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Brandenburg Immer mehr Einbrüche in Brandenburg
Brandenburg Immer mehr Einbrüche in Brandenburg
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09:58 09.12.2013
Einbrecherbanden folgen zumeist einem genau festgelegten Pla. Quelle: Kai Remmers
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Potsdam

 Die Gefahr, Opfer von Einbrechern zu werden, hat in Brandenburg deutlich zugenommen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) in Eberswalde auf MAZ-Anfrage mitteilte, wurden im Vorjahr 3735 Wohnungseinbrüche gezählt, fast 800 mehr als 2011. Nur ein Viertel davon konnte aufgeklärt werden. Auch in diesem Jahr sind Langfinger verstärkt unterwegs. Für die ersten sechs Monaten vermeldet die Statistik bereits 2207 Einbrüche in Wohnungen, 44 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Bis zum Jahresende sei mit einem weiteren Anstieg der Fallzahlen zu rechnen, sagte LKA-Sprecherin Karina Schulter.

Einbrecher nutzen vor allem die dunkle Jahreszeit für ihre Raubzüge, wie das Beispiel Wilhelmshorst (Potsdam-Mittelmark) zeigt. Dort gelangten die Täter durch ein aufgehebeltes Fenster in ein Haus. Sie entwendeten Bargeld, Schmuck sowie elektronische Geräte und hinterließen eine Spur der Verwüstung.

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Heimgesucht werden auch immer häufiger Büros, Betriebe und Lagerräume. Hier waren es im Vorjahr 5117 Einbrüche, gut 100 mehr als 2011. In diesem Jahr stieg die Zahl weiter. 2706 Mal drangen Unbekannte bis einschließlich Juni in Büros und Betriebe ein, das sind 300 Fälle mehr als im Vorjahreszeitraum.

Da das Berliner Umland vielfach zum Zielgebiet organisierter Einbrecherbanden wird, setzt Brandenburgs Polizei verstärkt auf die seit fast neun Jahren bestehende Gemeinsame Ermittlungsgruppe mit Berlin. Laut Landeskriminalamt ermittelten die 14 Fahnder im Vorjahr in 445 Fällen gegen Banden, 24 Tatverdächtige wurden verhaftet. Zu den spektakulären Erfolgen gehört die Festnahme einer dreiköpfigen serbischen Bande, die von Berlin aus auch im Umland agierte. Ebenfalls ins Netz ging eine Gruppe, zu der Kasachen, Moldauer, Ukrainer und Deutsche gehören. Den sechs Tätern konnten 42 Einbrüche in Berlin und im Speckgürtel nachgewiesen werden. Zudem sind sieben Angehörige einer Bande in Haft, deren mehr als 40 Raubzüge von Berlin bis nach Thüringen und Schleswig-Holstein führten. Ihre Spezialität: das Knacken von Geldautomaten und Stahlschränken.

Die Ermittler haben festgestellt, dass die Banden einem genau festgelegten Plan folgen: Wohnungen und Häuser werden einige Tage vorher ausgekundschaftet. Die Tat selbst erfolgt arbeitsteilig. Während der Fahrer das Umfeld beobachtet, dringen Bandenmitglieder nach dem Aufhebeln von Fenstern oder Türen ins Haus ein. Gestohlen werden neben Geld und Schmuck vor allem wertvolle Dinge, die sich leicht transportieren lassen, wie Laptops, Tablet-PCs, TV-Geräte, Fotoapparate und Spielkonsolen.

Die Polizei verstärkt neben den Kontrollen in 26 Schwerpunktgemeinden die präventive Arbeit. „Wachsame Nachbarn können Täter abschrecken“, so Anja Resmer vom Polizeipräsidium in Potsdam.

Von Volkmar Krause

Weitere Informationen zum Schutz vor Einbrechern unter www.polizei-beratung.de und www.k-einbruch.de.
 

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