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Brandenburg Bio-Branche der Region sieht sich im Wachsen
Brandenburg Bio-Branche der Region sieht sich im Wachsen
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18:21 17.01.2017
Als Nutztiere verkleidete Aktivisten des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung, das 2016 Erfolg hatte.
Als Nutztiere verkleidete Aktivisten des Volksbegehrens gegen Massentierhaltung, das 2016 Erfolg hatte.
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Berlin

Die Bio-Branche in der Berlin-Brandenburger Region kann für 2016 ein Umsatz-Plus von fünf Prozent gegenüber dem Jahr davor vorweisen – allerdings profitiert davon in erster Linie Berlin. Nach Angaben der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau (FÖL) liegt der Gesamtumsatz in der Region bei rund 450 Millionen Euro. Wachstumstreiber seien die großen Bio-Supermärkte, die einen Umsatz-Anstieg von zehn Prozent gegenüber 2015 erzielten. Rund 90 Prozent dieser Märkte befänden sich in Berlin, nur zehn Prozent in Brandenburg. FÖL-Geschäftsführer Michael Wimmer sieht in Berlin Europas größten Bio-Markt. Brandenburg hingegen würde durch falsche Weichenstellungen der Landespolitik die Entwicklung als „Bio-Garten Berlins“ zunehmend „verschlafen“, so Wimmer. Der 48-Jährige stammt aus Oberbayern und hatte im Jahr 2000 die Fördergemeinschaft für Berlin-Brandenburg gegründet. Er ist auch Chef des Aktionsbündnisses „Agrarwende“, das das Volksbegehren gegen Massentierhaltung in Brandenburg zum Erfolg geführt hatte.

Die Probleme für den Öko-Landbau in Brandenburg sieht Wimmer in zwei Punkten. Brandenburg habe die bundesweit niedrigste Umstellungsprämie für Betriebe auf Öko. Die Prämie für die zweijährige Umstellung betrage 201 Euro pro Hektar, das sei kein wirklicher Anreiz. Damit würde die Landesregierung konventionellen Betrieben den Einstieg in den langfristig attraktiven Bio-Markt erschweren. Brandenburg liege damit bundesweit auf dem letzten Platz aller Länder. Die Prämie müsse dringend erhöht werden, um den Betrieben über die wirtschaftlich schwierige Anfangszeit zu helfen.

Als zweites Problem für Brandenburg sieht Wimmer die nicht ausreichende Beratung für Firmen, die auf Ökolandbau umstellen. „Den misslungenen Initiativen im Biobereich ist gemeinsam, dass sie sich nicht ausreichend informiert haben.“ Viele Firmen würden sich auf neue Experimente nicht einlassen. Dabei sei es wichtig, sich zu erkundigen, Netzwerke zu knüpfen und die richtigen Partner zu finden. Bio-Betriebe seien auf eine kompetente Beratung in der Region besonders angewiesen. Die Politik habe die Aufgabe, dies zu organisieren, meinte Wimmer.

Mit der bisherigen Umsetzung des Volksbegehrens gegen die Massentierhaltung äußerte sich Vereinschef Wimmer zufrieden. Zentrales Element sei ein „Paradigmenwechsel“ in der Stallbauförderung. Daran werde gearbeitet. Der Landestierschutzplan solle bis Ende 2017 fertig sein. Es gebe im Aktionsbündnis allerdings noch immer Stimmen, die einen Volksentscheid gesehen hätten und die heute nicht zufrieden sind. „Dennoch ist der erreichte Kompromiss schon ein strategischer Erfolg auf dem langen Weg zur Agrarwende.“ Das Volksbegehren hatte 104 000 Unterschriften gesammelt. Es war vom Landtag angenommen worden. Nach Verhandlungen mit den Fraktionschefs und Agrarpolitikern der rot-roten Koalition einigte sich das Bündnis auf einen Kompromiss.

Ein Höhepunkt für die Öko-Branche ist die Grüne Woche, die am Freitag beginnt. In der Brandenburg-Halle 21 A präsentieren sich bis zum 29. Januar auch 23 märkische Firmen mit Bio-Produkten. In der Bio-Halle 1.2 B stellen unter anderem die Ökodörfer Brodowin und Kuhhorst aus. Am Gemeinschaftsstand der Fördergemeinschaft sind sechs Unternehmen dabei, darunter der Obst- und Gemüsehof Teltower Rübchen und die Lobetaler Biomolkerei. Dabei ist auch die Rheinsberger Preußenquelle. Der Mineralbrunnen-Betrieb wirbt mit dem Motto: „Wer Bio isst, trinkt es.“

Von Igor Göldner

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