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Brandenburg Brandenburg baut Minister-WG
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00:18 15.11.2013
460 Verwaltungsmitarbeiter sollen ab Sommer 2015 in dem neuen Regierungstrakt arbeiten.
460 Verwaltungsmitarbeiter sollen ab Sommer 2015 in dem neuen Regierungstrakt arbeiten. Quelle: Simulation: STRABAG
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Potsdam

Der Plan stammt noch aus Zeiten der rot-schwarzen Koalition: Die neun Ministerien der Landesregierung sollten aus Kostengründen künftig an zwei Potsdamer Standorten konzentriert werden: an der Heinrich-Mann-Allee 107, wo die Staatskanzlei residiert, und an der Henning-von-Tresckow-Straße, wo schon Innen- und Verkehrsministerium sitzen.

Nun, nachdem Bildungs- und Finanzministerium längst zu Nachbarn der Staatskanzlei geworden sind, wird das letzte Kapitel in Sachen umziehende Ministerien eingeläutet: Finanzminister Helmuth Markov (Linke) legt am Mittwoch den Grundstein für den Bau eines Fünfgeschossers in der Tresckow-Straße. Bis Mitte 2015 sollen die Ministerien für Arbeit und Soziales sowie Umwelt und Gesundheit dort einziehen. Bislang sitzen die beiden Ressorts noch etwas abseits in der Heinrich-Mann-Allee 103. Nach dem Umzug können alle Kabinettsmitglieder den neuen Landtag in wenigen Minuten zu Fuß erreichen – sofern sie darauf Wert legen.

Der Gemeinschaftsbau ist, nach dem neuen Landtag und Finanzministerium, erneut ein Projekt öffentlich-privater Partnerschaft (ÖPP). Der Konzern Strabag plant, baut und finanziert die Minister-WG für 30 Jahre. Das Land ist Mieter, nach Ablauf des Vertrags dann Eigentümer. Solange betreibt die Strabag auch den Komplex, inklusive Wachschutz und Reinigungspersonal, das laut Vergabegesetz nach Brandenburger Mindestlohn bezahlt werden muss. Dieses Modell soll Geld sparen: 57,5 Millionen Euro kostet das Gebäude mit seinen 10000 Quadratmetern Nutzfläche. Auf 30 Jahre gerechnet, also inklusive der Betriebskosten, muss das Land 79,3 Millionen Euro zahlen. „Als Eigenbau würde uns das Projekt 82,8 Millionen Euro kosten“, erklärt Thomas Vieweg, Sprecher des Finanzministeriums.

Finanzminister Markov, der diese Projekte von der Vorgängerregierung geerbt hat, steht den ÖPP-Modellen jedoch grundsätzlich skeptisch gegenüber. Vor allem die CDU hatte, als sie noch in Regierungsverantwortung stand, für die Allianz aus privater und öffentlicher Hand geworben. Doch der erwartete Mehrwert blieb bislang bei den drei Brandenburger Projekten aus. Der Neubau des 2010 in Betrieb genommenen Finanzministeriums in der Heinrich-Mann-Allee droht auf 30 Jahre gesehen deutlich teurer zu werden, statt billiger, warnt etwa der Landesrechnungshof. Und beim Landtagsneubau, der im Januar bezogen wird, streiten sich das Land und der Baukonzern BAM vor einem Schiedsgericht um Mehrkosten in Höhe von 18 Millionen Euro.

460 Mitarbeiter aus Arbeits- und Gesundheitsministerium sollen in dem neuen Haus arbeiten, das als energiesparendes Passivhaus geplant wird. Es gruppiert sich um drei Innenhöfe und ist durch große Tore in verschiedene Richtungen durchlässig, was laut Strabag „spannungsvolle Einblicke“ erlaube. „Das Gebäude ist vorbereitet für flexible Lösungen“, so Ministeriumssprecher Vieweg. „Im Falle eines anderen Ressortzuschnitts lassen sich auch die Gebäudeeinheiten neu aufteilen.“

Eigentlich sollte auch das Wissenschaftsministerium um Sabine Kunst (parteilos) einen Neubau auf dem Tresckow-Areal erhalten. Doch dieser Plan wurde aus Kostengründen verworfen: Kunsts Haus steht schließlich nur 50 Meter entfernt in der Dortustraße. (Torsten Gellner)

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