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Brandenburg Aufruf zum Erinnern: Brandenburg gedenkt der Nazi-Opfer
Brandenburg Aufruf zum Erinnern: Brandenburg gedenkt der Nazi-Opfer
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17:42 27.01.2020
Mit zahlreichen Veranstaltungen hat Brandenburg wie hier in der Gedenkstätte Sachsenhausen an die Opfer der Gräueltaten der Nationalsozialisten erinnert. Quelle: Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dp
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Oranienburg

Mit zahlreichen Veranstaltungen hat Brandenburg an die Opfer der Gräueltaten der Nationalsozialisten erinnert. In der Gedenkstätte Sachsenhausen rief Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke dazu auf, die Gesellschaft stärker immun gegen Hass und Hetze zu machen. „Aus der Geschichte lernen reicht nicht für ein "Nie wieder!"“, sagte Liedtke am Montag laut Manuskript. „Wir müssen uns fragen, wie wir dafür sorgen können, dass Nazi-Propaganda, Hetze, Antisemitismus und Menschenfeindlichkeit heute in unserem Land keinen Raum mehr finden.“

Die Landtagspräsidentin warb dafür, das „gesellschaftliche Immunsystem“ zu stärken, weil sich Hass und Hetze im Netz ausbreiteten, es mehr rechtsextreme Gewalt gebe und Antisemitismus und Alltagsrassismus auch in der Mitte der Gesellschaft vorkämen. „Die Gespräche mit den Zeitzeugen, die noch immer die Kraft aufbringen, uns von dem Erlebten zu erzählen, werden immer kostbarer mit der Zeit“, sagte sie. „Diese Gespräche wird es nicht mehr lange geben.“ Im Mittelpunkt des Gedenkens in Sachsenhausen standen die Todesmärsche. Dabei starben nach Angaben der Gedenkstätte in den letzten Tagen der NS-Herrschaft über 1000 Häftlinge des Konzentrationslagers.

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Mehrere Gedenkveranstaltungen in Brandenburg

In Brandenburg wurde an mehreren Orten mit Reden und Kranzniederlegungen an die Opfer des Nationalsozialismus erinnert. Zum 75. Mal jährt sich an diesem Montag die Befreiung des deutschen KZ Auschwitz im von Hitler-Deutschland besetzten Polen. Nach Schätzungen wurden dort mehr als eine Million Menschen ermordet, meist Juden.

Brandenburgs Kulturministerin Manja Schüle (SPD) rief in Potsdam dazu auf, das eigene Verhalten zu hinterfragen. „Tatsächlich sollten wir uns die Frage stellen, wie unsere eigenen Kinder und Kindeskinder später wohl auf unser Verhalten blicken. Werden auch sie fragen: Warum habt ihr nichts getan?“, sagte Schüle in der Gedenkstätte Lindenstraße. Die Auseinandersetzung mit der Geschichte sei keine Garantie für ein auf Respekt basierendes Miteinander.

Treffen mit polnischen Ministerpräsidenten

An diesem Dienstag will Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) mit dem polnischen Ministerpräsidenten Mateusz Morawiecki die Gedenkstätte Sachsenhausen besuchen. Beide werden dort nach Angaben der Staatskanzlei in Potsdam Kränze niederlegen. Das Treffen war ursprünglich für Montag geplant. Das Brandenburger Kabinett will an diesem Dienstag die Aktion #weremember unterstützen, um an die Taten der Nazis zu erinnern. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Carla Kniestedt erklärte am Montag: „Es liegt an uns, dafür zu sorgen, dass sich die Geschichte nicht wiederholt.“

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Von RND/dpa