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Brandenburg So hat Sturm „Friederike“ in Brandenburg getobt
Brandenburg So hat Sturm „Friederike“ in Brandenburg getobt
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06:38 19.01.2018
Bäume im Sturm.  Quelle: dpa
Potsdam

 Beim Sturmtief „Friederike“ ist in Brandenburg ein Lkw-Fahrer ums Leben gekommen. Nach ersten Ermittlungen wurde das Fahrzeug am Donnerstag auf der Autobahn 13 an der Grenze zu Sachsen von einer Sturmböe erfasst und kippte um, wie die Polizei mitteilte. Der Fahrer starb noch an der Unfallstelle. Er war aus Richtung Berlin kommend in Richtung Dresden unterwegs. Auch an anderen Orten Brandenburgs führte der Sturm zu Unfällen und umgestürzten Bäumen. Zudem fiel regional der Strom aus. Nord- und West-Brandenburg kamen relativ glimpflich davon:

> Bilanz aus Brandenburg an der Havel

> Bilanz aus Oberhavel

> Bilanz aus Ostprignitz-Ruppin

> Der Liveticker zum Nachlesen

Sturmböen bis in die Nacht hinein, aber kein Orkan

Am Abend hob der Deutsche Wetterdienst in Potsdam seine Warnungen vor orkanartigen Böen für Brandenburg und Berlin auf. In der Nacht zum Freitag hat sich die Lage weitgehend beruhigt. Bereits am Abend meldete die Polizei 14 Unfälle, die auf den Sturm zurückzuführen seien. Diese Zahl habe sich in der Nacht nicht erhöht, wie die Leitstelle am Freitagmorgen mitteilte.

Einschränkungen bei der Bahn

Behinderungen gab es im Bahnverkehr. Die Deutsche Bahn stellte den Fernverkehr komplett ein. Im Süden Brandenburgs war auch der Regionalverkehr beeinträchtigt. Auch die Linie RE1 zwischen Magdeburg und Brandenburg war eingestellt, es fuhren Ersatzbusse.  

Bahnfahrer müssen auch am Freitag weiterhin mit Einschränkungen rechnen. Im Fernverkehr seien nach Bahn-Informationen insbesondere in Nordrhein-Westfalen und in Niedersachsen noch wichtige Strecken gesperrt, die Auswirkungen werden auch in Berlin und Brandenburg zu spüren sein. Im Nahverkehr fallen vor allem im Brandenburger Süden einige Linien teilweise oder sogar komplett aus. Betroffen waren am Morgen laut der Homepage der Bahn die Züge auf den Linien RE 3, RE 5, RE 7, RE 15, RE 18, RB 24, RB 31 und RB 49.

> Aktuelle Infos der Bahn zum Regionalverkehr

Tausende Haushalte ohne Strom

Unter anderem in Teilen von Cottbus gab es für elf Minuten keinen Strom mehr, wie eine Sprecherin der Stadtwerke sagte. Auch in den Kreisen Oberspreewald-Lausitz, Spree-Neiße und Elbe-Elster waren Tausende Menschen zeitweise ohne Strom. Nach Angaben des Konzerns Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) in Chemnitz waren bis zu 140.000 Kunden im Osten Deutschlands ohne Strom.

> Der Liveticker zum Nachlesen

18. Januar: Heftige Schneefälle und starke Böen – am Donnerstag hat das Orkantief „Friederike“ für mächtig Unruhe in Brandenburg gesorgt.

Vergleich mit „Xavier“ und „Kyrill“

Im Oktober waren beim Sturmtief „Xavier“ in Brandenburg vier Menschen ums Leben gekommen. Es war einer der schlimmsten Stürme in Berlin und Brandenburg seit Jahrzehnten. Nach der Warnung des Wetterdienstes sollte „Friederike“ in Brandenburg mit deutlich weniger starken Böen daherkommen. Auf dem Brocken im Harz wurde dagegen eine Böe mit 203 Kilometern pro Stunde gemessen - das war sogar mehr als beim Sturm „Kyrill“ vor elf Jahren.

Öffentliche Einrichtungen geschlossen

Die Bundesagentur für Arbeit in Potsdam entschloss sich, Büros unter anderem in Zossen, Brandenburg an der Havel und Potsdam vorsorglich zu schließen. Dies diene dem Schutz der Kunden und der Mitarbeiter, hieß es bereits am Mittag in einer Mitteilung. Auch der Tierpark Cottbus teilte mit, vorzeitig zu schließen.

Das Bildungsministerium in Potsdam erklärte, Schulen und Kitas könnten selbstständig entscheiden, ob sie bei Sturmwarnungen schließen. Schüler der Primarstufe dürften aber nur vorzeitig nach Hause entlassen werden, wenn sie abgeholt werden oder die Zustimmung der Eltern für diesen Einzelfall vorliege.

Weitere Todesopfer durch Sturm „Friederike“

Bundesweit starben mindestens sechs Menschen wegen des Sturms. Auch in Deutschlands Nachbarländern wütete der Sturm heftig. In Belgien wurde eine Frau von einem Baum erschlagen. Zwei Menschen starben auch in den Niederlanden wegen umstürzender Bäume. Dort wurden auf Autobahnen und Fernstraßen durch den Sturm mehr als 60 Lastwagen umgeweht.

In Köln hatte ein Paar Glück im Unglück: Wegen des Sturms kamen sie nicht rechtzeitig im Krankenhaus an, die Frau gebar ihr Kind im Auto.

> Der Liveticker zum Nachlesen

Von Rochus Görgen

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