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Brandenburg Trotz Verbesserungen: Brandenburg fehlen 8200 Erzieher in den Kitas
Brandenburg Trotz Verbesserungen: Brandenburg fehlen 8200 Erzieher in den Kitas
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13:15 26.09.2019
Besser, aber nicht gut: In Brandenburgs Kitas fehlen noch immer zahlreiche Erzieher. Quelle: Skolimowska/dpa (Symbolfoto)
Potsdam

Die Personalsituation und die Qualität in den Brandenburger Kitas hat sich in den vergangenen zehn Jahren deutlich verbessert. Allerdings ist die Personalausstattung immer noch nicht kindgerecht. Das geht aus dem „Ländermonitor Frühkindliche Bildung“ der Bertelsmann-Stiftung hervor, der am Donnerstag veröffentlicht wird.

Zwischen 2008 und 2018 stieg die Zahl des pädagogischen Personals an märkischen Kitas von 13.351 auf 16.601 (plus 24,4 Prozent). Zugleich stieg aber auch die Zahl der betreuten Kinder in den Einrichtungen von 84.698 auf 105.091 (plus 24 Prozent).

Starke Verbesserung – aber noch nicht gut genug

Bezogen auf den Personalschlüssel bedeutet das laut Kita-Monitor: Am 1. März 2018 war eine vollzeitbeschäftigte pädagogische Fachkraft in Krippengruppen rechnerisch für 5,6 Kinder zuständig. 2013 lag der Schlüssel noch bei eins zu 6,5. Das sei ein deutlicher Qualitätssprung, schreiben die Autoren der Studie. Im Kindergartenbereich kamen 2013 auf einen Erzieher 11,5 Kinder, vergangenes Jahr waren es noch 10,5.

Das Bildungsministerium verwies darauf, dass sich Brandenburg damit bundesweit mit am stärksten verbessert habe. Außerdem liege das Land bei der Quote der zu betreuenden Kinder weiterhin an der Spitze.

Auch die Autoren der Studie zollen Brandenburg wegen der erreichten Qualitätsverbesserung Respekt. So stark wie hier habe sich die Personalsituation bundesweit nur noch in Sachsen-Anhalt verbessert, hieß es. Für eine kindgerechte Betreuung sei jedoch ein Schlüssel von eins zu drei im Krippenbereich und von eins zu 7,5 im Kindergartenbereich nötig.

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„Die Personalsituation verbessert sich in Brandenburg langsam aber stetig, doch noch ist sie nicht kindgerecht“, sagte die Bildungsexpertin der Stiftung, Kathrin Bock-Famulla. „Langfristig helfen angemessene Personalschlüssel nicht nur dabei, Bildungschancen zu verbessern, sondern auch mehr Menschen für die Arbeit im herausfordernden Kita-Alltag zu begeistern.“

Attraktivere Ausbildung gefordert

Mindestens 8200 zusätzliche Fachkräfte seien notwendig, um eine diesem Anspruch gerecht zu werden. „Der Fachkräftebedarf wird weiter steigen: Für mehr Plätze, eine gute Kitaqualität und den Ausbau der Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder brauchen wir mehr Erzieherinnen und Erzieher“, sagte Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann-Stiftung. „Diese können wir nur gewinnen und halten, wenn die Arbeitsbedingungen gut und attraktiv sind. Kindgerechte Personalschlüssel sind dafür eine wichtige Stellschraube.“

Die Bundesländer müssten sich auf bessere und einheitliche Ausbildungsbedingungen verständigen. Nötig sei beispielsweise eine kostenfreie Ausbildung und eine faire Vergütung. Angehende Erzieher erhalten derzeit keine Vergütung, sondern müssen noch Schulgeld zahlen.

Bedingungen in der Uckermark besser als in Brandenburg/Havel

Landesweit gibt es der Studie zufolge ein Qualitätsgefälle. In Brandenburg/Havel müsse eine Fachkraft rein rechnerisch fast vier Kinder mehr betreuen als in der Uckermark und Ostprignitz-Ruppin. In anderen Bundesländern sei das Gefälle geringer. „Das Land Brandenburg muss seine Verpflichtung anerkennen und den Unterschieden innerhalb unseres Bundeslandes entgegenwirken“, sagte Anne Baaske, Chefin des AWO-Landesverbands. Um die Qualität in den Kitas zu verbessern, müssten Leitungskräfte freigestellt werden und die tatsächlichen Betreuungszeiten auskömmlich finanziert werden.

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Von Torsten Gellner

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