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Brandenburg KMK: Kein regulärer Unterricht mehr bis zu den Sommerferien möglich
Brandenburg KMK: Kein regulärer Unterricht mehr bis zu den Sommerferien möglich
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15:45 28.04.2020
27.04.2020, Norwegen, Oslo: Drittklässler der Schule «Steinerskolen pa Nordstrand» sitzen mit großen Abstand zueinander im Unterricht. In Norwegen sind Schüler bis zur vierten Klasse nach eineinhalb Monaten wieder im Unterricht zurück. Es gelten Abstandsregeln und die Schüler wurden in kleinere Klassengruppen eingeteilt. Foto: Heiko Junge/ntb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Quelle: Heiko Junge/ntb/dpa
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Potsdam

Trotz Corona-Beschränkungen sollen alle Schüler vor den Sommerferien zumindest tageweise die Schule besuchen können. Das schlagen die Kultusminister der Länder den Ministerpräsidenten und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in einem Konzept vor, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. «Jede Schülerin und jeder Schüler soll bis zu dem Beginn der Sommerferien tage- oder wochenweise die Schule besuchen können», steht in dem Papier, über das Bund und Länder an diesem Donnerstag beraten sollen.

Einen uneingeschränkten regulären Schulbetrieb für die rund elf Millionen Schüler in Deutschland wird es vor den Sommerferien laut Kultusministerkonferenz (KMK) aber nicht geben. Nach dem jetzigen Stand in der Corona-Krise sei dies aufgrund des Abstandsgebots von mindestens 1,50 Meter nicht möglich, hieß es in einem am Dienstag beschlossenen gemeinsamen Konzept. Ein Mix aus Präsenzunterricht und Lernen daheim solle ausgebaut, digitales Lehren und Lernen weiterentwickelt werden.

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Unterricht wochen- oder tageweise

Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Stefanie Hubig aus Rheinland-Pfalz, sagte, die Bildungsminister seien sich einig darin, dass ein regulärer Unterricht in diesem Schuljahr nicht mehr möglich sei. „Das gilt schon wegen der Abstands- und Hygieneregelungen“, sagte sie.

Jeder Schüler solle wochen- oder tageweise die Schule besuchen können. Dafür sei es nötig, den Präsenzunterricht eng zu verzahnen mit dem digitalen Lernen zu Hause.

Ausweitung des digitalen Heimunterrichts

Dabei habe man auch die Schüler aus bildungsfernen Schichten im Blick. Sie sollen ein besonders pädagogisches Konzept erhalten und möglichst alle mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden. Die Bundesregierung hatte sich vergangene Woche darauf verständigt, dass Familien einen Zuschuss von 150 Euro für die Anschaffung eines Tablets oder Laptops für den Heimunterricht erhalten sollen.

Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) hatte diesen Vorschlag im Interview mit der MAZ begrüßt. Auch sie kündigte ein Präsenzunterrichtsprogramm für Kinder an, die im Heimunterricht schwer zu erreichen seien.

Brandenburg hatte vergangene Woche bereits einen Stufenplan sowie einen Hygieneplan zur Öffnung der Schulen vorgelegt, der sich mit den Empfehlungen der KMK weitgehend deckt. Allerdings umfasst er noch nicht alle Jahrgangsstufen.

Abschlussprüfungen sollen stattfnden

Eine Pflicht, in den Schulen einen Nase-Mund-Schutz zu tragen, ist in dem Beschlusspapier der Kultusministerkonferenz ebenso wenig vorgesehen wie in Brandenburg. Es gibt aber die Empfehlung, in Bussen und auf Pausenhöfen Masken zu tragen, weil dort die Abstandsregeln schwer eingehalten werden können, wie aus dem Hygieneplan für Brandenburg hervorgeht.

Im Beschluss heißt es, alle Abschlussprüfungen sollen in diesem Jahr stattfinden, die Abschlüsse gegenseitig anerkannt werden. Neue Termine, wann welche weiteren Jahrgänge an die Schulen zurückkehren sollen, nennt das Papier nicht. Es wird nur der 4. Mai aufgeführt, den viele Bundesländer wie Brandenburg schon fest im Visier haben für den nächsten Schritt. Über eine Ausweitung des Unterrichts auf weitere Klassenstufen entscheiden die Länder der zwölfseitigen Vorlage zufolge selbst - nach Vor-Ort-Gegebenheiten und Infektionsgeschehen. Für den 4. Mai planen viele Länder eine Rückkehr jeweils für den ältesten Grundschuljahrgang sowie für Schüler, die 2021 ihren Abschluss machen wollen.

Von Torsten Gellner

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