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Brandenburg Kaum Schäden durch „Burglind“ in Brandenburg
Brandenburg Kaum Schäden durch „Burglind“ in Brandenburg
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07:51 04.01.2018
Sturm Burglind deckte das Dach dieses Hauses in der Grabenstraße in Perleberg ab. Quelle: Ortsfeuerwehr Perleberg
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Offenbach, Potsdam

Sturm „Burglind“ hat in der Nacht zum Donnerstag in Brandenburg nach einer ersten Bilanz offenbar nur geringe Schäden hinterlassen.

Vom Lagedienst der Polizei in Potsdam hieß es am Donnerstagmorgen, es sei alles ruhig gewesen. Auch die Feuerwehren gaben Entwarnung. Schichtführer Thomas Kiebis von der Leitstelle Nordwest – zuständig für Potsdam, Havelland, Ostprignitz-Ruppin und die Prignitz – meldet lediglich vier sturmbedingte Einsätze von Mittwochabend bis Donnerstag früh.

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Dabei handelt es vor allem um umgestürzte Bäume – in der Amundsenstraße in Potsdam, in Breddin und auf der B 102 bei Großderschau ( beide Ostprignitz-Ruppin).

Nur in Perleberg (Prignitz) kam es laut Kiebis zu einem größeren Einsatz: An einem Haus in der Grabenstraße hatte sich durch den Sturm ein Schornstein gelöst und ist teilweise durch das Dach gestürzt sowie auf die Straße. Es drohten weitere Teile des Schornsteines und mehrere Dachziegel zu fallen. Der Feuerwehr, die mit vier Fahrzeugen vor Ort war, gelang es, die Gefahrenquellen vom Dach zu entfernen. Nach rund einer Stunde war der Einsatz beendet.

Im Bereich der Leitstelle Südwest – zuständig für Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming und die Stadt Brandenburg – gab es sogar nur einen sturmbedingten Einsatz, wie Schichtführer Goran Ihrig am Morgen sagte. Mittwochabend rückte die Feuerwehr nach Brandenburg an der Havel aus, weil Metallteile von einem Dach zu stürzen drohten.

Ihrig rechnet jedoch damit, dass es am Vormittag weitere Einsätze geben wird. „Erfahrungsgemäß bemerken die Leute auf dem Weg zur Arbeit, wo noch ein Baum umgestürzt ist.“

Das Tief „Burglind“ bringt Deutschland im Januar Orkanböen mit Geschwindigkeiten bis zu 120 Stundenkilometern, heftige Regenfällen und Gewitter. Im Westen wurden zahlreiche Straßen überschwemmt, umgestürzte Bäume behinderten den Straßen- und Zugverkehr.

Auch im übrigen Deutschland relativ ruhig

Auf einen sehr stürmischen Tag folgt eine vergleichsweise ruhige Nacht: Vereinzelt meldeten Polizeistellen in Deutschland umgeknickte Bäume, die Straßen blockierten - dabei blieb es aber. „Es hat sich alles beruhigt“, sagte ein Sprecher am frühen Donnerstagmorgen in Mainz. Die Polizei in Göttingen sprach von einer „Entspannung“ in der Nacht.

Am Mittwochabend hatte der Deutsche Wetterdienst (DWD) die Unwetterwarnungen vor Orkan und orkanartigen Böen vorerst aufgehoben. Es könne aber noch Sturmböen geben, sagte ein DWD-Meteorologe.

Außerdem mussten sich viele Regionen weiterhin auf anhaltenden Regen und Tauwetter einstellen. In mehreren Bundesländern rechnete die Feuerwehr noch mit steigenden Pegelständen der Flüsse. Polizeistellen berichteten in der Nacht auf Donnerstag in verschiedenen Regionen vereinzelt von überfluteten Straßen und vollgelaufenen Kellern. In niedersächsischen Bad Salzdetfurth (Landkreis Hildesheim) etwa hatte es laut Polizei am Abend Überflutungen gegeben.

Wegen Sturmtief „Burglind“ waren Feuerwehren in vielen Teilen Deutschlands am Mittwoch im Dauereinsatz gewesen. Straßen waren blockiert und der Regional- und Fernverkehr der Bahn gestört. Auch in Belgien, der Schweiz und den Niederlanden hatte „Burglind“ für Schäden und Behinderungen gesorgt.

In Frankreich 35 000 Haushalte ohne Strom

In Frankreich sind 35 000 Haushalte im Norden und Nordosten des Landes in der Nacht ohne Strom geblieben, wie der Netzbetreiber Enedis mitteilte. Am Mittwoch waren zeitweise 225 000 Haushalte vom Netz abgeschnitten. Bei dem Sturm, der in Frankreich «Eleanor» heißt, war ein 21-jähriger Urlauber getötet worden, als er in einem Ski-Ort in den französischen Alpen von einem umstürzenden Baum getroffen wurde.

Von MAZonline, dpa