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Brandenburg Immer weniger Frauen bewerben sich in Brandenburg für eine Ausbildung
Brandenburg Immer weniger Frauen bewerben sich in Brandenburg für eine Ausbildung
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18:04 27.11.2019
Zwei Auszubildende erarbeiten sich die Funktionsweise eines Hybridantriebes. Quelle: Jan Woitas/dpa
Potsdam

In Brandenburg bewerben sich immer weniger Frauen für eine berufliche Ausbildung. Das geht aus Zahlen zum Ausbildungsmarkt hervor, die die Bundesagentur für Arbeit am Mittwoch zusammen mit Wirtschafts- und Arbeitsminister Jörg Steinbach (SPD) vorgestellt hat.

Im Bewerbungszeitraum 2018/19 lag der Anteil der weiblichen Bewerber demnach nur noch bei 38 Prozent. Die Werte bestätigen einen Trend, der seit vielen Jahren anhält. Vor zehn Jahren lag die Frauenquote bei den Bewerbern noch deutlich höher – bei 46 Prozent. In absoluten Zahlen gemessen, sank die Zahl der Bewerberinnen auf aktuell 5378 – rund 500 weniger als noch vor vier Jahren.

Immer weniger Frauen bewerben sich für eine Ausbildung

Ein Grund für die geringere Zahl Frauen auf dem Ausbildungsmarkt sei die hohe Quote weiblicher Abiturienten, die sich eher für ein Studium interessieren, sagte Bernd Becking, Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion der Arbeitsagentur. „Trotzdem müssen wir uns weiter intensiv darum bemühen, Ausbildungsberufe für Bewerberinnen attraktiv zu gestalten“.

Große regionale Unterschiede auf dem Asubildungsmarkt

Der Brandenburger Ausbildungsmarkt weist aktuell große regionale Unterschiede auf. Gute Voraussetzungen für Bewerber auf einen Ausbildungsplatz gibt es in Potsdam-Mittelmark und der Prignitz. Dort gibt es jeweils ein Angebot von 168 Stellen je 100 Bewerbern. Auch in Potsdam (140 Stellen pro 100 Bewerber) ist die Situation bislang noch vergleichsweise komfortabel.

Einen starken Bewerberüberhang gibt es dagegen im Norden des Landes: In der Uckermark und in Oberhavel gibt es nur 56 beziehungsweise 64 Stellen pro 100 Bewerber.

Besonders gefragte Berufsbilder bei Bewerberinnen sind Kauffrau im Büromanagement und im Einzelhandel sowie Verkäuferin und medizinische Fachangestellte. Männer bewerben sich dagegen besonders gerne für eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder Tischler. Kaufmann im Einzelhandel und Verkäufer sind bei männlichen Bewerbern ebenfalls gefragt.

Ausbildungsstellen etwa auf Vorjahresniveau

Insgesamt haben sich im Zeitraum 2018/19 gut 14.000 junge Menschen für einen Ausbildungsplatz beworben – das sind rund 450 weniger als im Vorjahreszeitraum. Weil es etwas weniger Schulabgänger gegeben habe, sei der Rückgang noch nicht besorgniserregend, sagte Becking. Die Zahl der betrieblichen Ausbildungsstellen im Land blieb mit rund 13.800 Stellen etwa auf dem Vorjahresniveau.

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Für Minister Steinbach, in dessen Wirtschaftsministerium seit dieser Legislaturperiode auch das Ressort Arbeit angegliedert ist, sind diese Zahlen kein Grund „in totale Euphorie zu verfallen“. 14.000 Bewerber seien mit Blick auf den Fachkräftemangel auf dem Arbeitsmarkt noch lange nicht ausreichend.

Ab 2020 gibt es einen Mindestlohn für Azubis

Dem Ministerium stehe keine Zeit der Langeweile bevor. Steinbach verwies auf die Mindestvergütung von Auszubildenden, die vom Bundestag beschlossen wurde und Anfang 2020 in Kraft tritt. Dass auch bei Auszubildenden nun ein Mindestgehalt gezahlt werde, sei unbedingt notwendig. Die rund 500 Euro Vergütung im ersten Ausbildungsjahr, seien mit Blick auf die Lebenshaltungskosten junger Menschen „absolute Unterkante“. Er verstehe aber, dass die Vergütung für einige Betriebe durchaus eine Herausforderung darstelle.

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Steinbach, der vor seinem Ministeramt die Technische Universität Cottbus als Präsident leitete, warnte zudem davor, Abiturienten bei der Ausbildungssuche zu bevorzugen. Viele Schüler mit Abitur würden sich nach der betrieblichen Ausbildung doch noch für ein Studium entscheiden und das Unternehmen schnell wieder verlassen. Die Kosten, die eine Firma in die Ausbildung eines jungen Menschen stecke, würden sich demnach seltener rentieren.

In den kommenden zehn Jahren gehen 200.000 Beschäftigte in Rente

Die Bundesagentur für Arbeit gab zudem das Ziel aus, mehr junge Brandenburger für Industrieberufe begeistern zu wollen. In den kommenden zehn Jahren würden rund 200.000 Beschäftigte altersbedingt aus dem Arbeitsleben ausscheiden, sagte Becking. Berufe in der Industrie seien stärker mit Digitalisierung verbunden und anspruchsvoll. Betriebliche Ausbildung müsse attraktiv sein, damit die duale Ausbildung auch in Zukunft ein vielversprechender Berufsweg für junge Menschen sei, sagte Arbeitsminister Steinbach.

Von Ansgar Nehls

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