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Brandenburg 276 Tonnen Kampfmittel wurden 2019 in Brandenburg geräumt
Brandenburg 276 Tonnen Kampfmittel wurden 2019 in Brandenburg geräumt
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12:27 26.12.2019
Vor allem in Oranienburg muss der Kampfmittelbeseitigungsdienst oft ausrücken – im April am Treidelweg. Quelle: Julian Stähle/zb/dpa
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Potsdam

Mehr als 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hat der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) in Brandenburg in diesem Jahr wieder 276 Tonnen Kampfmittel geräumt. Darunter seien 21.300 Granaten, 5000 Brandbomben, 188 Sprengbomben und 870 Panzerabwehrraketen gewesen, teilte das Innenministerium am Donnerstag mit.

Brandenburg weise immer noch den höchsten Anteil an munitionsbelasteten Gebieten aller Bundesländer auf, sagte Innenminister Michael Stübgen (CDU). „Neben den militärisch genutzten Flächen beziehungsweise Konversionsflächen stehen immer noch rund 350 000 Hektar zivil genutzter Fläche unter Kampfmittelverdacht.“

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Oranienburg und Potsdam besonders betroffen

Schwerpunkte seien nach wie vor Oranienburg (Oberhavel), Potsdam, die Oder-Neiße-Linie und der Bereich südlich von Berlin, berichtete Stübgen. Oranienburg sei die Region in Deutschland, in der im Zweiten Weltkrieg die meisten amerikanischen Bomben mit chemisch wirkenden Langzeitzündern abgeworfen worden seien. Dort seien nach der Wende - wie in Potsdam - mehr als 200 Großbomben entschärft oder gesprengt worden, allein in diesem Jahr sechs Blindgänger.

Auch am Ersten Weihnachtsfeiertag entdeckte ein Spaziergänger in Manschnow (Märkisch-Oderland) eine Wurfgranate russischen Fabrikats aus dem Zweiten Weltkrieg, wie die Polizei am Donnerstag berichtete. Die alarmierten Mitarbeiter des KMBD stellen fest, dass der Zünder beschädigt war und die Granate jederzeit hätte detonieren können. Das Geschoss wurde fachgerecht entsorgt.

1 3,7 Millionen Euro für Kampfmittelräumung

Bei den zahlreichen Waldbränden in dem heißen Sommer habe oftmals Munition oder andere Kampfmittel mit Phosphorfüllung als Brandursache nicht ausgeschlossen werden können, sagte Stübgen. In diesen Fällen sei der KMBD zur Beratung und Gefahrenabwehr hinzugezogen worden. „Ich danke den Spezialisten beim Kampfmittelbeseitigungsdienst und allen Verantwortlichen in den Kommunen für ihren Einsatz, der gerade mit Blick auf die Waldbrände den Einzelnen oft bis an die Grenze der Leistungsfähigkeit gebracht hat“, erklärte der Innenminister.

Brandenburg hat nach Angaben des Ministeriums für die Kampfmittelräumung bis Ende November 2019 insgesamt 13,7 Millionen Euro ausgegeben. Allein 4,1 Millionen Euro kostete die Kampfmittelbeseitigung in Oranienburg.

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Von RND/dpa/iro