Mitarbeiter zu verkürzen. Stattdessen scheinen die Gewerkschaft voll auf eine deutlich Entgelterhöhung zu setzen.

Beim ersten Warnstreik Mitte Februar hatte Verdi die BVG acht Stunden lang lahm gelegt, auch danach gab es Einschränkungen. Anfang März legten dann die Busfahrer für einen Tag die Arbeit nieder.

Von Torsten Gellner

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