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Brandenburg Frühere Treuhand-Chefin räumt Fehler ein: „Das war sehr bitter“
Brandenburg Frühere Treuhand-Chefin räumt Fehler ein: „Das war sehr bitter“
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15:29 21.07.2019
Das Archivbild vom 14. Mai 1991 zeigt die Berliner Treuhandanstalt im ehemaligen Haus der Ministerien in der Leipziger Straße. Die 1990 noch von der letzten SED-Regierung gegründete Anstalt fiel bei der Umwandlung der DDR-Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft eine Schlüsselrolle zu. Quelle: dpa
Berlin

Birgit Breuel, ehemalige Chefin der Treuhandanstalt, räumte gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ Fehler bei der Privatisierung der ostdeutschen Wirtschaft ein.

Weg sei grundsätzlich richtig gewesen

Dennoch denke sie bis heute, dass der Weg, für den sich ganz Deutschland damals entschieden habe, grundsätzlich richtig gewesen sei. Nur über die Privatisierung seien Innovationen und Kapital in die Betriebe gekommen. Im Osten seien wirtschaftlich sehr erfolgreiche Regionen entstanden. „Ich würde behaupten, unsere Politik von damals hat an den Erfolgen durchaus einen Anteil.“

Linke fordert Untersuchungsausschuss

Die frühere CDU-Politikerin stand von 1991 bis 1995 als Nachfolgerin des ermordeten Detlev Karsten Rohwedder an der Spitze der Treuhandanstalt, die für die Privatisierung, Sanierung und Stilllegung der DDR-Betriebe zuständig war. Die Linke im Bundestag dringt darauf, einen Untersuchungsausschuss zur Treuhand einzusetzen. Aus ihrer Sicht hat die Behörde nicht den gesetzlichen Auftrag erfüllt, sondern großen Schaden angerichtet.

Aufarbeitung gefordert

Nach Überzeugung von Breuel sollte man den gesamten Transformationsprozess aufarbeiten, nicht nur die Geschichte der Treuhand. Großen Respekt zollte sie den Menschen im Osten: „In Westdeutschland wäre es nicht möglich gewesen, den Leuten eine Veränderung dieses Ausmaßes zuzumuten. Sie hätten das nicht durchgehalten.“ Zugleich äußerte sie Verständnis für die Nöte der Ostdeutschen in den neunziger Jahren.

„Hassfigur im ganzen Land“

„Wir mussten den Menschen wirklich sehr viel zumuten und haben das auch getan, ohne Zweifel“, sagte sie. „Wir hatten nicht die Zeit, uns mit ihren Biografien ausreichend zu beschäftigen. Das war teilweise sehr hart. Sie haben sicherlich enorm gelitten und uns auch gehasst.“ Das gelte vor allem für sie persönlich: „Ich war die Hassfigur im ganzen Land.“ Nach einem Engagement als Chefin der Weltausstellung Expo 2000 in Hannover hatte sich Breuel weitgehend zurückgezogen.

Von RND/dpa

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