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Brandenburg Brandenburg-Jumbo im Anflug auf die ILA
Brandenburg Brandenburg-Jumbo im Anflug auf die ILA
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12:10 28.04.2018
Neues Design, innen wie außen. Die Boeing 747 wurde auf den Namen Brandenburg getauft und ist auf der ILA zu Gast. Quelle: Lufthansa
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Selchow

Über dem Himmel von Selchow (Dahme-Spreewald) wird es Ende April wieder spektakulär zugehen. Vom 25. bis 29. April trifft sich auf dem Ausstellungsgelände am Rande des Schönefelder Flughafens die Luftfahrtbranche zur Internationalen Luftfahrtausstellung (ILA). Mehr als 1000 Aussteller aus 37 Nationen haben sich angekündigt, die etwa 200 Flugheute und Helikopter nach Schönefeld entsenden.

Darunter ist auch ein alter Bekannter im neuen Gewand: Die Lufthansa präsentiert jenen Jumbo-Jet, der 2012 von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) auf den Namen „Brandenburg“ getauft worden war.

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Erster Jumbo in neuem Design

Seit wenigen Wochen hat die Boeing 747-8 ein neues Outfit. Es ist der erste Langstreckenflieger, der sich außen wie innen im neuen Lufthansa-Design präsentiert. MAZ-Leser haben am 28. April die Gelegenheit, sich den 76 Meter langen Riesen, der sonst Ziele wie Tokio, Los Angeles oder New York ansteuert, exklusiv von innen zu besichtigen. Die MAZ verlost gemeinsam mit der Lufthansa 30 x 2 ILA-Tageskarten samt Führung durch den Riesenvogel.

So können Sie mitmachen

Die MAZ verlost 30 x 2 Tagestickets für die ILA am Samstag, 28. April 2018. Nehmen Sie dazu an unserer Umfrage teil. Die Umfrage und das Gewinnspiel sind am 23. April abgelaufen, die Gewinner wurden bereits benachrichtigt.

Die Gewinner können den Langstreckenflieger „Brandenburg“ exklusiv besichtigen. Es ist der erste Jumbo-Jet im neuen Lufthansa-Design.

Die ILA öffnet für Fachbesucher bereits am 25. April. Für Privatbesucher ist die Ausstellung am 28. und 29. April jeweils von 10 bis 18 Uhr geöffnet.

Tickets kosten 22, ermäßigt 14 Euro.

Auch die Konkurrenz ist dort mit großen Flugzeugen vertreten. Emirates schickt den Großraumflieger A380 nach Selchow. Die Bundeswehr, die sich traditionell auch auf der ILA präsentiert, begann am Donnerstag damit, ihr Fluggerät nach Schönefeld zu verlagern. Sie wird mit insgesamt 17 Fluggeräten am Flugprogramm teilnehmen. #

Neue Technologien, neue Antriebe

Programmatisch steht die Messe in diesem Jahr unter dem Titel „Disruptive Ideen revolutionieren die Luft- und Raumfahrt.“ Wie in anderen Wirtschaftsbereichen auch befindet sich die Branche im Wandel. Startups arbeiten an neuen Technologien, die etablierte Lösungen verdrängen könnten – etwa in der Antriebstechnik. Dabei geht es etwa um die Frage, wie weit es noch bis zum elektrischen Antrieb ist, welche Zukunft das autonome Navigieren in der Luftfahrt hat oder welche Veränderungen der 3D-Druck für die Raumfahrt mit sich bringt.

„Die Luft- und Raumfahrt ist Vorreiter in vielen Bereichen“, sagte Volker Thum, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie, im Gespräch mit der MAZ. „ Viele Bauteile stammen aus 3D-Druckern und erste Null-Emissionsflugzeuge mit Elektro- oder Hybridantrieb fliegen bereits.“ So könnten die Besucher der ILA eine Weltneuheit bestaunen: Die Solar-Drohne Zephyr, die über Wochen hinweg in der Luft bleiben kann.

Zukunft der Messe ist umstritten

So populär die Messe beim Publikum ist: In der Politik ist sie umstritten. Das Land Brandenburg mit Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) will unbedingt an der Messe festhalten. Es sei die einzige Industriemesse in Ostdeutschland, sagt er. Außerdem habe die Luftfahrtindustrie für Brandenburg eine immense Bedeutung. Gerber will unbedingt verhindern, dass die Messe etwa nach Leipzig abwandert.

Doch für die Betreiber bleibt die ILA ein Zuschussgeschäft, obwohl dort durchaus auch lukrative Abschlüsse erzielt werden. Das treibt die Grünen auf die Palme. Sie wollen die Förderung der Messe kappen. Die hier auftretenden Unternehmen dürften zahlungskräftig genug sein, um die Messe auch ohne öffentliche Mittel auf die Beine zu stellen, meinte der Verkehrsexperte Michael Jungclaus.

Außerdem steht die ILA vor einer generellen Weichenstellung. In zwei Jahren könnte sie zum letzten mal in der gegenwärtigen Form stattfinden. Wenige Monate später, so zumindest die Hoffnung der Flughafengesellschaft, öffnet mit neunjähriger Verzögerung der Flughafen BER. Flughafenchef Engelbert Lütke Daldrup ist skeptisch, ob die ILA danach noch in der gegenwärtigen Form mit dem umfassenden Flugshowprogramm stattfinden kann.

Solange der BER nicht in Betrieb ist, kann der Flugverkehr von Schönefeld während der Messe auf die neue Südbahn des BER umgeleitet werden. Diese Ausweichoption fällt ab Herbst 2020 weg. Hinter den Kulissen wird über die Zukunft der Messe verhandelt. Man sei in „konstruktiven Gesprächen“ heißt es.

Von Torsten Gellner