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Brandenburg Berlins Grüne wachsen stark - Mitgliederrückgang bei SPD und Linke
Brandenburg Berlins Grüne wachsen stark - Mitgliederrückgang bei SPD und Linke
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12:17 11.01.2020
Mehr Politisierung und Polarisierung: Die gesellschaftlichen Trends in Deutschland wirken sich unterschiedlich auf die Mitgliederzahlen der Berliner Parteien aus. Dabei wird eine Sache besonders deutlich. Quelle: Christoph Soeder/dpa
Berlin

Der Aufschwung der Grünen in den Umfragen im Zuge der Klimadebatte schlägt sich in Berlin auch bei der Mitgliederzahl nieder. Der Zuwachs um 29 Prozent war mit weitem Abstand der stärkste unter den Parteien im abgelaufenen Jahr, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Auch CDU, FDP und AfD konnten demnach zulegen, während die Linke ebenso verlor wie die SPD, bei der es in den vergangenen Jahren noch stetig nach oben gegangen war.

Mitgliederstärkste Partei bleiben die Sozialdemokraten, die Ende des Jahres 19 713 Anhänger zählte, 383 weniger als zwölf Monate zuvor. Damit rutschte die SPD wieder unter die 20 000er-Marke, nachdem sie vor zwei Jahren, als das Mitgliedervotum über die Große Koalition anstand, nach einem regelrechten Ansturm von Neumitgliedern noch bei 21 500 gelegen hatte. „Einer positiven Mitgliederentwicklung aufgrund einer überzeugenden Politik steht leider auch die demografische Entwicklung gegenüber“, sagte Pressesprecherin Claudia Kintscher.

Menschen nehmen Klimaschutz ernst

Die Berliner Grünen haben jetzt 9139 Mitglieder und damit 2071 mehr als vor Jahresfrist. Sie verdrängten damit die Linke von Platz drei im Mitgliederranking. „Immer mehr Menschen nehmen wahr, dass wir die drängenden Fragen unserer Zeit nicht mehr aufschieben können und unser Klima endlich wirksam schützen müssen“, sagte Parteisprecherin Hannah König.

Zweistärkste Partei im Hinblick auf die Mitgliederzahl vor den Grünen bleibt die CDU, deren Parteibuch Ende November 2019 genau 12 210 Berliner in der Tasche hatten. Das waren 24 mehr als ein Jahr zuvor. Insgesamt sei die Mitgliederzahl seit 15 Jahren stabil, erläuterte der Pressesprecher des CDU-Landesverbandes, Ralf Jaksch.

Neue Mitglieder gegen „gesellschaftlichen Rechtsdruck“

Die Linke musste dagegen etwas Federn lassen: 7643 Mitglieder zum Jahresende 2019 bedeuten ein Minus von 218 im Vergleich zum Vorjahresstichtag. Der Zulauf neuer Mitglieder, die etwas gegen den „gesellschaftlichen Rechtsruck“ tun oder sich in der „wohnungspolitischen Auseinandersetzung engagieren“ wollten, sei konstant, sagte Parteisprecherin Diana Buhe. Allerdings konnte das die Zahl der Austritte und verstorbenen Mitglieder nicht aufwiegen.

Die Berliner FDP legte bei den Mitgliedern um 153 auf 3498 im Dezember zu. Als Gründe für die Entwicklung nannte Parteisprecher Peter Kastschajew eine allgemeine Polarisierung und verstärkte Aktivitäten der Liberalen, online neue Anhänger zu gewinnen.

Junge Menschen mischen sich ein

Die AfD freut sich über einen Mitgliederzuwachs um 66 auf 1570, wobei sich der Trend im Vergleich zu den Vorjahren etwas verlangsamt hat. Zu den Gründen zählten Unzufriedenheit über neue Belastungen durch die Klimapolitik wie Dieselfahrverbote und CO2-Steuer oder Sorgen über die Zuwanderungspolitik, sagte Parteisprecher Ronald Gläser.

Die meisten Parteien berichten und werten positiv, dass ein großer Teil der Neumitglieder jung sei. Bei der Linken sind 72 Prozent der Neuen unter 35 Jahren, bei der SPD 53 Prozent und auch bei den Grünen mehr als die Hälfte. „Das zeigt, dass junge Menschen sich wieder in politische Prozesse einmischen und mitgestalten wollen“, sagte Linke- Sprecherin Buhe dazu. Anders bei der AfD: „Die wichtigste Gruppe sind Männer mittleren Alters - Leute, die mitten im Leben stehen und sagen, dass es so nicht weitergeht“, schilderte Sprecher Gläser.

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