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Brandenburg Brandenburg: Schulbetrieb läuft nach Corona-Pause an – Personalengpass befürchtet
Brandenburg Brandenburg: Schulbetrieb läuft nach Corona-Pause an – Personalengpass befürchtet
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17:31 04.05.2020
Stück für Stück wird der Schulbetrieb in Brandenburg wieder aufgenommen. Quelle: dpa
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Potsdam

In den Brandenburger Schulen wird es trotz der Corona-Krise wieder voller: Am Montag kehrten die sechsten Klassen der Grundschulen, die neunten und zwölften Klassen der Gesamtschulen und die elften Klassen der Gymnasien zum Unterricht zurück. Während Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) die Schulen gut vorbereitet sieht, befürchtet der Brandenburgische Pädagogen-Verband personelle Engpässe, weil Gruppen geteilt werden, und sieht weitere Risiken. Vor eineinhalb Monaten waren die Schulen geschlossen worden.

„Wir kommen uns vor wie so eine Art Operation am offenen Herzen“, sagte Verbandspräsident Hartmut Stäker. Er warnte vor einer personellen Überlastung der Lehrer, wenn die Klassen in Grundschulen auf zwei Räume aufgeteilt würden und an den anderen Schulen Klassen tageweise wechselten. „Ich brauche dann doppelt so viele Lehrer, wenn ich alle unterrichten will, und doppelt so viele Räume, die ich nicht habe“, sagte Stäker dem RBB-Inforadio. Die andere Hälfte der Schüler müsse noch zuhause unterrichtet werden.

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Strikte Regeln und Einbahnflure

Der Lübbener Physiklehrer sieht auch Risiken, weil nicht klar sei, welche Schüler Kontakt zu Corona-Infizierten gehabt hätten. Wenn Schüler Symptome zeigten, sollten sie zuhause bleiben. „Das ist zu spät“, sagte Stäker. Er wies auch darauf hin, dass es zunächst den Plan gegeben habe, die Tische in den Klassenräumen mehrfach am Tag regelmäßig zu desinfizieren, nun solle Seife genügen.

Die Bildungsministerin will Ansteckungen mit strikten Regeln verhindern. „Indem die Abstände an den Schulen eingehalten werden. Indem Gruppen geteilt werden. Indem manche Gänge zu Einbahnstraßen werden“, sagte Ernst der Zeitung „Der Prignitzer“ (Montag). „Wir haben ein umfangreiches Hygienekonzept für die Schulen aufgestellt.“

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Schülerschaft wird zweigeteilt

Um die Abstandsregeln einhalten zu können, werden die Klassen in den Grundschulen in zwei Gruppen auf verschiedene Räume verteilt. Es gelten strenge Hygienemaßnahmen. An den weiterführenden Schulen soll die eine Hälfte der Schüler in der Regel montags, mittwochs und freitags zum Unterricht kommen, dienstags und donnerstags die andere Hälfte - nach einer Woche wird getauscht. Vor einer Woche waren Zehntklässler wieder zum Unterricht gekommen. Ab der nächsten Woche können die Fünftklässler in Grund- und Förderschulen wieder kommen.

Seit Montag sollen Schüler statt des gestrichenen Sportunterrichts einmal pro Woche alternative Bewegungsangebote wahrnehmen können. Dazu gehört Ausdauersport wie Radfahren oder Laufen im Freien und Krafttraining, um gegen Stress vorzugehen und Abwehrkräfte aufzubauen.

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Von RND/MAZonline