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Brandenburg Wieder Waldbrand ausgebrochen – 20 Anwohner mussten Häuser verlassen
Brandenburg Wieder Waldbrand ausgebrochen – 20 Anwohner mussten Häuser verlassen
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11:57 27.06.2019
Der Rauch von einem Waldbrand steigt über dem Ort Ziltendorf auf. Quelle: Toni Feist/dpa
Eisenhüttenstadt

 Erneut ist ein Waldbrand in Brandenburg ausgebrochen: Im Kreis Oder-Spree rückte zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt ein Großaufgebot an Einsatzkräften aus. Wegen des Brandes wurden vorsorglich mehrere Häusern und eine Bungalow-Anlage evakuiert – rund 20 Anwohner waren betroffen. Sie wurden bereits am Mittwochnachmittag aus ihren Häusern geholt, wie ein Sprecher des Landkreises am frühen Donnerstagmorgen mitteilte. Dabei handelte es sich aber nur um eine kurzfristige Maßnahme. Die Menschen konnten bereits am Abend wieder zurück in ihre Häuser.

Die Fläche des Brandes zwischen den Gemeinden Wiesenau und Ziltendorf sei über Nacht etwas größer geworden, mittlerweile stünden ungefähr 130 Hektar in Brand, sagte der Sprecher. Zur Eindämmung des Feuers sollte ein Hubschrauber aus der Lieberoser Heide in den Kreis Oder-Spree abgezogen werden, wie der Sprecher des Innenministerium am Mittwochabend in Potsdam sagte. Nach Angaben der Polizei wurde eine Gartenanlage geräumt. Wie viele Menschen betroffen waren, konnte ein Behördensprecher jedoch nicht sagen. Die B112 wurde zunächst für den Verkehr gesperrt. In der Nähe des Brandes liegen auch eine Bahnanlage und eine Milchviehanlage.

Wie in der Lieberoser Heide, wo es bereits seit Tagen einen Waldbrand gibt, ist die Fläche dort ebenfalls mit Munition belastet.

Die Flammen lodern auf einem Gebiet zwischen Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt auf einer Fläche von etwa 40 bis 50 Hektar. Quelle: Toni Feist/dpa-Zentralbild/dpa

Der Regionalverkehr zwischen Frankfurt (Oder) und Ziltendorf wurde unterbrochen, wie eine Bahn-Sprecherin auf Anfrage sagte. Betroffen seien die Linien RB 11 von Frankfurt (Oder) nach Cottbus und RE 1 von Cottbus nach Brandenburg an der Havel. Auf den gesperrten Strecken bemühe sich die Bahn um einen Ersatzverkehr mit Bussen. Bahnreisende müssten damit rechnen, dass die Beeinträchtigungen noch bis in die Abendstunden andauern.

Das Krisenzentrum des Innenministeriums sei aktiv, der Landrat wollte zudem zum Einsatzort kommen, sagte der Ministeriumssprecher. Eine Gefährdung von bewohntem Gebiet könne nicht ausgeschlossen werden, hieß es zunächst.

„Man muss das Feuer permanent beobachten“

Ob der Brand von einer Bahnanlage ausgegangen sein könnte, war am Abend noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen waren Feuerwehren aus den umgrenzenden Orten, darunter Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) im Einsatz sowie die Werksfeuerwehr des Stahlunternehmens ArcelorMittal, wie ein Sprecher der Regionalleitstelle Oderland sagte.

Das Feuer in der Lieberoser Heide (Dahme-Spreewald) umfasste rund 100 Hektar Fläche. Bei großer Hitze kämpften die Einsatzkräfte auch am Mittwoch weiter gegen eine Ausdehnung des Waldbrandes. „Man muss das Feuer permanent beobachten, weil es sich dynamisch entwickelt“, sagte Wehrführer Michael Mummert von der Feuerwehr in Bagenz (Spree-Neiße). „Den ganzen Tag in der Gluthitze - wir waren alle sehr erschöpft“, sagte der Feuerwehrmann nach seinem Einsatz. Wie am Dienstag halfen auch am Mittwoch zwei Löschhubschrauber der Bundespolizei den Feuerwehrleuten in der Lieberoser Heide.

Zwischen Wiesenau und Ziltendorf im Landkreis Oder-Spree ist am Mittwoch ein Feuer ausgebrochen. Quelle: Toni Feist/dpa-Zentralbild/dpa

Ein weiterer Erkundungshubschrauber der Polizei machte auf der Suche nach neuen Brandherden mit Wärmebildkameras Bilder aus der Luft das Gebiet nach neuen Brandherden absuchen. Aus zwei Seen in der Nähe des Brandgebietes konnte Wasser zum Löschen genutzt werden. Das Technische Hilfswerk hatte ein Rohrsystem installiert. Damit verkürzten sich die Löschwege.

Die Herausforderung des Tages sei die Versorgung der Einsatzkräfte bei der Hitze mit genügend Wasser und Elektrolyten gewesen, damit sie durchhielten, sagte der Sprecher des Landkreises, Bernhard Schulz. Er hatte sich ein Bild vor Ort gemacht. „Es ist wirklich ein hartes Brot für die Einsatzkräfte“. Vor allem die Staubbelastung und der Schwelrauch seien extrem, beschrieb Feuerwehrmann Mummert die Belastung. Trotz Atemschutzmasken huste man noch Tage danach und niese den Staub heraus.

In der Lieberoser Heide nördlich von Cottbus hatte es bereits im Juli 2018 auf einer Fläche von 400 Hektar gebrannt, Anfang Juni 2019 dann erneut auf 1000 Quadratmetern.

Fürstenberg (Havel): B 96 und Bahnverkehr gesperrt

Ein Waldbrand an der Landesgrenze zwischen Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hat am Mittwoch zu Behinderungen auf der Bundesstraße 96 und im Bahnverkehr geführt. Wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag in Neuruppin sagte, war das Feuer in der Nachmittagshitze in der Nähe eines wilden Parkplatzes nördlich von Fürstenberg/Havel (Oberhavel) ausgebrochen. Wegen der Flammen auf etwa 1,5 Hektar Wald in Richtung Neustrelitz musste die Bundesstraße zeitweise gesperrt und der Bahnverkehr Berlin-Rostock und Berlin-Stralsund unterbrochen werden.Am Mittwoch waren besonders viele Bahnreisende unterwegs und betroffen, da viele Besucher des alternativen „Fusion“-Festivals in Lärz – wo 70 000 Gäste erwartet werden – auch mit Sonderzügen bis Neustrelitz anreisen. Wie viele Züge ausfielen, konnte eine Bahnsprecherin am Morgen noch nicht sagen. Nach Angaben von Augenzeugen wurden Ersatzbusse eingesetzt. Rund 100 Feuerwehrleute konnten den Brand nach knapp vier Stunden bis gegen 20 Uhr löschen. Die Brandursache sei unklar. Nach Angaben der Polizeisprecherin hatte es bei Oranienburg am Mittwoch einen weiteren kleinen Waldbrand an der B 96 gegeben.

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Von RND/dpa

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