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Brandenburg Digitalfunk in Brandenburg kommt 2015
Brandenburg Digitalfunk in Brandenburg kommt 2015
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12:31 15.04.2018
Der Digitalfunk kommt 2015 Quelle: Oliver Berg
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Potsdam

Ursprünglich sollten die Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben schon 2006 auf die neue Technik umsteigen. Doch die Einführung verzögerte sich immer wieder, weil der Netzausbau nur schleppend vorankam und die Kosten aus dem Ruder liefen. Nun sei man aber auf der Zielgeraden, versichern die Verantwortlichen. Jetzt sollen Funksprüche ab 2015 komplett digital absetzen werden können.

Der Netzaufbau sei abgeschlossen, sagt Enrico Liga, ein Sprecher der Projektorganisation Digitalfunk BOS Brandenburg beim Zentraldienst der Polizei. Hierfür seien 139 Basisstationen und acht Luftfahrtzellen installiert und in das bundesweite Gesamtnetz integriert worden. „Damit ist der Digitalfunk inzwischen flächendeckend verfügbar.“ Bis zur tatsächlichen landesweiten Nutzung sei es jedoch ein „schrittweiser Prozess“, der noch nicht ganz abgeschlossen sei.

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Kurzer Draht in ganz Deutschland

  • Der veraltete Analogfunk ist pannenanfällig, was gerade bei Großveranstaltungen immer wieder zu Problemen geführt hat. Künftig gibt es deutschlandweit ein einheitliches digitales Funknetz für alle Sicherheitskräfte.
  • Das Land Brandenburg bezahlt laut Innenministerium für die Umstellung auf die neue Technik zwischen 2008 und 2020 rund 120 Millionen Euro.
  • Die Kommunen müssen laut Städte- und Gemeindebund grob geschätzt mit bis zu 40 Millionen Euro rechnen, plus ungefähr 850.000 Euro für die Netznutzung jährlich. Dafür entfallen die Kosten für die Analognetze.

Im Jahre 2013 sind bereits etwa 1500 Polizeifahrzeuge mit Digitalfunkgeräten ausgerüstet und etwa 8000 Handfunkgeräte an die Polizei ausgeliefert worden. Parallel dazu sind die Beamten in der Handhabung der neuen Technik geschult worden. Jetzt sendet die Polizei ihre Funksprüche bereits in vielen Fällen über das neue Netz, so das Innenministerium. „Im Wesentlichen läuft das reibungslos“, sagt Andreas Schuster, Chef der Brandenburger Polizeigewerkschaft.

Teilweise gebe es aber noch Funklöcher. „Da muss technisch nachgebessert werden.“ Der Analogfunk ist vorerst weiter einsatzbereit – schon allein um mit anderen Organisationen, die noch nicht umgestellt seien, kommunizieren zu können.

Bei den kommunalen Organisationen – also den Feuerwehren, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz – begannen die Auslieferung und der Einbau der digitalen Funkgeräte Anfang 2014. Bis Ende des Jahres sollen landesweit etwa 4000 Fahrzeugfunkgeräte und zirka 8000 Handfunkgeräte bereitgestellt sein, so Liga. Zudem gebe es auch hier Schulungen. „Das läuft alles nach Plan“, sagt Werner-Siegwart Schippel, Präsident des Landesfeuerwehrverbandes. Im Bereich der Regionalleitstelle Lausitz wird der Digitalfunk neben dem Analogbetrieb derzeit getestet, so Leiter Ingolf Zellmann. Erste Erfahrungen seien sehr positiv. „Die Kollegen sind begeistert.“ Dank der neuen Technik gebe es nun eine „glasklare Verständigung“ – früher habe man schon mal Radio aus Tschechien empfangen.

MAZ-Kommentar

Endlich!

Das wurde aber auch Zeit, kann man dazu nur sagen. Gemeint ist die Einführung des flächendeckenden Digitalfunks in Brandenburg. Auch wenn es so aussieht, als könnten Polizisten, Feuerwehrleute und Rettungskräfte ab 2015 tatsächlich ohne Knacken, Knistern und Rauschen kommunizieren, besteht für Lobeshymnen wahrlich kein Anlass.

Eigentlich sollte die neue Technik bereits zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 überall bereitstehen und genutzt werden. In Städten wie München, Berlin oder Hamburg sind die Ordnungskräfte längst auf Sendung. Aber in der Mark verzögerte sich das Projekt um stolze neun Jahre. Dagegen scheint die Verspätung am Großflughafen BER noch lächerlich gering, und das will wirklich was heißen. Dabei ist gerade in einem Flächenland wie Brandenburg, wo es im Notfall auf jede Minute ankommt, eine reibungslose Verständigung zwischen den Sicherheitskräften unverzichtbar.

Der schleppende Netzausbau und ausufernde Kosten sollen schuld gewesen sein am immer wieder verschobenen Start. Tatsächlich dürften aber auch wechselnde Verantwortlichkeiten in der Regierung ihren Teil dazu beigetragen haben.
Zumindest – und das ist bei pannenlastigen Großprojekten nicht selbstverständlich – scheinen die Ordnungskräfte, die den neuen Funk schon nutzen, nach der langen Wartezeit zufrieden mit dem Ergebnis. Keine störenden Nebengeräusche, dafür klare Ansagen und praktische Zusatzfunktionen wie Standortbestimmung oder Kurznachrichtendienst. Endlich.

Von Angelika Pentsi

Von Angelika Pentsi

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