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Brandenburg Umfrage: SPD in Brandenburg nun bei 29 Prozent – CDU und Grüne verlieren
Brandenburg

Brandenburg-Umfrage sieht SPD in Bund und Land mit Olaf Scholz im Aufwind

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18:47 01.09.2021
Wahlplakate mit den Spitzenkandidaten Olaf Scholz (SPD, l-r), Armin Laschet (CDU), Robert Habeck und Annalena Baerbock (beide Bündnis 90/Die Grünen).
Wahlplakate mit den Spitzenkandidaten Olaf Scholz (SPD, l-r), Armin Laschet (CDU), Robert Habeck und Annalena Baerbock (beide Bündnis 90/Die Grünen). Quelle: Arne Dedert/dpa
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Potsdam

In Brandenburg kann die SPD knapp vier Wochen vor der Bundestagswahl vom Höhenflug ihres Kanzlerkandidaten Olaf Scholz profitieren. Die SPD von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) liegt einer aktuellen Umfrage zufolge sowohl im Bund als auch im Land mit überraschend deutlichen Zugewinnen auf Platz 1.

Wenn schon am Sonntag Bundestagswahl wäre, würde die SPD mit 29 Prozent der Stimmen stärkste Kraft. Das geht aus dem Brandenburg-Trend von Infratest dimap im Auftrag des rbb-Magazins „Brandenburg aktuell“ und Antenne Brandenburg hervor. Es wurden vom 25. bis 30. August 1.157 Wahlberechtigte in Brandenburg befragt.

SPD bei Bundestagswahl auf Platz 1

Die SPD würde damit mit mehr als 11 Prozent über ihrem Ergebnis (17,6 Prozent) von vor vier Jahren liegen. 2017 war sie hinter CDU (26,7) und AfD (20,6) nur drittstärkste Partei. Die AfD käme diesmal auf 18 Prozent und würde leicht verlieren. Die Linke liegt bei 11 Prozent (minus 6), Grüne und FDP können sich um vier bzw. zwei Prozentpunkt verbessern und kommen auf jeweils neun Prozent.

Einbruch der Stübgen-CDU in der Wählergunst

Einen Einbruch in der Wählergunst erlebt die CDU von Landeschef und Innenminister Michael Stübgen, die nach der Umfrage bei der Bundestagswahl landesweit nur noch auf 15 Prozent der Stimmen kommt und damit ihren Vorsprung einbüßt. Sie müsste damit rechnen, weniger Abgeordnete in den Bundestag zu schicken. Vor vier Jahren holte die Partei noch neun der zehn Direktmandate im Land.

Die sinkenden Umfragewerte der Union auf Bundesebene mit ihrem Kanzlerkandidaten Armin Laschet schlagen sich offenbar auch in Brandenburg nieder. Für Landeschef Stübgen dürfte der Landesparteitag am Samstag kein einfacher werden. Er will sich nach zwei Jahren in seinem Amt bestätigen lassen. Gast des Parteitags in Potsdam ist Armin Laschet.

Erdrutschartige Zugewinne für Woidke-SPD: plus 11

Auch bei der „Sonntagsfrage“ zur Landtagswahl ist die CDU gefallen – auf ein historisches Umfragetief. Sie kommt nur noch auf 13 Prozent – das ist ein Minus von drei Prozentpunkten gegenüber einem Umfragewert im Mai.

Einen erdrutschartigen Zugewinn gibt es für die SPD im Land, die Brandenburg seit 1990 regiert. Sie käme auf 34 Prozent, das ist ein Zuwachs von 11 Prozent gegenüber der Mai-Umfrage.

Neben der CDU würde auch der dritte Koalitionspartner der SPD, die Grünen, verlieren. Die Landespartei, die mit Ursula Nonnemacher (Gesundheit) und Axel Vogel (Umwelt, Agrar) zwei Minister stellt, kommt nur noch auf acht Prozent – das ist eine Halbierung gegenüber dem Mai-Wert von 16 Prozent.

Unverändert zweitstärkte Kraft im Landtag wäre die AfD mit 17 Prozent (minus 1). Die Linke erreicht neun Prozent. BVB/Freie Wähler und FDP könnten mit je 7 Prozent ebenfalls in den Landtag einziehen.

Bei der „K-Frage“ konnte SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz seinen Vorsprung deutlich ausbauen. Ihn würde beinahe die Hälfte der Befragten (47 Prozent) direkt wählen, wenn das möglich wäre. Im Vergleich zur Umfrage im Mai ist das ein Plus von 24 Prozentpunkten. Armin Laschet und Annalena Baerbock erreichen nur je 9 Prozent.

Bemerkenswert ist, dass der Rückhalt für Laschet unter den eigenen Anhängern besonders gering ist. Nur 45 Prozent der potenziellen CDU-Wähler wünschen sich ihn als Kanzler, 31 Prozent würden für SPD-Kandidat Scholz stimmen. Die SPD-Anhänger stehen fast geschlossen (91 Prozent) hinter Scholz.

Bundesweit liegt die SPD in Umfragen knapp vor der Union, mit weiterem Abstand folgen die Grünen

Bei Kohleausstieg ist Brandenburg gespalten

Der geplante Kohleausstieg bis spätestens 2038 spaltet der Infratest-Umfrage zufolge die Brandenburger. Nur bei einem Drittel (37 Prozent) stößt das Ende der Kohleverstromung auf Akzeptanz. Drei von zehn (29 Prozent) wollen früher aussteigen, 27 Prozent auch darüber hinaus Kohle fördern. Besonders umstritten ist der Kohleausstieg in den Braunkohleregionen, dort können sich nur 9 Prozent einen früheren Ausstieg vorstellen. Im Berliner Umland sind dagegen 42 Prozent der Meinung, man solle sich früher von der Braunkohle verabschieden.

Von Igor Göldner