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Brandenburg So wird die Brandenburg-Kampagne in Berlin bewertet
Brandenburg So wird die Brandenburg-Kampagne in Berlin bewertet
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00:21 08.06.2018
Ein Eigentor für Brandenburg: Staatskanzlei-Chef Thomas Kralinski stellte am Montag in Berlin die Imagekampagne „Brandenburg. Es kann so einfach sein" vor. Quelle: Diana Bade
Berlin

Es könnte einfacher sein für Thomas Kralinski an diesem sonnigen Mittag auf dem Pariser Platz in Berlin. In großen Schritten läuft der Chef der Brandenburger Staatskanzlei, staatsmännisch in Anzug, Krawatte und Lackschuhen, auf ein Ehepaar zu. Er stoppt und fragt: „Können wir Sie für Brandenburg begeistern?“ Der Mann vor ihm schüttelt den Kopf. „Nein, wir kommen aus Hannover.“ Kralinski lässt sich davon nicht entmutigen. Schließlich geht es heute darum, sein Land bekannter zu machen.

Einfach Obst für alle: Brandenburgs Staatskanzlei-Chef Thomas Kralinski verschenkt „ein Stück Brandenburg“ an die Berlinerin Tatjana Ladna. Die Obstbäume kommen aus der Barnimer Baumschule Biesenthal und tragen bereits erste Früchte. Quelle: Diana Bade

Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ – Das ist der Titel einer neuen Imagekampagne, mit der das Land für das Land wirbt. Am Montag hat die Staatskanzlei die Kampagne erstmals in der Hauptstadt – passenderweise am Brandenburger Tor – präsentiert und märkische Obstbäume an Berliner und Touristen verschenkt. Die Botschaft: Das Leben in der Mark lohnt sich.

„Jeder Berliner hat ein Stück Brandenburg verdient“, sagt Kralinski, greift eine der Pflanzen und steuert damit auf eine junge Familie aus Lüneburg zu, die gerade Urlaub in Berlin macht. „Das nächste Mal kommen Sie zu uns. Brandenburg ist wie Berlin, nur noch schöner“, sagt der Staatskanzlei-Chef. Die einstudierten Sätze sitzen. Der Familienvater ist begeistert. „Da haut aber einer was raus. Tolle Aktion!“

Häme im Netz – doch bei den Berlinern kommt die Botschaft an

Viel Spott und Häme hatte die neue Imagekampagne des Landes hingegen zunächst im Netz erhalten. Auch die Politik hatte den Werbespruch scharf kritisiert. Man brauche eine kurze, knackige Botschaft, aber keine, bei der jeder sich frage, was eigentlich gemeint sei, kritisierte die oppositionelle CDU.

Auf dem Pariser Platz kommt die Botschaft bei den meisten an. Zwischen Apfel-, Birnen-, Zwetschgen- und Kirschbäumen schnuppert die Großstädterin Tatjana Ladna ein wenig Landluft in ihrer Mittagspause. Die Berlinerin lebt seit 30 Jahren in der Hauptstadt und findet die Imagekampagne gelungen. „Einfach ins Grüne und viel Wasser kommt mir in den Sinn, wenn ich den Werbespruch lese.“

Auch Henry Glaser aus Rostock kann sich vorstellen, eines Tages in Brandenburg zu leben. Er ist in Berlin aufgewachsen. Quelle: Diana Bade

Auch Henry Glaser findet die Werbeoffensive aus der Mark gut. „Durch Comedians wie Rainald Grebe hat Brandenburg nicht den besten Ruf. Mit der Kampagne entstehen neue Bilder im Kopf“, sagt der Lehramtsstudent aus Rostock. Er ist in Berlin aufgewachsen. Das Kirschbäumchen, das ihm gerade Kralinski überreicht hat, würde er trotzdem gern eines Tages in märkischen Boden pflanzen. „Mir gefällt die Gegend rund um Rheinsberg.“

Brandenburger müssen sich mit Kampagne anfreunden

Dort und an vielen anderen Orten im Land könnte ihm auch eines der sechs Motive begegnen, mit denen die Staatskanzlei für ein Leben in Brandenburg wirbt. Eine MAZ-Online-Umfrage hat ergeben, dass ein Großteil, also zwei Drittel aller Teilnehmer, die Motive, die das Land vor allem als Natur-Idyll darstellen, für gelungen hält.

500 Plakate sollen in der Region aufgestellt werden – 400 Mal können sich die Märker selbst anschauen, wie einfach alles ist, 100 Poster schmücken Berlin. Dass die Plakate zunächst nicht in anderen deutschen Städten zu sehen sein werden, liegt laut Staatskanzlei nicht nur an der Budgetgrenze von einer Million Euro jährlich. Es sei nur logisch, dass sich zunächst die Brandenburger mit der Kampagne anfreundeten, so Kralinski. „Sie sind es, die unsere Stärken nach außen tragen können.“ Ganz einfach.

Von Diana Bade

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