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Brandenburg Märker blechen am meisten fürs Stromnetz
Brandenburg Märker blechen am meisten fürs Stromnetz
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00:17 15.03.2014
Quelle: dpa
Potsdam

In der Preiskalkulation der Stromanbieter machen diese Kosten einen entscheidenden Anteil aus. Das geht aus einem Gutachten des Leipziger Instituts für Energie hervor, das am Mittwoch in Potsdam vorgestellt wurde. Auftraggeber waren die Landtagsfraktionen der Grünen in den ostdeutschen Ländern und Bayerns.

„Die mehr als 700 lokalen und regionalen Verteilnetzbetreiber erheben sehr individuelle Netzentgelte“, sagte Werner Bohnenschäfer vom Leipziger Institut für Energie. Demnach zahlt eine vierköpfige Familie in Brandenburg mit einem Verbrauch von 4000 kWh pro Jahr im Schnitt 116 Euro mehr als ein vergleichbarer Haushalt in Berlin. Dort sind die Netzentgelte mit lediglich 5,6 Cent je kWh um ein Drittel geringer als in Brandenburg. Im Bundesschnitt entfällt ein Netzentgelt von 6,3 Cent je kWh.

Während Verbraucher in Stadtstaaten und dicht besiedelten Ländern vergleichsweise günstig davon kommen, liegen die Kosten laut Gutachter Bohnenschäfer in Ostdeutschland ohne Berlin um 35 Prozent über dem Bundesschnitt. Ursachen seien der erhöhte Investitionsbedarf in die maroden Stromnetze nach der Wende und der demografische Wandel: Wo Strom zu wenigen Verbrauchern und auf langen Leitungswegen unterwegs ist, wird es besonders teuer. Höher als in Brandenburg ist der Grundversorgertarif laut Gutachten lediglich in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt.

Das Netzentgelt wird in Brandenburg zusätzlich durch die großflächige Einspeisung grünen Stroms und die dadurch erforderlichen Netzeingriffe zur Aufrechterhaltung der Stromversorgung in die Höhe getrieben. Das Gutachten kommt zu dem Schloss, „dass insbesondere die Bevölkerung strukturschwacher Regionen in hohem Maße die Kosten der Energiewende tragen müssen“.

Der Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, Axel Vogel, bezeichnete höhere Strompreise angesichts niedrigerer Einkommen als ungerecht und sprach von einem „Standortnachteil sondersgleichen“. Gemeinsam mit den Landtagsfraktionen der ostdeutschen Länder und Bayerns fordern die märkischen Grünen die Netzentgelte bundesweit zu vereinheitlichen. Demnach würde der Strompreis für Brandenburger Haushalte um 2,18 Cent je kWh sinken, während Verbraucher in Berlin (0,72 Cent) und Bayern (0,16 Cent) nur geringfügig mehr belastet würden. Laut Vogel könnte eine vierköpfige Durchschnittsfamilie dadurch pro Jahr etwa 90 Euro Stromkosten einsparen.

Bei den brandenburgischen Linken stieß die Forderung einheitlicher Netzentgelte am Mittwoch auf Zustimmung. Thomas Domres, energiepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion, erklärte: „Die große Anzahl von Wind- und Solarparks in den östlichen und nördlichen Bundesländern darf nicht zu deutlich teureren Netzentgelten und entsprechenden höheren Strompreisen führen.“

So sieht es auch Wirtschaftsminister Ralf Christoffers (Linke). Brandenburg dürfe nicht für seine Rolle als „Vorreiter der Energiewende bestraft“ werden, sagte Ministeriumssprecherin Claudia Lippert gestern. Derzeit laufen zwischen Bund und Ländern Gespräche zur Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Darin wolle sich Brandenburg für bundesweit einheitliche Netzentgelte stark machen, bekräftigte Lippert.

Von Bastian Pauly

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