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Brandenburg Beinahe Apfelkönig – eine Posse vor Gericht
Brandenburg Beinahe Apfelkönig – eine Posse vor Gericht
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16:41 21.03.2018
Gubens amtierende Apfelkönigin Antonia Lieske und Marko Steidel, der die Krone gern gehabt hätte. Quelle: dpa
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Guben

Ein Beinahe-Apfelkönig aus einer Kleinstadt in Brandenburg ist vor Gericht gezogen, weil er die amtierende Apfelkönigin vom Thron stoßen will. Was Marko Steidel antreibt? Er will selbst Apfelkönig von Guben sein. Sein Vorwurf? Die Wahl sei manipuliert gewesen. Am Dienstag standen sich der gescheiterte Bewerber und seine Kontrahentin Antonia Lieske im Amtsgericht Guben (Spree-Neiße) direkt gegenüber. Sogar der Bürgermeister der Kleinstadt, Fred Mahro (CDU), kam zum Prozessauftakt: „Dass sich die Justiz mit dieser Posse beschäftigen muss.“

Eine Frau war beim „Appelfest“ im September 2016 mit dabei, als die Apfelkönigin vom Festpublikum gewählt wurde: „Er ist ein schlechter Verlierer“, sagt sie über Steidel. Ihr Sitznachbar sagt: „Gekränkter Stolz“. Erstmals hatte der örtliche Tourismusverein im vergangenen Jahr männliche Bewerber für das Ehrenamt zugelassen. Lieske und Steidel waren die einzigen Kandidaten. Seit 1995 wird die Krone vergeben. Lieske ist Hoheit Nummer 22.

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Die zwei Streitparteien am Dienstag vor Gericht. Quelle: dpa

Nur wenige Minuten dauert der erste Verhandlungstag. Der Richter fragt Steidel: „Was wollen Sie jetzt genau beantragen?“ Dann legt der 42 Jahre alte Hobbytrödler seine Sicht der Dinge dar. „Da wurden Stimmen manipuliert.“ Räumt aber ein, dass das eine „Vermutung“ sei. Der Richter fragt: „Tragbare Anhaltspunkte?“ Es bleibt still im Saal. Steidel moniert zudem mit seiner Klage gegen den Tourismusverein und Antonia Lieske, dass die Apfelkönigin keinen Führerschein besitze und dies verschwiegen habe. „Zu diesem Amt gehört der Führerschein, so sehe ich das“, sagt Steidel. Der Anwalt des Tourismusvereins entgegnet, dass das keine Bedingung gewesen sei. Irgendwann geraten die Parteien im Verhandlungssaal in Streit – bis der Richter kurz sagt: „Ok.“ Dann setzt er einen Verkündungstermin mit einer gerichtlichen Entscheidung für den 7. September an.

Es ist nicht die einzige Klage, die Steidel einreichte. Er will vom Tourismusverein unter anderem Schadenersatz – insgesamt 25.000 Euro. Der Streit wird Guben noch etwas beschäftigen.

Von Anna Ringle, dpa