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Brandenburg Schüler dürfen zu Hause bleiben
Brandenburg Schüler dürfen zu Hause bleiben
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19:12 05.12.2013
Potsdam

Die Schüler aller weiterführenden Schulen in Potsdam müssen am Freitag wegen des Sturms nicht zum Unterricht erscheinen. Das Schulamt hatte eine Orkan-Warnung herausgegeben, weshalb sich alle Schulleiter am frühen Nachmittag gemeinsam auf die Empfehlung geeinigt haben, dass Eltern ihre Kinder besser zu Hause lassen.

Für die Schüler am privaten Filmgymnasium und der Neuen Gesamtschule Babelsberg fiel der Unterricht schon am Donnerstagmittag ab der sechsten Schulstunde aus – auch dort bleiben die Schulflure am Freitag voraussichtlich leer.

Die Schüler am Einstein-Gymnasium in Potsdam bekommen Aufgaben, die sie am Freitag zuhause lösen sollen. Wer noch keine hat, ließ Schulleiterin Irene Krogmann-Weber wissen, kann sie über die Schülerplattform im Netz einsehen. Alle Lehrer bleiben den ganzen Tag über in Bereitschaft.

Grundsätzlich gilt jedoch, dass es eine Anwesenheitspflicht der Lehrer gibt. Ein Schulbesuch wäre daher durchaus möglich. Eltern, die ihre Kinder also nicht zu Hause lassen wollen oder können, haben daher durchaus die Möglichkeit diese in die Schule zu schicken.

Die Grundschulen in Potsdam haben ebenfalls eine Information des staatlichen Schulamts erhalten, dass es aufgrund des Sturms im Ermessen der einzelnen Schulleitungen liegt, ob sie Freitag schließen. An den Grundschulen wird jedoch regulärer Unterricht stattfinden. Matthias Hoch, stellvertretender Schulleiter der Grundschule am Griebnitzsee: „Wir machen erst einmal nichts. Wir wissen ja auch nicht, wie es weitergeht. Wir sind schließlich keine Meteorologen.“ Schulleiterin Sabine Hummel (Rosa-Luxemburg-Schule): „Bei uns wird der Unterricht ganz normal stattfinden. Wir haben den Kindern aber einen Informationsbrief mitgegeben. Die Eltern können selbst entscheiden, ob sie ihr Kind morgen in die Schule schicken.“

Das Lise-Meitner-Gymnasium in Falkensee und die Graf-von-Arco-Oberschule in Nauen haben dagegen am Freitag normal geöffnet ist. In der Kooperationsschule in Friesack findet zwar kein Unterricht statt, doch hat dies mit einem variablen Ferientag ud nichts mit "Xaver" zu tun.

Aus dem Sekretariat des Marie-Curie-Gymnasiums in Ludwigsfelde kam die Antwort, dass das Staatliche Schulamt per Mail alle Schulen gebeten hatte, die Gebäude besonders sorgfältig zu sichern und die Fenster sorgfältig zu schließen. Die Schüler sollten am späten Donnerstagnachmittag nach Haus geschickt werden. Freitagfrüh, so hieß es, entscheiden letztlich die Eltern, ob sie ihr Kind aus dem Haus gehen lassen, so, wie das auch bei sehr starkem Schneefall schon war.

Die Stadtverwaltung Jüterbog hat alle Einrichtungen angewiesen, dass ab Nachmittag keine Kinder mehr draußen betreut werden sollten. Außerdem sollen keine Hortkinder allein nach Hause gehen, sondern der Kontakt zu den Eltern soll aufgenommen werden. Vereine, die erst abends in der Wiesenhalle Jüterbog Sport treiben, haben ihr Training aus Sicherheitsgründen für Donnerstagabend abgesagt.

In Wittstock Schulen bleiben geöffnet, müssen aber nicht unbedingt besucht werden. Unterrichtsausfall ist zwar nicht vorgesehen. Allerdings können die Eltern entscheiden, ob sie ihre Kinder zum Unterricht bringen oder nicht. „Das gilt nicht als unentschuldigtes Fehlen“, sagte der stellvertretende Leiter des für die Kreise Ostprignitz-Ruppin, Prignitz und Oberhavel zuständigen staatlichen Schulamtes in Perleberg, Dietmar Menzel. Wer in der Schule erscheint, wird auch betreut. „Und zwar so lange, bis er sicher nach Hause gelangen kann.“, berichtete Schulrat Menzel. Die Hausmeister haben vorsorglich alle mobilen Gegenstände vor Schulen und Kitas weggeräumt, sagte Fachbereichsleiterin Dorothea Stüben aus der Stadtverwaltung.

Regelungen und Empfehlungen des Bildungsministeriums zum Umgang mit Unwetter-Warnungen

Wegen der aktuellen Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes hinsichtlich des Orkans "Xaver" für Donnerstag und Freitag weist das Bildungsministerium auf folgende Regelungen und Empfehlungen hin:

  • Die Schulen im Land Brandenburg sind grundsätzlich geöffnet.
  • Entscheidungen über wetterbedingten Unterrichtsausfall und flächendeckende Schulschließungen trifft das örtliche Schulamt in Abstimmung mit den Polizeidienststellen und Katastrophenschutzbehörden sowie den Schulverwaltungsämtern der Landkreise und kreisfreien Städte als Träger der Schülerbeförderung. Eine Entscheidung über Schulschließungen im Einzelfall trifft der jeweilige Schulträger in Abstimmung mit dem Schulamt.
  • Auch bei einer Schulschließung ist eine Notbetreuung vor Ort immer gesichert: Die Lehrkräfte und das sonstige pädagogische Personal sind grundsätzlich verpflichtet, zum Dienst zu erscheinen.
  • Treten während des Schulbetriebs Witterungs- und Straßenverhältnisse auf, die eine besondere Gefährdung der Schülerinnen und Schüler auf dem Heimweg erwarten lassen, entscheidet die Schulleitung über eine vorzeitige Beendigung des Schulbetriebs. Minderjährige Schülerinnen und Schüler werden nur nach Hause entlassen, wenn der vorzeitige Heimweg gesichert ist.
  • Bei schwierigen Witterungssituationen in den verschiedenen Regionen entscheiden letztendlich die Eltern, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder nicht. Volljährige Schülerinnen und Schüler entscheiden in eigener Verantwortung.
  • Im Zweifelsfall geht Sicherheit vor Unterricht: Kinder und Jugendliche, die ihre Schulen wegen widriger Witterungsverhältnisse nicht erreichen können oder diese vorzeitig verlassen müssen, gelten als entschuldigt.
  • Weitere Informationen können bei den Schulen, den Schulämtern, den Kreisverwaltungen, den Wetterdiensten sowie den Medien eingeholt werden.

Weihnachtsmärkte in Brandenburg
Thomas Endrulat, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst in Potsdam rechnet für die Region immer noch mit Windstärke elf, also mit bis zu 110 km/h. „Ich persönlich würde Donnerstagabend jedenfalls nicht über den Weihnachtsmarkt gehen“, so der Wetterexperte.

Auch die Betreiber des Weihnachtsmarktes in Wittstock haben ihre Bedenken. Die Eröffnung des Wittstocker Weihnachtsmarktes wird verschoben. Sie findet nicht wie geplant am Donnerstag, sondern erst Freitagnachmittag statt. Bürgermeister Jörg Gehrmann reagiert damit auf die aktuelle Sturmwarnung.

Der Weihnachtsmarkt in Potsam hat dagegen offiziell geöffnet. Die Stadt Potsdam und die Feuerwehr hatten bisher keine Sicherheitsbedenken. Die Betreiber des Marktes wollen die Situation vor Ort entscheiden. Viele Buden waren am Donnerstagnachmittag aber dicht. Sollte es Sicherheitsbdenken geben, so werde der Markt geschlossen und die Besucher vor Ort über die Schließung informiert.

Ebenfalls noch keine besonderen Vorkehrungen haben die Markttreibenden auf dem Weihnachtsmarkt in Brandenburg an der Havel getroffen. „Noch ist ja alles ruhig. Im Ernstfall wird uns der Marktleiter informieren, wenn der Sturm wirklich kommt“, hieß es am Mittwoch.

In Rathenow gibt man sich ob des heranziehenden Sturms gelassen. Zwar demontierten Mitarbeiter der Rathenower Wärmeversorgung den straßenüberspannenden Lichterschmuck, aber der Weihnachtsbaum auf dem Märkischen Platz  beließ man an Ort und Stelle. „Der steht stabil“, hieß es aus der Stadtverwaltung.

Orkan „Xaver“ hat auch Oberhavel seit Donnerstagabend fest im Griff. Und zugleich für die Absage der Eröffnung des „Weihnachtsgans-Auguste-Marktes“ in Oranienburg am Donnerstagmittag gesorgt. Sie ist auf Sonnabend, 12 Uhr, verschoben worden. Die Entscheidung fiel am Donnerstagmorgen kurz nach 8 Uhr am Tisch des Bürgermeisters. Da war der Aufbau bereits in vollem Gang. Inzwischen steht die Bühne, sind die Holzbuden aufgestellt. Vor allem hatten die Organisatoren Bedenken, dass die Pagodenzelte von Sturmböen weggerissen werden. „Wir haben auch Angst, um unseren Weihnachtsbaum“, so Stadtsprecher Björn Lüttmann. Der Stadthof habe alles festgezurrt, was zu sichern ging. Verzichtet haben die Organisatoren auf den Aufbau der Leinwand, auf der Kinder die Filme vom Aschenbrödel und der Weihnachtsgans Auguste sehen sollten. „Die Gefahr ist zu groß, dass sie zerreißt.“ Die Bilder sollen nun auf einen Teil der Schlossmauer projiziert werden, so Lüttmann, der hofft, dass Xaver rechtzeitig abflaut und zumindest Schnee statt Regen mitbringt.

„Wir können Besucher und Standbetreiber nicht in Gefahr bringen“, begründet Geschäftsführer Jürgen Höhn von der Tourismus und Kultur die Entscheidung, den Markt auf zwei Tage zu verkürzen. Das Programm für Sonnabend und Sonntag, jeweils von 12 bis 20 Uhr, bleibt unverändert.

Auch in Hennigsdorf wurden die Aufbauten für den Weihnachtsmarkt und die große Tanne extra festgezurrt. Die Bühne wurde abgesenkt. Bänke und Tische sind noch nicht aufgestellt. „Wir haben alles gesichert, was man sichern kann“, sagt Stadtsprecherin Ilona Möser. Eine Nachtwache passe auf. Der Eröffnungstermin wurde noch nicht verschoben. Am Vormittag wollen Stadt und Veranstalter entscheiden, ob der Markt wie geplant am Freitag um 16 Uhr eröffnet werden kann. Die Stadt hofft auf ein Einsehen des „Wettergottes“.

Absagen diverser Veranstaltungen

  • Aufgrund der Unwetterwarnung hat Landrat Dietmar Schulze in der Uckermark entschieden, die für Donnerstag vorgesehene Ehrung für Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren abzusagen. Die Veranstaltung wird auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.
  • Die Universität Potsdam hat die Veranstaltung "DenkMahl - Mit Salomon Maimon durchs jüdische Berlin, Februar 1795 – Jüdische Kultur und Geschichte in Berlin und Brandenburg" abgesagt.
  • Im Landkreis wurde die für Donnerstag anberaumte Sondersitzung des Haushalts- und Finanzausschusses verschoben. Neuer Termin für die Sitzung ist Montag, 9. Dezember 2013, 16 Uhr.
  • Die Buchvorstellung in der Friedenskirche in Potsdam „Die Bachs - eine deutsche Familie“ wurde vom Veranstalter Klaus Rüdiger Mai abgesagt. Sie war für Donnerstagabend um 20 Uhr geplant. Offenbar befürchtet Mai, dass aufgrund des schlechten Wetters die Bänke leer geblieben wären. Die Lesung wird auf Februar verschoben.
  • Die Stadt Teltow hat das für Freitag geplante Nikolausfest auf dem Marktplatz in der Altstadt abgesagt. Der Bürgermeister, Thomas Schmidt,  bittet um Verständnis, das es sich dabei um eine Vorsichtsmaßnahme wegen des Sturms handelt.
  • Dahme wurde die heutige Stadtverordnetenversammlung wegen des Sturms auf kommenden Dienstag verschoben. Sie hätte im Ortsteil Heinsdorf stattgefunden.

MAZ

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