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Brandenburg Brandenburg hat bundesweit die geringste Ärztedichte
Brandenburg Brandenburg hat bundesweit die geringste Ärztedichte
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18:41 03.05.2019
Untersuchung beim Hausarzt. Quelle: dpa/Cristin Klose
Potsdam

Brandenburg hat von allen Bundesländern die niedrigste Dichte an Ärzten. Das geht aus neuen Daten des Bundesarztregisters mit Stand Ende vergangenen Jahres hervor. Demnach kommen in der Mark auf 100 000 Einwohner rund 186 Ärzte. Zum Vergleich: Mecklenburg-Vorpommern liegt bei rund 205 Ärzten, Sachsen-Anhalt bei etwa 194. Die höchste Ärztedichte hat Bremen mit rund 296 Ärzten.

Auffallend in Brandenburg ist vor allem der Mangel an Kinderärzten: Auf 100 000 Einwohner kommen acht Mediziner für Kinder. In Berlin sind es rund zehn Mediziner. Deutlich besser sind die Zahlen in Brandenburg bei Hausärzten. Dort liegt die Dichte bei rund 66 Ärzten je 100 000 Einwohner.

Auch das Durchschnittsalter von Ärzten ist in den Daten des Bundesarztregisters erfasst. Demnach sind acht Prozent der Brandenburger Ärzte älter als 65 Jahre alt. Bei den Hausärzten ist der Anteil mit elf Prozent sogar noch etwas höher.

Brandenburg befinde sich „in einem bundesweiten harten Wettbewerb“ um medizinisches Personal, sagt Gesundheitsministerin Susanna Karawanskij (Linke). Die Ärzteversorgung im Land sei aber „gut und stabil“. Dies wolle man unter anderem mit einem Landärzteprogramm sichern, in das binnen vier Jahren 20 Millionen Euro fließen sollen – davon sollen laut der Ministerin mindestens 100 Nachwuchskräfte gewonnen werden. Es gehe um Stipendien für junge Mediziner und Weiterbildung. AOK Nordost und die Kassenärztliche Vereinigung stünden als Partner bereit.

Kommunen gründeten eigene Hochschule

Die Landesregierung hat kürzlich die Gründung einer medizinischen Fakultät an der Universität Cottbus angekündigt. Schon 2014 wurde in kommunaler Trägerschaft (Brandenburg/Havel, Neuruppin, Bernau, Rüdersdorf) die Medizinische Hochschule Brandenburg (MHB) gegründet, weil die örtlichen Kliniken dringend Ärzte benötigen.

CDU-Gesundheitsexperte Raik Nowka erinnert daran, dass Brandenburg das einzige Flächenland ohne eine vom Land finanzierte Medizinerausbildung ist. Dies aber müsse sich Brandenburg leisten, auch wenn die Kosten hoch seien. Pharmazie könne man ebenfalls nicht studieren. Krankenhausstandorte müssten generell erhalten bleiben: „Kliniken haben eine Magnetfunktion – Ärzte lassen sich gern in ihrem Umfeld nieder“, so Nowka.

Zahl der Ärzte steigt, aber langsam

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Brandenburg kennt das Problem der geringen Arztdichte seit Jahren und versucht gegenzusteuern. Dabei erziele man Erfolge, sagt KV-Sprecher Christian Wehry: „Die Arztzahlen steigen seit Jahren langsam, aber kontinuierlich.“ So wachse – in Vollzeitstellen umgerechnet – die Zahl der Ärzte um etwa 0,8 Prozent jährlich und liege derzeit bei 3426 (2010 waren es 3228).

Konkret fördern die KV und die Krankenkassen Ärzte mit bis zu 55 000 Euro, wenn sie sich in Gebieten mit Ärztebedarf niederlassen. Zudem erhielten Ärzte in Weiterbildung einen Zuschuss, so Sprecher Wehry. Gemeinsam mit der Medizinischen Hochschule Brandenburg in Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), organisiere die KV für die angehenden Mediziner auch Kennenlern-Touren ins ländliche Brandenburg.

Von Ulrich Wangemann, Silke Nauschütz und Thorsten Keller

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