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Brandenburg, Niedersachsen und Thüringen übernehmen HPI-Schul-Cloud

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15:54 29.06.2021
Eine Schülerin bedient während einer Informationsveranstaltung zum Start der Schul-Cloud an der Sportschule Friedrich Ludwig Jahn das Schul-Cloud-Portal auf ihrem Tablet (gestellte Szene) ARCHIV
Eine Schülerin bedient während einer Informationsveranstaltung zum Start der Schul-Cloud an der Sportschule Friedrich Ludwig Jahn das Schul-Cloud-Portal auf ihrem Tablet (gestellte Szene) ARCHIV Quelle: Monika Skolimowska/dpa
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Berlin/Potsdam

Die Schul-Cloud des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) wird künftig von den Bundesländern Niedersachsen, Brandenburg und Thüringen in den Regelbetrieb übernommen. Das HPI werde sich Ende Juli nach einer vierjährigen Pilotphase wie geplant aus der Entwicklung des Systems zurückziehen, erklärte das Potsdamer Institut am Dienstag. „Umso mehr freuen wir uns, dass sich die drei Bundesländer, die bereits landesspezifische Varianten der HPI Schul-Cloud anbieten, darauf verständigt haben, das Forschungsprojekt zu übernehmen und für die schulische und berufliche Bildung weiterzuentwickeln“, sagte HPI-Direktor Prof. Christoph Meinel.

Auf die Schul-Cloud greifen inzwischen mehr als 1,4 Millionen Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler bundesweit und an deutschen Auslandsschulen zu. Aktuell nutzten über 4000 Schulen die Plattform.

US-Riesen versuchen sich im Bildungsmarkt

Die quelloffene und freie HPI-Cloud wurde mit finanzieller Unterstützung des Bundesbildungsministeriums entwickelt. Das Projekt war in der Branche nicht unumstritten, denn es steht vor allem im Wettbewerb mit Lösungen, die auf der Open-Source-Plattform Moodle aufsetzen. Dazu gehört die bayerische Lernplattform Mebis, die aber immer wieder mit technischen Problemen zu kämpfen hat. Daneben sind etliche mittelständische Lösungen auf dem Markt. Dazu gehören IServ, ucs@school, Webweaver, itslearning oder die Schul.Cloud des Hannoveraner Anbieters Heinekingmedia, die sich gegen eine staatlich geförderte Plattform aussprechen. Neben den Mittelständlern versuchen auch große US-Konzerne wie Microsoft, Google und Apple im Bildungsmarkt Fuß zu fassen.

In Reaktion auf die Corona-Pandemie hatte das Bundesbildungsministerium im März 2020 entschieden, die HPI Schul-Cloud deutschlandweit für alle Schulen zu öffnen, die keine vergleichbare Lösung des Landes oder des Schulträgers nutzen konnten.

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Mehrfach Sicherheitslücken geschlossen

Prof. Meinel, der im HPI persönlich das Schul-Cloud-Projekt leitete, räumte ein, es sei eine enorme Herausforderung gewesen, das System mehr als ein Jahr vor der geplanten Fertigstellung in kürzester Zeit für alle Schulen in Deutschland zu öffnen. In dieser Phase wurden auch mehrfach Sicherheitslücken entdeckt, die allerdings schnell vom HPI wieder geschlossen wurden. Es sei gelungen, die Plattform für eine deutlich größere Zahl von Nutzerinnen und Nutzern auszubauen.

Von RND/dpa