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Brandenburg Bilanz nach Orkan "Xaver"
Brandenburg Bilanz nach Orkan "Xaver"
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17:48 07.12.2013
Frontalcrash: Eine Windböe drückte den Kleintransporter bei Kyritz auf die Gegenspur. Quelle: Reichel
Potsdam

Bis Freitagmittag wurden von den fünf Regionalleitstellen der Feuerwehr 500 Einsätze ausgelöst – ein Großteil davon wegen umgeknickter Bäume. In Blankenfelde-Mahlow (Teltow-Fläming) etwa stürzte eine 25 Meter hohe Tanne auf ein Wohnhaus. In Oranienburg (Oberhavel) beschädigte der Sturm zudem die Bibliothek der Fachhochschule der Polizei: Das Dach wurde auf 150 Quadratmetern abgedeckt, die Fensterfront ging zu Bruch.

Mit Schnee und Wind sorgte "Xaver" außerdem für zahlreiche Verkehrsunfälle. Allein in den Kreisen Prignitz, Ostprignitz-Ruppin und Oberhavel krachte es aufgrund des Wetters 40 Mal. Auf der B 273 bei Potsdam verlor ein 47-jähriger Lastwagenfahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug. Er erlitt nur leichte Blessuren, aber die Bundesstraße zwischen Potsdam-Bornim und dem westlichen Berliner Ring war knapp acht Stunden voll gesperrt. „Xaver“ brachte in Potsdam auch den Straßenbahnverkehr weitgehend zum Erliegen. Zudem stürzte eine fünf Meter hohe Kabelbrücke zwischen Landtag und Nikolaikirche ein und beschädigte eine Sandsteinfigur am neuen Landtagsschloss.

Brandenburg an der Havel: Feuerwehrleute und andere Helfer waren seit Donnerstagabend im Dauereinsatz.

Potsdam: Verkehrschaos in den Morgenstunden: Tramverkehr wegen beschädigter Oberleitung lahmgelegt

Potsdam-Mittelmark: Zahlreiche Bäume sind umgekippt. Viele Feuerwehr-Einsätze in Stahnsdorf und Güterfelde. Schüler blieben zu Hause.

Dahmeland / Teltow-Fläming: "Xaver" blieb einige Zeit, hinterließ kaum größere Schäden, doch Angst und Schrecken verbreitete er trotzdem

Havelland: Entwurzelte Bäume, heruntergefallene Äste, umgekippte Telefonmasten, Zäune und Schilder, aber keine Verletzten.

Westhavelland: Schneefall dieses Winters bereitete den Verkehrsteilnehmern und dem Winterdienst größere Probleme als "Xaver"

Oberhavel: Motorsäge im Dauereinsatz im Norden des Landkreises Oberhavel / Oranienburg: "Xaver" deckte die Polizeifachschule ab

Ostprignitz-Ruppin: Wer in Kyritz am Freitag gegen 7 Uhr noch nicht wach war, wurde von Sirenengeheul geweckt / Weihnachtsmarkt-Absage per Lautsprecher in Wittstock

Prignitz: "Xaver" wütete in Wittenberge und in Groß Pankow war Schneemann-Bauen angesagt

Die Deutsche Bahn meldete zahlreiche Probleme. So war der Zugverkehr am Freitagmorgen zwischen Berlin-Grünau und Königs Wusterhausen gestört, weil ein Baum die Leitungen beschädigt hat. „Die ganz großen Schäden wegen des Orkans sind aber ausgeblieben“, sagte ein Sprecher. Die Flugzeuge am Flughafen Schönefeld (Dahme-Spreewald) starteten und landeten wie gewohnt.

Zahlreichen Kindern im Land bescherte „Xaver“ einen schulfreien Nikolaustag. Etwa 40 Prozent der Schüler blieben gestern zu Hause. Das Bildungsministerium hatte den Schulbesuch freigestellt. Die Eröffnung mehrerer Weihnachtsmärkte – so in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin), Oranienburg und Hennigsdorf (beide Oberhavel) – musste verschoben werden.

Der Deutsche Wetterdienst in Potsdam maß Böen mit Geschwindigkeiten von bis zu 100 Stundenkilometern, so Diplom-Meteorologe Hans-Werner Voß. „Trotzdem ist der Sturm in Brandenburg unter den Erwartungen geblieben.“ In anderen Regionen fiel die Bilanz nach „Xaver“ nicht ganz so glimpflich aus. Mindestens acht Menschen starben europaweit bei dem Unwetter.

Deutland-Bilanz: "Xaver»-Unwetterwarnungen aufgehoben - Gefahr aber noch nicht vorbei
Orkan "Xaver" zieht weiter nach Russland. Doch völlig vorbei ist die Gefahr noch nicht: Meteorologen warnen vor glatten Straßen und heftigen Böen. Im Fährverkehr gibt es noch Ausfälle, und nicht alle Züge rollen wieder nach Plan.
Der Deutsche Wetterdienst hat fast alle "Xaver"-Unwetterwarnungen wieder aufgehoben. "Das Wetter in ganz Deutschland wird sich beruhigen", sagte ein DWD-Meteorologe am frühen Samstagmorgen. Ganz gebannt ist die Gefahr allerdings nicht: Im Erzgebirge oberhalb 1000 Meter muss laut DWD noch immer mit orkanartigen Böen gerechnet werden. Schwere Sturmböen werden am Samstag an Nord- und Ostseeküste erwartet, gefrierender Regen in ganz Schleswig-Holstein und Hamburg.

Nach drei Sturmfluten in Folge rechneten die Hamburger Behörden zudem mit keinen dramatischen Wasserständen mehr. Die Innenbehörde gab am Freitagabend Entwarnung. «Es besteht für die Bevölkerung keine Gefahr mehr», hieß es in einer amtlichen Mitteilung.

Am Pegel St. Pauli war am Freitagabend der Scheitelpunkt mit drei Metern über dem mittleren Hochwasser (5,10 Meter über Normalnull) gemessen worden. Einige Straßen im Hafenbereich blieben bis zum Ablaufen des Wassers gesperrt. Die Flut war rund einen Meter niedriger aufgelaufen als am Freitagmorgen. Da hatte der Wasserstand 3,98 Meter über dem mittleren Hochwasser gelegen, der zweithöchste bislang in Hamburg gemessene Wert. Nur die Flut von 1976 war noch höher ausgefallen. Für das Morgenhochwasser am Samstag rechnete die Innenbehörde nicht mehr mit besonderen Maßnahmen. «Das wird das letzte Mal gewesen sein, dass wir Sperrungen vornehmen mussten», sagte ein Sprecher.

Auch die Verkehrslage entspannte sich etwas. Die Deutsche Bahn hob zahlreiche Streckensperrungen im Norden wieder auf. Zwischen Hamburg-Altona und Westerland auf Sylt fuhren wieder Züge, wenn auch mit verminderter Geschwindigkeit. Auch die Strecken Husum - St. Peter-Ording und Husum - Flensburg wurden wieder freigegeben. Zwischen Elmshorn und Neumünster/Kiel sollte der Verkehr am Samstagmorgen wieder rollen.

Im Fährverkehr gibt es jedoch weiter Ausfälle. «Sämtliche Abfahrten auf der Puttgarden-Rødby-Linie werden bis auf weiteres leider gestrichen», hieß es auf der Internetseite der Reederei Scandlines. Die Stadt Fehmarn habe darum gebeten, den Fährdienst auf der Linie Puttgarden auszusetzen. Dadurch sollen weitere Verkehrsstaus auf der Insel vor der Fehmarnsundbrücke vermieden werden. Dort war es am Freitag zu Unfällen gekommen. Die Syltfähre zur dänischen Insel Rømø sollte am Samstag wieder nach Plan fahren.

Auch die US-Bürger haben mit Unwettern zu kämpfen. Heftige Schneestürme und eisige Temperaturen hielten mehrere Bundesstaaten im Griff. Besonders betroffen waren Oklahoma, Arkansas und Tennessee. Dort wurde der Notstand verhängt. In Texas machten Eisregen und rasche Temperaturstürze den Menschen zu schaffen. In Texas und Arkansas kamen vier Menschen ums Leben, meist durch Autounfälle, berichteten US-Medien. In Arkansas starb ein Mann, als ein Baum auf seinen Wohnwagen fiel.

Hunderttausende Menschen waren ohne Strom, über 1000 Flüge mussten gestrichen werden, in mehreren Gemeinden wurden Schulen geschlossen. Der Nationale Wetterdienst warnte wegen der arktischen Kaltfront vor Eisstürmen. Das Tief «Dion» bahne sich seinen Weg weiter in den Nordosten der USA.

Nach Sturmtief "Xaver" -bleibt es regnerisch
Nachdem das Orkantief "Xaver" nach Russland gezogen ist, entspannt sich das Wetter in Deutschland zusehends: Vereinzelt kann es in den kommenden Tagen noch starke Windböen geben, aber mit Stürmen und Unwettern sei nicht mehr zu rechnen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag in Offenbach mit. "Bis Wochenbeginn wird sich das Wetter in ganz Deutschland beruhigen", sagte eine DWD-Meteorologin. "Es bleibt aber zunächst regnerisch und windig - vor allem in der Mitte und im Norden des Landes."

» Das Wetter für Brandenburg

Ein neues Tief zieht am Sonntag über Deutschland hinweg und bringt kurzzeitig milde Luft. Es wird regnerisch und windig. Nur im Süden bleibt es trocken, mancherorts zeigt sich die Sonne. In den Hochlagen der Mittelgebirge kann es noch einzelne Sturmböen geben. Die Temperaturen liegen an der Küste bei bis zu neun Grad, in der Mitte und im Süden des Landes zwischen drei und sechs Grad.

MAZ/dpa

 

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