Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg Bericht: Tesla zahlt 41 Millionen Euro für Grundstück in Grünheide
Brandenburg Bericht: Tesla zahlt 41 Millionen Euro für Grundstück in Grünheide
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
16:53 08.01.2020
Elon Musk präsentierte am Dienstag in China das neue Model 3 seines Unternehmens. Quelle: CHINATOPIX/AP/dpa
Anzeige
Potsdam

300 Hektar in bester Speckgürtellage mit Anschluss an den Berliner Ring: Das Grundstück, auf dem der US-Autobauer Tesla in Rekordtempo eine riesige Autofabrik (Gigafactory) bauen will, wird auf gut 40 Millionen Euro taxiert. Das geht nach Informationen der MAZ aus einer Vorlage für den Haushaltsausschuss des Brandenburger Landtags hervor, wo der Grundstücksverkauf am Donnerstag in einer nicht öffentlichen Sitzung behandelt werden soll. Zuvor hatte die „Bild“-Zeitung über den Grundstückswert berichtet.

Pro Quadratmeter wäre das ein Kaufpreis von 13,52 Euro. Ein Schnäppchen auf den ersten Blick. Denn im benachbarten Güterverkehrszentrum Freienbrink liegt der Bodenrichtwert bei 40 Euro pro Quadratmeter. Im Güterverkehrszentrum Großbeeren liegt der Wert bei 80 Euro, im Europark Dreilinden sogar bei 310 Euro pro Quadratmeter.

Wird das Areal verschleudert?

Wird das Areal an Tesla also zum Discount-Preis verscheuert? So einfach ist es nicht. Denn noch ist das Gelände überwiegend ein mit Kampfmitteln belasteter Kiefernwald und kein Premium-Gewerbegebiet mit Straßen, Kanälen und Glasfaseranschlüssen.

Außerdem hat sich das Gelände bislang als Ladenhüter herausgestellt. Es war vor 20 Jahren für eine Ansiedlung des Autobauers BMW vorbereitet worden. BMW hatte sich dann aber dafür entschieden, sein Werk in Leipzig zu bauen.

Das überwiegend mit Bäumen bestandene Grundstück befindet sich derzeit noch im Landeseigentum. Zuständig ist der Landesbetrieb Forst. Und von dem stammen auch die fraglichen 40 Millionen Euro. Der Landesbetrieb muss all seine Liegenschaften regelmäßig bewerten. Die Schätzung für das künftige Tesla-Areal stammt vom vergangenen Herbst. Im jetzigen Zustand gilt es als „Rohbauland Gewerbe Berliner Umland“.

Abstimmung hinter verschlossenen Türen

Am Donnerstag wird der Landtags-Haushaltsausschuss in Brandenburg über den Grundstücksverkauf im Grünheide (Oder-Spree) Dass die Abstimmung hinter verschlossenen Türen stattfindet, ist bei Verkäufen üblich. Auch in Gemeindesitzungen werden solche Geschäfte im nicht-öffentlichen Teil behandelt.

Obwohl der Vertrag noch nicht unterschrieben wurde, können die Abgeordneten dem Projekt bereits zustimmen. Die Linke im Landtag sieht das Verfahren kritisch – und noch zu viele Fragen offen. Die Vorlage, die die Abgeordneten im Vorfeld der Sitzung erhielten, sei nicht nachvollziehbar, sagte der Finanzexperte der Fraktion, Ronny Kretschmer. Denn der genaue Kaufpreis stehe ja noch gar nicht fest, so Kretschmer.

Handelt das Land zu voreilig?

Auch andere vertragliche Nebenabsprachen, etwa zu einer möglichen Weiterveräußerung, seien nebulös und müssten geklärt werden, um Nachteile für den Landeshaushalt auszuschließen, sagte er.

„Es ist unverständlich, warum der Ausschuss nicht im Februar im Rahmen der nächsten regulären Sitzung über den Grundstücksverkauf beraten kann – bis dahin kann die Landesregierung ihre Hausaufgaben machen und ein anerkanntes Verkehrswertgutachten vorlegen, aus dem sich ein endgültiger Verkaufspreis nachvollziehen lässt“, sagte Kretschmer.

Tesla will nach bisherigen Plänen ab Juli 2021 in Grünheide im Kreis Oder-Spree Elektroautos bauen. Geplant sind bis zu 500.000 Fahrzeuge im Jahr der Typen Model 3 und Y sowie künftiger Modelle. Laut Antragsunterlagen sollen täglich sechs Züge und 450 Lkw das Werk anfahren.

Das Gelände, das Tesla kaufen will, umfasst 304 Hektar. In der ersten Baustufe ist zunächst geplant, nur 152 Hektar zu nutzen.

Lesen Sie auch:

Tesla und Co: Ist Brandenburg das neue Paradies für Unternehmen?

Details zur Gigafabrik: Tesla will jährlich bis zu 500.000 Autos bauen

Von MAZOnline

Fast ein Jahr nach dem Bericht der Kohlekommission lässt der Entwurf der Bundesregierung über das Gesetz zum Kohleausstieg auf sich warten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) fordert nun die zügige Umsetzung.

08.01.2020

In Werder wünschen sich die Bürger ein Baumblütenfest, das in Höfen und Gärten der Blütenstadt gefeiert wird. Das zeigt die Umfrage zur Fortsetzung des Traditionsfestes – mehr als 5000 Teilnehmer.

08.01.2020

Radeberger, Krombacher und vielleicht auch Veltins. In diesem Jahr müssen Biertrinker für Frischgezapftes mehr auf den Kneipentresen legen. Die Gründe dafür betreffen auch Brandenburger Brauereien.

07.01.2020