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Brandenburg Bewerbungsgespräch per Video – so läuft’s
Brandenburg

Bewerbungsgespräch per Video – so läuft’s

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16:14 23.02.2021
Vor einem Online-Gespräch braucht niemand große Angst zu haben. Mit guter Vorbereitung läuft es.
Vor einem Online-Gespräch braucht niemand große Angst zu haben. Mit guter Vorbereitung läuft es. Quelle: Friends Stock - stock.adobe.com
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Potsdam

Online-Bewerbungsgespräche werden immer beliebter. Nicht erst seit die Corona-Pandemie Kontaktbeschränkungen fordert, setzt zum Beispiel die Ratioform Verpackungen GmbH auf diese Form des Jobinterviews. „Wir haben ein Jahr vor dem Corona-Ausbruch Microsoft-Teams bekommen und sind dann ziemlich schnell dazu übergegangen, das Erstgespräch mit Bewerbern online zu führen“, bestätigt Silvia Wittig, verantwortlich für die Auszubildenden. Auch Larissa Knuth, Koordinatorin im Projekt Schule-Wirtschaft bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, beobachtet, dass Bewerbern um einen Ausbildungsplatz zunehmend diese Art der Präsentation angeboten wird. „Für viele angehende Azubis ist das erst einmal eine Hürde, aber wer einige Dinge beachtet, kann beim virtuellen Vorstellungsgespräch ebenso überzeugen wie beim persönlichen Treffen“, ist sie sicher. Zwei Vorteile liegen bereits auf der Hand: Die lästige Anfahrt zum Unternehmen verbunden mit der Suche nach dem richtigen Büro entfallen schon einmal. Stattdessen befindest Du Dich in vertrauter Umgebung. Folgende Punkte gilt es dann zu beachten:

Die technische Vorbereitung

Ob Zoom, Teams, Skype, Google Hangout oder Go to Meeting: Anbieter für Videokonferenzen gibt es viele. Je nachdem mit welchem das Ausbildungsunternehmen zusammenarbeitet, sollten Installation und Test der Video-Konferenz-Tools möglichst frühzeitig erfolgen, um sich vor bösen Überraschungen zu schützen. Wird das Anlegen eines Profils nötig, ist darauf zu achten, es seriös zu gestalten; also besser keine Nicknamen und verrückte Profilbilder verwenden. Funktionieren Kamera und Mikrofon? Ist meine Internetverbindung stabil? „Auch die Ausleuchtung sollte stimmen. Ist mein Gesicht gut zu sehen? Der Kopf und ein Teil vom Oberkörper sollten zu sehen sein. Beim gesamten Oberkörper könnte die Entfernung zum Mikrofon zu groß werden beziehungsweise auch das Gesicht zu klein für das Gegenüber werden“, empfiehlt Larissa Knuth. Sie rät, das komplette Gespräch mit Freunden oder den Eltern zu proben. So könne man sicher sein, dass wirklich alles funktioniert und zudem auch die eigene Körpersprache überprüfen. Statt versteinert vor dem Laptop zu sitzen, lieber dem Gesprächspartner in die Augen schauen und auf Mimik und Gestik achten. „Wenn sich jemand während des Gesprächs einige Notizen machen möchte, finde ich das völlig in Ordnung“, ergänzt Personalerin Silvia Wittig, deren Unternehmen über die IHK-Lehrstellenbörse Ausbildungsplätze zum /zur Kaufmann/-frau für Dialogmarketing anbietet. Nicht vergessen: Die Telefonnummer der Ausbildungsfirma bereitlegen – sollte die Technik trotz aller Vorbereitung versagen, kann so angerufen werden, um die Situation zu erklären.

Der Rahmen

Was mit Freunden lustig ist, wirkt im Online-Bewerbungsgespräch unprofessionell: als Hintergrund einen Palmenstrand oder einen anderes Bild wählen. „Das kann künstlich wirken, da die eigenen Konturen sehr ausgeschnitten aussehen können und Gesten oft im Hintergrund ,verschwinden’. Im Bewerbungsgespräch geht es um Authentizität“, sagt Larissa Knuth, „sich in sein eigenes Zimmer zu setzen, ist eine gute Idee.“ Ein ungemachtes Bett oder ein unaufgeräumter Hintergrund sind für Personalerin Silvia Wittig jedoch No-Gos. Den Hintergrund weich zu zeichnen, sei für sie ebenfalls eine Option, um eine seriösen Rahmen zu schaffen. Noch wichtiger ist Ungestörtheit. Laufen im Hintergrund Mitbewohner durchs Bild oder ist noch eine andere Person mit im Raum, sei dies störend, sagt die Ausbildungsverantwortliche. Deshalb: Vorher allen Bescheid geben, dass ein Online-Bewerbungsgespräch ansteht und um absolute Ruhe bitten.

Angemessene und ordentliche Kleidung sind bei einem virtuellen Gespräch ebenfalls ein Muss. Nur weil der Bewerber zu Hause ist, sollten es keine Jogginghose und der Hoodie sein. „Am besten man zieht sich so an, wie man auch zum Bewerbungsgespräch gekommen würde. Das gilt auch für den unteren Teil des Körpers, denn vielleicht muss man mal aufstehen“, sagt IHK-Ausbildungsexpertin Knuth.

Das Gespräch

Ebenso wie bei einem persönlichen Gespräch ist eine gute Vorbereitung das A und O. Der Vorteil beim Videochat: Kleine Spickzettel lassen sich außerhalb des Sichtfelds platzieren, das gibt mehr Sicherheit. „Die Informationen zum Unternehmen jedoch abzulesen, fällt auf und macht keinen guten Eindruck“, betont Silvia Wittig. Wer Zettel nutzen möchte, sollte diese eher als Gedächtnisstütze verstehen, etwa für eigene Fragen an die Unternehmensvertreter. Sinnvoll ist es durchaus, den Lebenslauf parat zu legen, falls dazu Nachfragen auftauchen. Eine dreiviertel bis zu einer Stunde sollten für das Gespräch durchaus eingeplant werden, so die Ausbildungsverantwortliche. Wer sich noch ein Glas Wasser an die Seite stellt, falls sich ein hartnäckiger Forsch im Hals breit macht, hat eigentlich an alles gedacht und kann entspannt dem Gespräch entgegenblicken.

Mehr Infos in der E-Beilage „MAZubi digital“Ausbildungsangebote unter maz-job.de/ausbildung

Von Claudia Braun