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Brandenburg Bauministerin fordert: Innenstädte stärken, in Randlagen abreißen
Brandenburg Bauministerin fordert: Innenstädte stärken, in Randlagen abreißen
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00:32 29.06.2019
Verkehrs- und Bauministerin Kathrin Schneider Quelle: Christoph Soeder/dpa
Potsdam

 Brandenburgs Bau- und Verkehrsministerin Kathrin Schneider (SPD) fordert, dass sich die Wohnungsbaupolitik künftig stärker auf die Innenstädte konzentrieren soll. Dort müssten Flächen genutzt und leerstehende Gebäude zu „nachfragegerechten Wohnungen“ umgebaut werden, sagte sie bei der Präsentation einer neuen Studie zum Wohnungsmarkt. Im Gegenzug sollten Wohnungbaugesellschaften in Städten wie Eberswalde, Schwedt, Frankfurt (Oder) in den Randlagen auch über Rückbau nachdenken – also zum Beispiel unsanierte Plattenbausiedlungen mit hohem Leerstand abreißen.

Bei Umfragen für den „Wohnungspolitischen Kompass 2019“ unter Wohnungssuchenden in Brandenburg kam heraus, dass die meisten Menschen „im Grünen“ wohnen wollen, ohne aber auf die Annehmlichkeiten der Stadt und eine gute Bahnanbindung zu verzichten. Dieser „Nachfrage nach Urbanität“ müsse der Wohnungsbau Rechnung tragen, so Schneider weiter. „Ein zukunftsfähiger Wohnungsmarkt benötigt zielgruppenspezifische Angebote.“ Ausdrücklich nannte sie barrierefreie Wohnungen, weil die Zahl der Rentner-Haushalte in den kommenden Jahren stark steigen wird.

Angespannte Lage im Speckgürtel

Die aktuellen Zahlen zum Wohnungsmarkt zeigten, dass die Versorgung mit bezahlbarem Wohnraum in weiten Teilen Brandenburgs gut sei, erklärte die Ministerin. In vielen Kommunen liegen die Bestandsmieten zwischen 4,40 und 6 Euro/Quadratmeter – und damit etwa auf dem Niveau des sozialen Wohnungsbaus.

Das gilt allerdings ausdrücklich nicht für den angespannten Markt im Berliner Umland. Dort sind die Angebotsmieten (die Summe, die Vermieter nach einem Mieterwechsel verlangen) in den vergangenen Jahren im Schnitt um 4,6 Prozent pro Jahr gestiegen und liegen inzwischen um 9 Euro/Quadratmeter. Deutlich günstiger sind die Städte der Zweiten Reihe (höchstens eine Zugstunde von Berlin entfernt) mit einem Durchschnittspreis von 6 Euro und einem vergleichsweise moderaten Preisanstieg (3,4 Prozent pro Jahr). Wer sich noch weiter in die Brandenburger Peripherie begibt, findet eine Wohnung im Schnitt schon zu einem Quadratmeterpreise von 5,50 Euro.

Trend geht zum Geschosswohnungsbau

Seit dem vorigen „Wohnungspolitischen Kompass“ (2015) hat es bei den Neubauten und Baugenehmigungen eine Trendwende gegeben. Inzwischen werden deutlich mehr Mehrfamilienhäuser gebaut – vor einigen Jahren spielten sie auf dem Brandenburger Markt eine untergeordnete Rolle. Die Ministerin begrüßt diese Entwicklung ausdrücklich: „Die Wohnungsknappheit werden wir nicht mit Ein- und Zweifamilienhäusern lösen. Wir brauchen verstärkt Geschosswohnungsbau.“

Studienautor Roland Fröhlich von der Brandenburgischen Beratungsgesellschaft für Stadterneuerung und Modernisierung (BBSM) erwartet für die Zukunft „nahezu flächendeckend“ einen Rückgang von Familienhaushalten. Aufgrund der demografischen Entwicklung Altersstruktur sei absehbar, „dass die Anzahl junger Familien mit dem Wunsch nach Eigentumsbildung abnehmen wird“. Schon 2017 waren laut Mikrozensus Einpersonenhaushalte die häufigste Wohnform in Brandenburg. Die Zahl der Wohnungen stieg in Brandenburg zwischen 2011 und 2017 um 83.000 auf inzwischen 1,32 Millionen gestiegen. Etwa 40 Prozent der Menschen in Brandenburg lebt in den eigenen vier Wänden, 60 Prozent wohnen zur Miete.

Von Thorsten Keller

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