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Brandenburg Baaske sucht Ausweg aus der Pflegekrise
Brandenburg Baaske sucht Ausweg aus der Pflegekrise
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19:32 07.04.2014
Die Zahl der Pflegekräfte muss sich bis 2030 mehr als verdoppeln. Quelle: dpa
Potsdam

Brandenburgs Sozialminister Günter Baaske (SPD) bläst zur Pflege-Offensive: Um den drohenden Pflegenotstand in Brandenburg zu verhindern, müssen das Land und weitere Beteiligte jetzt handeln. Das sagte Baaske am Montag bei der Vorstellung einer 380-Seiten starken Studie, in der die Universität Halle-Wittenberg Empfehlungen für die künftige Pflegestrategie des Landes erarbeitet hat.

Die Vermeidung von Pflegebedürftigkeit, eine bessere Unterstützung pflegender Angehöriger, eine Stärkung der Kommunen für die Pflege im Quartier sowie die Fachkräftesicherung stünden bei dem Maßnahmenpaket im Vordergrund, so der Minister. Um die Kommunen als Hauptakteure bei der Umsetzung dieser Maßnahmen zu unterstützen, müsse das Land pro Jahr etwa sieben bis acht Millionen Euro zusätzlich aufwenden.

Die Studie zeichnet ein dramatisches Szenario für das Jahr 2030: Aufgrund der demographischen Entwicklung steigt die Zahl der Pflegebedürftigen von aktuell 96000 um 70 Prozent auf 162000. „Das sind 7,3 Prozent der Brandenburger“, so Baaske. Der Personalbedarf klettere von 28900 auf etwa 54000. Zugleich sinke aber die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter um 30 Prozent auf 1180000. Land und Kommunen müssten laut Prognosen 200 Millionen Euro mehr Sozialhilfe als bislang an pflegebedürftige Menschen mit zu niedrigen Einkommen zahlen. „Die Pflegestudie zeigt ganz eindeutig: Ein ,Weiter so’ geht nicht“, sagte Baaske. Notwendig sei ein „pflegepolitischer Aufbruch“.

Dieser soll maßgeblich von den Kommunen gestaltet werden, wie Johann Behrens, Professor von der Uni Halle-Wittenberg und Mitverfasser der Studie, betonte. „Der Bürgermeister ist verantwortlich für die Koordination der Pflege im Quartier.“ So könne man beispielsweise vor Ort ambulante Pflegedienste steuern, um Doppelstrukturen zu vermeiden sowie barrierefreie Wohnformen fördern.

Karl-Ludwig Böttcher, Geschäftsführer des Brandenburger Städte- und Gemeindebundes, findet ein Mehr an Verantwortung „im Prinzip richtig. Die Menschen werden ja in der Kommune alt“. Er bezweifelt aber, dass acht Millionen Euro jährlich hierfür reichen. Zudem müsse man gesetzliche Hürden bei der baulichen Ausstattung von Alten-WGs und Pflegeheimen, so etwa die Pflicht zu einer Brandschutzanlage, niedrig halten – eine Forderung, die Baaske unterstützt.

Um Fachkräfte zu gewinnen, brauche es unter anderem einen allgemeinverbindlichen Tarifvertrag für die gesamte Branche, so der Minister weiter. „Die aktuellen Gespräche hierzu verlaufen in Brandenburg konstruktiv, aber nicht immer einfach.“ Zudem müssten mehr Vollzeitstellen in der Pflege geschaffen werden. Dies scheitere oft an komplizierten Dienstplänen. Hierbei könne ein Erfahrungsaustausch zwischen verschiedenen Akteuren helfen. Ellen Fährmann, Landesgruppenleiterin beim Bundesverband privater sozialer Anbieter, machte unter anderem die Kita-Öffnungszeiten für das Problem verantwortlich.

Astrit Rabinowitsch, Pflegeexpertin der Linken im Landtag, mahnte eine zügige Umsetzung an. „Das darf nicht auf dem Papier bleiben. Es ist fünf nach zwölf.“

Von Angelika Pentsi

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