Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Bauboom nur in Potsdam und im Berliner Speckgürtel
Brandenburg Bauboom nur in Potsdam und im Berliner Speckgürtel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 19.05.2019
Baustelle für Eigentumswohnungen Quelle: dpa
Potsdam

In Brandenburg sind im vergangenen Jahr 11.571 Wohnungen fertiggestellt worden – das sind 6,0 Prozent mehr als noch 2017 und der höchste Stand seit 15 Jahren. Dieses Zahlen teilte das Landesamt für Statistik am Donnerstag mit. Darunter sind 10.375 Neubauwohnungen, 12,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der neuen Wohnungen in Ein- und Zweifamilienhäusern überwiegt dabei leicht (5811) gegenüber denen in Mehrfamilienhäusern (4477). Knapp 1200 neue Wohnungen entstanden zudem durch Baumaßnahmen an bestehenden Häusern, etwa durch den Ausbau eines Dachgeschosses. Das sind 29,0 Prozent weniger als noch 2017.

Beim Blick auf die einzelnen Landkreise und kreisfreien Städte zeigen sich große regionale Unterschiede. Die wenigsten neuen Wohnungen wurden 2018 im Kreis Prignitz fertiggestellt (82, nach 130 im Vorjahr). Spitzenreiter mit großem Abstand ist die Landeshauptstadt. In Potsdam wurden 2116 Wohnungen fertiggestellt, das waren knapp 35 Prozent mehr als noch 2017).

Boom-Bezirk Treptow-Köpenick

In Berlin wurden 2018 insgesamt 16.706 Wohnungen fertiggestellt – 6,6 Prozent mehr als im Jahr zuvor. 4600 (27,5 Prozent) davon sind Eigentumswohnungen. Neu gebaut wurden 14.463 Wohnungen, durch Baumaßnahmen an bestehenden Gebäuden wurden 2243 weitere Wohnungen fertiggestellt.

Die meisten Wohnungen wurden 2018 in den Bezirken Treptow-Köpenick, Mitte und Pankow fertiggestellt. In Treptow-Köpenick (2545 neue Wohnungen) war der Anstieg gegenüber 2017 besonders auffällig (plus 20 Prozent). Besonders wenig neue Wohnungen entstanden in Reinickendorf, Steglitz/Zehlendorf und Tempelhof/Schöneberg.

Einen Bauboom gab es laut Statistikamt auch im nördlichen und südlichen Berliner Speckgürtel in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark (1285 Wohnungen, plus 17 Prozent) und Barnim (plus 13 Prozent). Fast keine Veränderung gegenüber 2017 gab es in den Kreisen Oberhavel und Märkisch-Oderland. Besonders deutlich fiel der Rückgang gegenüber 2017 in Teltow-Fläming aus (820 neue Wohnungen, minus 45 Prozent). Auch in Frankfurt/Oder gab es 2018 eine bedenkliche Flaute am Bau: Lediglich 130 Wohnungen wurden bezugsfertig, minus 60 Prozent.

Lars Eichert, der Landesvorsitzende von Haus und Grund, sagt, eine Marktsättigung in Brandenburgs Wachstumsregionen sehe er nicht, die Leerstandsquoten seien relativ gering. Allerdings könnte sich der Bauboom mittelfristig etwas abflachen, weil vielerorts Bauland knapp ist. Der Verband Berlin-Brandenburger Wohnungsunternehmen (BBU) lobte die Entwicklung in der Landeshauptstadt. „Potsdam hat beim Wohnungsbau frühzeitig die Weichen gestellt, fünf Jahre früher als Berlin, und bewältigt das Wachstum gut“, sagte BBU-Sprecher David Eberhart.

In Berlin wurden im vergangenen Jahr 16.700 Wohnung fertiggestellt, 6,6 Prozent mehr als 2017. Dieser Zuwachs sei erfreulich, so Eberhart, um den Bedarf zu decken, müssten aber jährlich 20.000 neue Wohnungen auf den Markt kommen. Besonders intensiv neu gebaut wurde 2018 in den Bezirken Treptow-Köpenick und Mitte.

WBS für mehr Brandenburger

Unterdessen hat der Landtag ein neues Gesetz über die soziale Wohnraumförderung beschlossen. Wichtigster Punkt sind höhere Einkommensgrenzen für Wohnberechtigungsscheine (WBS), sobald das Gesetz im Sommer in Kraft tritt. Dadurch wird sich die Zahl der Brandenburger, die Anspruch auf eine Sozialwohnung haben, deutlich erhöhen. Das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung geht davon aus, dass künftig etwa jeder zweite Mieterhaushalt im Lande Anrecht auf einen WBS hat, aktuell ist es jeder dritte.

Bei einem Ein-Personen-Haushalt liegt die Grenze künftig bei 15.600 Euro im Jahr (aktuell 12.000), bei einem Zwei-Personen-Haushalt sind es 22.000 statt derzeit 18.000 Euro. Der Kinderzuschlag wird vervierfacht, von 500 auf 2000 Euro. Alle vier Jahre werden die Einkommensgrenzen künftig an die Lohnentwicklung angepasst.

Von Thorsten Keller

Schloss Sanssouci lassen sich Willem-Alexander und Máxima nicht entgehen – wer den Monarchen und seine Frau treffen will, hat aber noch eine exklusivere Option.

19.05.2019

Mädchen, junge Frauen und die ältere Generation: In der Niederlausitz tragen viele Sorbinnen traditionell Tracht – und setzen damit ein Statement. Das An- und Ausziehen ist aber nicht ganz einfach.

16.05.2019

Die Eisheiligen haben uns Mitte Mai noch mal kühlere Temperaturen in Brandenburg beschert. Das soll sich zum Wochenende nun ändern. Kommt und bleibt der Frühling nun endgültig?

16.05.2019