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Brandenburg Glücksforscher Raffelhüschen: Es ist auch Zufall, dass Brandenburg an letzter Stelle steht
Brandenburg Glücksforscher Raffelhüschen: Es ist auch Zufall, dass Brandenburg an letzter Stelle steht
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14:28 05.11.2019
Hat den Glücksatlas mit erstellt: Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg Quelle: Gregor Fischer/dpa
Potsdam

Und wieder ist Brandenburg Schlusslicht: Im neuen Glücksatlas, den die Deutsche Post am Dienstag in Berlin vorgestellt hat, landet die Mark ganz hinten im Ranking. Mit 6,76 Punkten von zehn möglichen, bewerten die Brandenburger ihr Glück noch schlechter als im Vorjahr. Auch da war Brandenburg schon Schlusslicht. Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg hat die Studie erstellt – und hält die genaue Platzierung für nicht entscheidend.

Herr Raffelhüschen, Brandenburg ist schon wieder Letzter in ihrem Ranking. Haben Sie dafür eine Erklärung?

Die ostdeutschen Bundesländer sind etwas weniger glücklich als die westdeutschen – aber der Abstand ist marginal. Dass Glück in Deutschland gerade auf einem Allzeithoch ist, liegt an den ostdeutschen Bundesländern, die aufgeholt haben. Auf welchem Platz Brandenburg da nun genau liegt, will ich gar nicht sagen. Das ist auch Zufall. Da kann ich mir keinen Vergleich erlauben.

Das heißt, man sollte gar nicht so genau auf die Nachkommastellen gucken?

Ja, genau. Aber es gibt natürlich trotzdem Gründe für ein schlechteres Abschneiden generell. Das ist uns wichtig. Wir gucken weniger auf die Abstände oder die Platzierung der einzelnen Länder als auf die Kausalitäten. Warum schneidet ein Bundesland eher schlechter oder eher besser ab? In Brandenburg sollte man hier vor allem auf den Arbeitsmarkt schauen. Auch wenn die Situation nicht dramatisch ist, gibt es noch immer eine verfestigte Arbeitslosigkeit. Das lässt Menschen natürlich weniger optimistisch in die Zukunft schauen. Dazu gibt es viele ältere Brandenburger und daher eine hohe Quote der Menschen, die pflegebedürftig sind oder eher Probleme mit der eigenen Gesundheit haben. Und auch bei Vermögen und Einkommen gibt es Nachholbedarf.

Wie messen Sie als Wissenschaftler eine komplexe Größe wie Glück?

Wir fragen die Menschen erst einmal grundsätzlich: Wie bewerten Sie ihr Glück auf einer Skala von null bis zehn. Und dann fragen wir detailliert nach allem. Uns interessiert auch, ob sie einen Hund haben. Daraus ergeben sich Kausalitäten und Korrelationen. Die untersuchen wir.

Aber kreuzt ein knorriger Brandenburger auf einer solchen Skala nicht vielleicht eher einen niedrigeren Wert an als ein heiterer Rheinländer?

Ich habe jetzt noch nicht so viele Brandenburger kennengelernt, als dass ich ihre Knorrigkeit bewerten könnte. Aber natürlich gibt es die Restgröße Mentalität, die dafür sorgt, ob man das Glas eher halbvoll oder halbleer sieht. Aber wir versuchen ja gerade, diese Größe sehr klein zu halten – damit wir nach den Kausalitäten suchen können.

Wagen wir den Blick in die Zukunft. Gibt es eine Chance, dass Brandenburg in fünf Jahren in ihrem Ranking auf einem vorderen Platz landet?

Natürlich. Ost und West sind schon jetzt so stark angeglichen, dass es reiner Zufall ist, dass nicht schon jetzt ein westdeutsches Bundesland weiter hinten gelandet ist. Wenn die ostdeutschen Bundesländer ihre Arbeitsmärkte in den Griff bekommen, werden sie auch besser abschneiden – vielleicht auch schon im kommenden Jahr.

Von Ansgar Nehls

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